Der Wirtschaft-Nobelpreis 2021 geht an David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens.
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Der Wirtschaft-Nobelpreis 2021 geht an David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens.

Prestigeträchtige Auszeichnung

Wirtschafts-Nobelpreis 2021: Auszeichnung geht an David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens

  • Chistian Stör
    VonChistian Stör
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Es ist der alljährliche Abschluss der Bekanntgaben: Drei Forscher aus den USA erhalten den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

+++ 12.15 Uhr: Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die drei in den USA forschenden Ökonomen David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens. Der in Kanada geborene Card erhält die eine Hälfte des renommierten Preises für seine empirischen Beiträge zur Arbeitsmarktökonomie, wie der Generalsekretär der Akademie, Göran Hansson, bei der Bekanntgabe sagte. Der aus dem US-Staat Ohio stammende Angrist und der niederländisch-amerikanische Wissenschaftler Imbens teilen sich die andere Hälfte für ihre methodischen Beiträge zur Analyse von Kausalbeziehungen.

++ 12.00 Uhr: Der Wirtschafts-Nobelpreis 2021 geht zu einer Hälfte an David Card (USA) und zur anderen Hälfte an Joshua D. Angrist (US) und Guido W. Imbens (USA). Sie alle stammen aus den USA.

+++ 11.55 Uhr: Nun ist es bald soweit. In wenigen Augenblicken gibt die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt, wer den Wirtschafts-Nobelpreis 2021 erhält. Noch können letzte Wetten abgeschlossen werden.

+++ 11.45 Uhr: Die Bekanntgabe des Wirtschafts-Nobelpreises 2021 war für 11.45 Uhr geplant. Offenbar gibt es aber eine kleine Verzögerung.

+++ 11.35 Uhr: In Kürze gibt das Nobelkomitee bekannt, wer den Wirtschafts-Nobelpreis 2021 erhält. Nun noch ein paar harte Zahlen und Fakten. Der Wirtschafts-Nobelpreis wird 2021 zum 53. Mal vergeben. Insgesamt wurden bisher 86 Personen ausgezeichnet. 25 Mal ging der Preis an eine einzelne Person, 20 Mal erhielt ein Duo, 7 Mal ein Trio den Wirtschafts-Nobelpreis. Die jüngste Preisträgerin ist Esther Duflo, die 2019 als 46-Jährige ausgezeichnet wurde. Der älteste Preisträger ist Leonid Hurwicz, der im Jahr 2007 bereits 90 Jahre alt war.

Am Wirtschafts-Nobelpreis wird immer wieder Kritik laut

+++ 11.15 Uhr: Am Wirtschafts-Nobelpreis wird schon seit Jahren immer wieder Kritik geäußert. Vor allem deutet viel darauf hin, dass Alfred Nobel von der nachträglichen Stiftung durch die Schwedische Reichsbank wenig begeistert gewesen wäre. Als Beweis kann hier der Brief genannt werden, den vier Urenkel seines Bruders Ludvig 2001 veröffentlicht haben. Darin machte Alfred Nobel mehr oder weniger deutlich, dass ihm die Wirtschaftswissenschaften nicht ganz geheuer waren: „Ich habe keine Wirtschafts-Ausbildung und hasse sie von Herzen.“

Da der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften aber zusammen mit den von Alfred Nobel persönlich gestifteten Nobelpreisen verliehen wird und mit der gleichen Preissumme dotiert ist, wird er heutzutage im Grunde als gleichwertig betrachtet und im Sprachgebrauch der Einfachheit halber als Wirtschafts-Nobelpreis bezeichnet.

Wirtschafts-Nobelpreis: Nur zwei Frauen bisher ausgezeichnet

Update, 10.45 Uhr: Beim Wirtschafts-Nobelpreis fallen vor zwei Dinge sofort ins Auge. Zum einen zählen vor allem Ökonomen aus den USA* zu den Favoriten auf die Auszeichnung. Allein die Universität Chicago stellt bisher insgesamt zehn Preisträger.

Und bei fast alle Geehrten handelt es sich um Männer. Nur zweimal war dies bisher nicht der Fall. Als erste Frau wurde Elinor Ostrom im Jahr 2009 zusammen mit Oliver Eaton Williamson für ihre Studien über eine konfliktfreie Organisation der Märkte ausgezeichnet. Und 2019 bekam Esther Duflo gemeinsam mit Abhijit Banerjee und Michael Kremer den Wirtschafts-Nobelpreis für ihre experimentellen Theorien in der Entwicklungsökonomie.

Wirtschafts-Nobelpreis: Bekanntgabe in Stockholm am Montag (11.10.2021)

Erstmeldung: Stockholm – Die Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreise geht am Montag (11.10.2021) um 11.45 Uhr in Stockholm mit der Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften zu Ende. Der Wirtschafts-Nobelpreis geht im Gegensatz zu den anderen Preisen nicht direkt auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel zurück. Dem Chemiker sollen die Wirtschaftswissenschaften nie preiswürdig gewesen sein.

Gestiftet wurde der Wirtschaft-Nobelpreis im Jahr 1968 von der Schwedischen Reichsbank, die sich damit quasi selbst ein Geschenk zum 300. Geburtstag machte. Streng genommen gilt der Wirtschafts-Nobelpreis also nicht als klassischer Nobelpreis , auch wenn er „in Gedenken an Alfred Nobel“ gestiftet wurde.

Wirtschafts-Nobelpreis: Namen tauchen nur im Anhang auf

Allerdings werden die Geehrten wie bei den Nobelpreisen für Physik und Chemie von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften nominiert und auch im Rahmen der gesamten Preisverleihung an Nobels Todestag am 10. Dezember überreicht. Doch ihre Namen tauchen im Verzeichnis nur in einem Anhang auf und werden statt auf die Flächen der Nobel-Medaille auf deren Rand eingraviert.

Im Jahr 1994 erhielt der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten als bisher einziger Deutscher den Wirtschafts-Nobelpreis. Selten wurde gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi für ihre wegweisenden Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie ausgezeichnet. Im Jahr 2020 war die Auszeichnung an die US-Ökonomen Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson gegangen, die damit für ihre Verbesserungen der Auktionstheorie und Erfindung neuer Auktionsformate geehrt wurden.

Wirtschafts-Nobelpreis 2021: Geht die Auszeichnung wieder in die USA?

Auch diesmal stammen die Favoriten vieler deutscher Ökonomen aus Übersee, darunter etwa der frühere US-Notenbankchef Ben Bernanke. Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, würde die drei US-Wissenschaftler Bernanke, Mark Gertler und Michael Woodford für eine „exzellente“ Wahl halten. Achim Wambach als Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) plädierte für die Amerikaner Timothy Bresnahan und Michael Porter sowie den israelisch-amerikanischen Ökonomen Ariel Pakes.

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, favorisierte dagegen vorab den österreichisch-schweizerischen Ökonomen Ernst Fehr. Dieser habe in der experimentellen Wirtschaftsforschung und der Verhaltensforschung bahnbrechende Beiträge geleistet.

Wirtschafts-Nobelpreis: die Ausgezeichneten der vergangenen Jahre

2020Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson
2019Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer
2018William D. Nordhaus und Paul M. Rome
2017Richard H. Thaler
2016Oliver Hart und Bengt Holmström
2015Angus Deaton

Nobelpreise 2021: Hasselmann und List geehrt

Bereits in der vergangenen Woche waren die Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden verkündet worden. Unter den Auserwählten waren auch zwei Deutsche, der Meteorologe Klaus Hasselmann in Physik* sowie der Chemiker Benjamin List*. (cs/dpa)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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