Großes Orchester, voller Saal: So sah es zum 20-jährigen Bestehen der Kammerphilharmonie 2019 aus. Und so soll es hoffentlich auch bald wieder werden. Das Programm ist jedenfalls schon mal fertig für 2021. 	FOTOS: HMS//ARCHIV
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Großes Orchester, voller Saal: So sah es zum 20-jährigen Bestehen der Kammerphilharmonie 2019 aus. Und so soll es hoffentlich auch bald wieder werden. Das Programm ist jedenfalls schon mal fertig für 2021. FOTOS: HMS//ARCHIV

Mit Zuversicht ins neue Jahr

  • vonHanna von Prosch
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Es ist in der aktuellen Situation nicht einfach, Kulturveranstaltungen zu planen, als ob es Corona nicht gäbe. Aber anders geht es nicht. Denn zum einen ist der Musikhunger groß und zum anderen müssen Säle und Ausführende gebucht werden. Fünf Konzerte stehen 2021 auf dem Programm der Sinfonischen Reihe Bad Nauheim mit großartigen Solisten und Werken. Im März soll es wieder losgehen.

Sie haben mutig ein Programm zusammengestellt, das schon jetzt Lust auf Musik macht: Johannes Lenz, Mitglied im Vorstand des Fördervereins Sinfonische Musik. Vorsitzender Diethard Bauer und Ulrich Nagel, der an der Konzertreihe mit dem Kur-Sinfonieorchester beteiligt ist,

»Wir müssen jetzt solidarisch sein und noch ein bisschen ausharren, so schwer es zu verstehen ist, dass Galerien öffnen dürfen und Konzertsäle mit strengen Hygienekonzepten nicht«, bittet Lenz um Verständnis. Vier Konzerte mussten sie in diesem Jahr absagen, eins fand in kleiner Besetzung und mit zwei Aufführungen statt. »Wir müssen als Verein zwar die Wirtschaftlichkeit betrachten, wenn nur 200 statt 700 Personen in das Jugendstil-Theater dürfen, aber an oberster Stelle steht die Gesundheit aller an den Konzerten beteiligten Menschen«, sagt Bauer. Ihm ist wichtig zu betonen, dass auch für die kommenden Veranstaltungen bei Absage die Eintrittsgelder zurückgezahlt werden. Man kann diese aber auch spenden.

Das erste Konzert ist am 14. März geplant, ein heute noch etwas gewagter Termin, der eventuell angepasst oder verlegt wird. Die Kammerphilharmonie und der Schlagzeuger Jonas Krause, ein Überflieger der jungen Generation mit zahlreichen Auszeichnungen, präsentieren unter anderem mit dem Konzert für Xylofon und Streicher von Boris Papandopulo faszinierende Werke des 20. Jahrhunderts.

Jubiläum wird nachgeholt

Wer sich in diesem Jahr schon auf den »Paganini am Cello«, Victor Plumettaz, und die Trickkiste des komischen Musiktheaters von Markus Neumeyer und Ingrid El Sigai gefreut hatte, der darf den 9. Mai nicht verpassen. Es verspricht den Hörgenuss eines Klassik-Comics auf höchstem Niveau. Alles absolut außergewöhnlich. Für den früheren Kulturamtsleiter Lenz ist es eine besondere Freude, denn Neumeyer und El Sagai traten bereits als Studenten in der Kleinkunstreihe auf.

Am 20. Juni stehen französische Komponisten im Übergang zum 20. Jahrhundert auf dem Programm.

Dirigent Uwe Krause hat den hochdekorierten Solo-Oboisten des WDR-Sinfonieorchesters, Manuel Bilz, mit Jean Françaix »L’Orloge de Flore« zu Gast. Außerdem sind Werke von Fauré, Debussy und Ravel zu hören.

Der viel gefragte irische Violinist Patrick Rafter tritt am 19. September mit Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur im Jugendstil-Theater auf. »Diese großartigen Solisten bekommen wir nur durch Beziehungen der Kolleginnen und Kollegen des HR«, betont Bauer dankbar. Die russischen Komponisten stehen an diesem Sonntag im Mittelpunkt.

Eigentlich hätte es 2020 ein Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen der Camerata Vocale Dutenhofen werden sollen, aber Corona machte einen Strich durch die Rechnung. So holen das Junge Sinfonie-Orchester Wetzlar mit seinem multitalentierten Gastdirigenten und Pianisten Hamed Garschi die konzertante Aufführung von Mascagnis »Cavalleria Rusticana« am 14. November nach. Die Veranstalter hoffen sehr, dass bis dahin wieder 65 Musiker und 50 Chormitglieder auf der Bühne sein dürfen.

Es sei schon ein komisches Gefühl für die Mitwirkenden, vor einem derart ausgedünnten Publikum zu spielen.

Geplant ist auch die zweite Auflage des Gala-Konzertes in Kooperation mit dem HR am 21. März im großen Saal der Trinkkuranlage. Der Titel ist »Nordlichter«. In jedem Fall aber macht das abwechslungsreiche Programm Mut, sich wieder dem Kunstgenuss live hinzugeben.

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