Einprägsames Lied: Ralf-Peter Hahn in der Rolle des Oberst Ollendorf singt "Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst". FOTOS: GEO
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Einprägsames Lied: Ralf-Peter Hahn in der Rolle des Oberst Ollendorf singt "Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst". FOTOS: GEO

Zwischen Liebe, Sieg und Niederlage

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Nidderau(geo). Es ist nicht nur der überquellende Melodienreichtum, der die Operette "Der Bettelstudent" auszeichnet, sondern auch die Handlung, bei der der rächende Betrüger sich selbst zum Betrogenen macht. Das Ganze spielt im Jahr 1704, in einer Zeit politischer und persönlicher Konflikte im von den Sachsen unterdrückten Polen. Im März 2021 soll sich "Der Bettelstudent" auch in die Herzen der Nidderauer spielen.

Leonore Kleff, die seit 1997 Musical- und Operettenaufführungen inszeniert, und Regisseurin Michaele Scherenberg sind voller Vorfreude. Auch Choreografin und Kostümbildnerin Anni Lenz sowie Konzertmeister Benedikt Bach sind mit im Boot.

Das erste geplante Treffen im Mai mit Vorstellung des Projektes für die Öffentlichkeit musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Die Planungen der Musical-Familie gingen im Hintergrund weiter. Nun trafen sich neue Interessierte und langjährige Mitstreiter der Musical-Familie in der Willi-Salzmann-Halle in Nidderau. "Wann dieses Musical aufgeführt werden kann, weiß ich nicht, denn die Bedingungen sind andere geworden, doch ich möchte Freude vermitteln", sagt Kleff vorab. Das Treffen fand unter strengen Hygieneregeln statt. Scherenberg stellte das von ihr geschriebene 97-seitige Textbuch vor. An den passenden Stellen kamen die Solisten auf die Bühne, um einzelne Stücke zu singen. Scherenberg wies darauf hin, "dass ganz viel geht, wenn wir es mit dem Herzen tun".

Die Operette selbst spiele in schwerer Zeit: im polnischen Krakau, wo Friedrich August I. (1670 bis 1733), Kurfürst von Sachsen, ab 1697 als August II., König von Polen war. Vor diesem Hintergrund gehe es in der Operette um Liebe, Verwirrungen und Irrungen, Sieg und Niederlage.

Proben in der Bushalle

Im ersten Kapitel hat Scherenberg auch ein polnisches Volkslied eingebaut. Detailliert und in freier Rede beschreibt sie die Darsteller und deren Eigenschaften sowie die Kulisse mit Zitadelle und Tisch und den Garten der Entdeckungen. Auch ein lebensgroßes Bild der Gräfin wird es geben. Scherenberg skizziert in Folge den Krakauer Markt und ihre Vision, Stände anzubieten, an denen die Zuschauer in der Pause Dinge kaufen können.

Das einprägsamste Lied sei "Ach ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst", das von Darsteller Ralf-Peter Hahn alias Oberst Ollendorf gesungen wird. Lenz informiert über die Kostüme, die Anfang des 18. Jahrhunderts getragen wurden. So werden alle Röcke der Frauen lang sein, da es noch keine Miniröcke gab. In der zweiten Szene auf dem Marktplatz ist die Kleidung von schlicht bis hin zu fein zu finden. Bei der Hochzeitsszene spricht Lenz von feierlicher und höfischer Kleidung, auch bei den Männern, mit Seidenstrümpfen und Stiefeln oder Schuhen mit Schnalle. Kniehosen finden sich durch alle Gesellschaftsschichten hindurch. Romina Jungk spielt nicht nur die Gräfin Palmatica Nowalska, sondern auch die Administratorin. "Es wird ein bisschen anders sein als sonst", sagt sie. So weist sie auf die Registrierung der Chormitglieder hin, um diese in Gruppen einteilen zu können. Sie informiert auch, dass der langjährige Sponsor "Schäfer Reisen" seine Bushalle für die Proben zur Verfügung stellt.

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