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Energiekrise: Deutschland will neue Pipeline – doch Frankreich legt sich quer

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Von: Lisa Mayerhofer

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Eine neue Pipeline aus Spanien soll eine Alternative für Deutschlands Energieversorgung bieten. Doch Frankreich wittert eine gutes Geschäft und stemmt sich gegen die Pläne.

La Coruña – Die Solidarität zwischen den europäischen Ländern hat Grenzen – und könnte sich noch zu einem großen Hindernis auf dem Weg zur Lösung der Energiekrise entwickeln. Aktuelles Beispiel: Deutschland und Spanien dringen gemeinsam auf den Bau einer Gas-Pipeline über die Pyrenäen; Frankreich bremst.

Pyrenäen-Pipeline: „Es würde alle Europäer angesichts der Lage beruhigen“

In einem gemeinsamen Aktionsplan, der am Mittwoch bei den deutsch-spanischen Regierungskonsultationen in La Coruña beschlossen wurde, setzen sich die beiden Länder für die Realisierung der Leitung namens Midcat zwischen Spanien und Frankreich bis 2025 ein. Später soll dadurch auch mit erneuerbaren Energien produzierter Wasserstoff transportiert werden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez machten sich auf einer Pressekonferenz gemeinsam für die Realisierung der Pyrenäen-Pipeline stark. „Ich werbe ausdrücklich dafür, dass wir diese Verbindung schaffen“, sagte Scholz vor allem mit Blick auf die Transportmöglichkeit für Wasserstoff. Man wolle das Projekt „in Freundschaft und Kooperation auch mit Frankreich“ ermöglichen. „Wir haben nicht den Eindruck, dass das ausgeschlossen ist.“

Deutsch-Spanische Regierungskonsultationen
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und Bundeskanzler Olaf Scholz posieren zusammen mit ihren Kabinettskollegen für ein Foto in La Coruña in Spanien. © Kay Nietfeld/dpa

Sanchez sagte, es sei „ein großer Widerspruch, dass Spanien und Portugal eine Energieinsel sind“. Er verwies auf Flüssiggasterminals in Spanien, die wegen der fehlenden Pipeline vom Rest Europas abgeschnitten seien. „Deshalb bitten Spanien und die Iberische Halbinsel, an Europa angebunden zu werden“, sagte Sanchez. „Ich denke, das wäre gut für Frankreich, gut für Deutschland, gut für Europa. Es würde alle Europäer angesichts der Lage beruhigen, weil es mehr Alternativen bei der Energieversorgung gäbe.“

Das Erdgas, das durch die Röhre Richtung Norden fließen soll, könnten Spanien und Portugal aus verschiedenen Quellen beziehen, da die beiden Länder zusammen über insgesamt sieben Flüssiggasterminals verfügen. Zudem gibt es zwei Pipelines zum Gaslieferanten Algerien in Nordafrika.

Pyrenäen-Pipeline: Gas aus Spanien – aber auch aus Portugal

Scholz reiste mit seinem halben Kabinett zu den Regierungskonsultationen. In einem neuen Truppentransporter der Bundeswehr begleiteten ihn acht seiner 16 Minister, darunter Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Finanzminister Christian Lindner (FDP) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

Der Aktionsplan umfasst fast alle Politikbereiche von Bildung und Forschung über Wirtschaft bis zu Verteidigung und Sicherheit. Besonders große aktuelle Bedeutung kommt der Passage zur Energiekooperation zu. Die von Scholz und Sanchez befürwortete Midcat-Pipeline soll von Barcelona über die Pyrenäen bis zur Anbindung an das französische Netz im südfranzösischen Barbaira führen. In Spanien ist die Röhre bis Hostalric 106 Kilometer südlich der Grenze fertig, in Frankreich fehlen etwa 120 Kilometer. Das Projekt war 2017 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit abgebrochen worden.

Nun soll es angesichts des Stopps russischer Gas-Lieferungen wiederbelebt werden. Für Spanien und Deutschland hätte das klare Vorteile: Während Deutschland seine Energieversorgung weiter ausbauen kann, hat Spanien die Chance, seine teure Infrastruktur besser auszulasten und zu finanzieren.

Frankreich steht dem Projekt jedoch ablehnend gegenüber und bremst die Weiterführung bisher aus. Laut Handelsblatt habe das Land auch deshalb kein Interesse, weil Frankreich seine eigenen Flüssiggas-Terminals nutzen wolle. Anfang September erteilte der französische Präsident Emmanuel Macron Midcat öffentlich eine Absage und begründete dies unter anderem mit umweltschädlichen Bauarbeiten in den Pyrenäen und der langen Fertigstellungszeit. (lma/dpa)

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