1. Wetterauer Zeitung
  2. Wirtschaft

Verbraucherschützer mit harter Kritik an Faeser: „Bargeldnutzer unter Generalverdacht“

Erstellt:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

Bargeld ist in Deutschland das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel. Nun will Innenministerin Faeser eine Bargeldobergrenze einführen. Verbraucherschützer halten das für eine schlechte Idee.

Berlin – Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich für eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro ausgesprochen und damit eine Debatte ausgelöst. Bisher gibt es hierzulande keine Begrenzung beim Bargeldkauf. Mit einer Obergrenze will die Ministerin Geldwäsche in Deutschland bekämpfen.

Verbraucherschützer kritisieren Bargeldobergrenze

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat den Vorstoß von Faeser allerdings kritisiert. „Der Staat muss wirksame Maßnahmen gegen Geldwäsche betreiben, das steht außer Frage“, sagte die Leiterin des Teams Finanzmarkt beim VZBV, Dorothea Mohn, dem Handelsblatt.

„Es ist aber nicht gut, Bargeldnutzer unter Generalverdacht zu stellen und in ihrem Handeln zu beschränken“, merkte Mohn im Interview mit dem Magazin an. Die Verbraucherschützerin betonte, dass Bargeld nahezu allen Verbrauchern als Zahlungsmittel „sehr wichtig“ sei. Der Vorschlag einer Bargeldobergrenze erzeuge Verunsicherung, so Mohn. Auch Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) hält Faesers Vorhaben für unverhältnismäßig und für wenig geeignet, Kriminalität zu bekämpfen.

Bargeldlimits werden auch auf EU-Ebene diskutiert

Der Geldwäsche-Experte der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, verteidigte dagegen den Vorstoß der Innenministerin. „Fachlich gibt es nicht den geringsten Zweifel daran, dass die Einführung einer allgemeinen Bargeldobergrenze ein sehr wirksames Instrument zur Erschwerung von Geldwäsche ist“, sagte er dem Handelsblatt.

Eine Bargeldobergrenze fordert schon seit längerem auch die Deutsche Steuer-Gewerkschaft, von einigen Parteien wird sie für bestimmte Käufe befürwortet. Die Gewerkschaft argumentiert, damit würde Geldwäsche deutlich erschwert. Auch auf EU-Ebene wird über eine Grenze diskutiert. In einigen EU-Ländern gibt es bereits Bargeldlimits. (lma/dpa)

Auch interessant

Kommentare