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Zwei Tote bei Brand an Raststätte

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Von: Oliver Potengowski

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Bei einem Großbrand an der Raststätte Langen-Bergheim an der A 45 sind am Montagmittag zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein Pkw brannte komplett aus, ein zweiter wurde stark beschädigt. Das Feuer griff zwischenzeitlich auch auf das Raststättengebäude über. Über die Ursache des Brandes machten Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau gestern noch keine Angaben.

Zwei Menschen sind bei einem Großbrand auf der Raststätte Langen-Bergheim Ost an der A 45 getötet worden. Aus bisher noch ungeklärter Ursache waren dort am Montagmittag Zapfsäulen und zwei Mercedes-Fahrzeuge in Brand geraten. Anschließend griff das Feuer auch auf die angrenzenden Gebäude der Raststätte über. Die Feuerwehren aus Langenselbold und Hammersbach waren mit 55 Feuerwehrleuten im Einsatz und hatten den Brand gegen 12.40 Uhr gelöscht.

Welche dramatischen Ereignisse sich an der Raststätte geschehen sind, lässt sich nach dem Abschluss der Löscharbeiten nur erahnen. Ein ausgebranntes Auto liegt auf der Seite zwischen den Zapfsäulen. Eine Zapfsäule ist quer vor das Auto auf die Fahrbahn gekippt. Ein einst schwarzes Coupé steht einige Meter davon entfernt am Raststättengebäude im Bereich des Eingangs zu den Toiletten. Das Heck des Autos ist ebenfalls komplett ausgebrannt.

Trümmerteile in weitem Umkreis

Rußspuren an den Fenstern zeigen, wo die Flammen auf das Gebäude übergegriffen hatten. Auch das Dach über der Zapfanlage ist mitsamt seinen tragenden Pfosten teilweise rußgeschwärzt. Fahrzeug- und Trümmerteile, von denen einige in weitem Umkreis verstreut liegen, lassen auf mindestens eine heftige Explosion schließen.

Die Gefahr einer weiteren Explosion oder einer größeren Katastrophe habe nicht bestanden, erklärt der Gemeindebrandinspektor von Hammersbach, Jens Eyrich. Eine Mitarbeiterin der Tankstelle habe unmittelbar nach dem Ausbruch des Brandes die Notabschaltung der Tankanlage gedrückt. So konnte nur die relativ geringe Menge an Benzin, die in Zapfsäulen und Leitungen war, verbrennen. Eyrich weist darauf hin, dass ein solcher Einsatz, bei dem die Feuerwehrleute im Verlauf der Löscharbeiten Leichen auffinden, sehr belastend sei. Seine Kameraden hätten die Möglichkeit, sich mit einem Seelsorger auszutauschen.

Während die Feuerwehrleute aus dem benachbarten Hammersbach und Langenselbold ihre Ausrüstung zusammenpacken und die Fahrzeuge zum Abrücken vorbereiten, haben zahlreiche Polizeibeamte schon mit der Spurensicherung begonnen. Mit einer Drohne werden Übersichtsaufnahmen gemacht. Polizeihauptkommissar Felix Geis, Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Südost-hessen in Offenbach, berichtet, dass ein Hubschrauber im Einsatz war, um Luftbilder zu machen.

Während der Einsatz noch läuft, gibt es nur sehr knappe Informationen von der Polizei und der Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau, Lisa Pohlmann. Gegen 12.04 Uhr habe ein Zeuge zunächst ein kleines Feuer im Bereich der Zapfsäulen gemeldet. Kurz darauf sei es zu einer Explosion gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hätten mutmaßlich zwei Fahrzeuge dort gestanden.

Ursache bisher noch unbekannt

In dem auf der Seite liegenden Wagen wird später eine Leiche gefunden. Eine zweite tote Person finden die Einsatzkräfte in unmittelbarer Nähe zum Tankstellengelände. »Die Ursache ist noch völlig unklar«, betont Geis auf Nachfrage dieser Zeitung. Vermutungen, dass eines der Autos gegen eine Zapfsäule gefahren sei, wollte er weder bestätigen noch dementieren.

Obduktion angeordnet

Um die Brandursache zu klären, hat die Staatsanwaltschaft Hanau einen Gutachter angefordert. Bis dieser vor Ort ist, darf außer den Löscharbeiten an der Einsatzstelle nichts verändert werden. Auch die Leichen dürfen erst geborgen werden, nachdem der Gutachter sie freigegeben hat.

Ob tatsächlich einer der beiden Mercedes-Fahrzeuge mit einer oder mehreren Zapfsäulen kollidiert ist, müssten die weiteren Ermittlungen ergeben, erklärt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dazu werden auch die Aufzeichnungen der Überwachungskameras genutzt. Auch die Identität der beiden Toten müsse noch geklärt werden. Eine Obduktion ist angeordnet.

Trotz des Ausmaßes des Brandes hat es beim Personal von Tankstelle und Raststätte offenbar keine weiteren Verletzten gegeben. Die Raststätte Langen-Bergheim Ost kann auf unbestimmte Zeit nicht angefahren werden.

Der Vorfall und auch die Bilder erinnern an einen ähnlichen Großbrand an der Raststätte Gräfenhausen Ost an der A 5 bei Weiterstadt im August vergangenen Jahres. Damals war ein Audi mit hoher Geschwindigkeit auf das Tankstellengelände gerast und hatte einen Pfeiler des Daches gerammt. Der 54-jährige Fahrer war in den brennenden Trümmern seines Autos gestorben. Einen Zusammenhang zu dem damaligen Ereignis will Polizeisprecher Geis nicht herstellen. »Es gibt natürlich ähnliche Geschehnisse, die passieren unglücklicherweise kurz hintereinander.«

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