Ziel: Wieder fünf Beigeordnete

  • VonUdo Dickenberger
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Wöllstadt (udo/hed). Um mehr Bürgerbeteiligung zu erreichen, hatten die Lokalpolitiker auf ihrer Homepage die Möglichkeit geschaffen, Online-Petitionen zu starten. Eine davon will nun die Änderungen im Gemeindevorstand rückgängig machen, die FWG und SPD nach der Kommunalwahl durchgesetzt hatten.

Zwei Petitionen sind aktuell auf der Homepage eingepflegt. Zwölf Unterstützer gab es dafür, die Parkzeit auf der Frankfurter Straße zu erhöhen. Und bisher 32 Unterstützer (Stand Freitagnachmittag) hat die Petiton von Detlef Breitenbach. In Linsengericht war er von 2005 bis 2011 gewähltes Mitglied und im Ortsbeirat des Ortsteils Großenhausen für die CDU, bei der er nach wie vor Mitglied ist. Bei der Kommunalwahl März 2021 kandidierte er auf der Liste der Wöllstädter CDU.

Er will die »Entmachtung« des Bürgermeisters« durch FWG und SPD« rückgängig machen und fordert wieder fünf Beigeordnete statt sechs. Dann erreiche der Bürgermeister mit den CDU-Beigeordneten bei Abstimmungen ein Patt, bei dem seine Stimme doppelt zähle. Zur Erinnerung: Rathauschef Adrian Roskoni ist zwar parteilos, war im Wahlkampf aber von der CDU unterstützt worden und sitzt auch für die Unionsfraktion im Wetterauer Kreistag.

In der Gemeindevertretung hatte die FWG-SPD-Mehrheit kurz nach der Wahl, bei der die CDU ihre absolute Mehrheit verlor, den Gemeindevorstand erweitert. Um nicht doch überstimmt werden zu können, wurde die Anzahl der Beigeordneten von fünf auf sechs erhöht. Der zusätzliche Posten entfällt auf die FWG.

Der mit fast 80 Prozent direkt gewählte Bürgermeister Adrian Roskoni wird dadurch in der Auffassung Breitenbachs »faktisch entmachtet«. Zu dem Sachverhalt gebe es viele kritische Reaktionen seitens der Bürger. Deshalb müsse die Erweiterung rückgängig gemacht werden. Sie greife »unnötig in das demokratische Wahlergebnis der Kommunalwahl« ein, schreibt der Initiator der Petition. Außerdem müsse die Stimme des Bürgermeisters im Gemeindevorstand auch weiterhin ihr Gewicht behalten. Ein so wichtiges Gremium wie der Gemeindevorstand dürfe nicht »zur Spielwiese für machtpolitisches Geschiebe werden« Der zusätzliche FWG-Posten verursache der Gemeinde Wöllstadt durch die Aufwandsentschädigung zudem Kosten im vierstelligen Bereich.

Bürger können die Petition unter Nennung des Namens und der E-Mail-Adresse unterschreiben, wobei sie ankreuzen können, den eigenen Namen nicht zu veröffentlichen.

Breitenbach ist Jahrgang 1972, lebt mit seiner Familie seit 2012 in Nieder-Wöllstadt, ist beruflich als Versicherungsmakler selbstständig und als Dirigent und Instrumentallehrer freiberuflich tätig.

Von 2007 bis 2014 dirigierte er die Jugendorchester des Musikvereins Ober-Wöllstadt und leitete die Erwachsenen-Bläserklasse im gleichen Verein. Seit 2010 dirigiert er das Jugendorchester Bad Nauheim der Jugendmusikförderung Nieder-Mörlen und seit 2012 den Musikzug des Gesangverein Frohsinn Ockstadt nebst Jugendorchester. Seit 2003 dirigiert er außerdem das Akkordeonorchester in Mühlheim am Main.

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