Bürgermeister Adrian Roskoni vor dem Plan seiner Gemeinde mit den unterschiedlichen Bau- und Wohngebieten.
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Bürgermeister Adrian Roskoni vor dem Plan seiner Gemeinde mit den unterschiedlichen Bau- und Wohngebieten.

Wachstum

Wöllstadt wächst: Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Kalkofen“

  • vonJürgen W. Niehoff
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180 Bauplätze und ein Einwohnerzuwachs von bis zu 700 Personen. Und der Erweiterung des Gewerbegebiets »Am Kalkofen« wurde zugestimmt. Die Gemeinde Wöllstadt wächst.

Drei Wohngebiete, zwei in Nieder-Wöllstadt und eines in Ober-Wöllstadt, mit rund 180 Bauplätzen für Ein- und Zweifamilienhäuser, gehen derzeit zügig ihrer Vollendung entgegen. Im Rathaus wird mit einem Einwohnerzuwachs von bis zu 700 Personen gerechnet - das erfordert auch eine Veränderung der Infrastruktur. In der Vergangenheit wurden darum bereits Kindergärten gebaut oder erweitert. Auch die Kanalisation musste dringend saniert und vergrößert werden. »Das hat alles viel Geld gekostet. Nun müssen wir mehr Gewicht auf die Einnahmenseite legen«, sagt Bürgermeister Adrian Roskoni (parteilos).

Wenige freie Flächen vorhanden

Einnahmen kann eine Kommune grundsätzlich über Gewerbesteuer erzielen. »Das ist zuletzt vielleicht ein wenig vernachlässigt worden«, gesteht Roskoni. Wöllstadt habe nicht mehr viel freie zusammenhängende Flächen. Rund 50 kleinere und mittlere Firmen gibt es derzeit in der Gemeinde.

Davon würden sich einige sogar vergrößern - wenn es ausreichende Fläche gäbe. Die hat Roskoni nun ausfindig gemacht, sie mit den politischen Gremien in der Gemeinde abgesprochen und dann beim Regionalverband FrankfurtRheinMain angemeldet.

Derzeit Offenlegung der Pläne

Bis auf die Grünen haben alle Parteien der Erweiterung des bisherigen Gewerbegebietes »Am Kalkofen« zugestimmt. Das Areal soll am westlichen Rande von Nieder-Wöllstadt im Anschluss an das Sportplatzgelände um 2,8 Hektar vergrößert werden.

Derzeit läuft eine Offenlegung der Pläne für die Änderung des regionalen Flächennutzungsplans von 2010. Weil das allgemeine Genehmigungsverfahren recht zeitaufwendig ist, arbeitet man im Rathaus bereits am Bebauungsplan für das neue Gelände.

Vorarbeiten bis Jahresende abschließen

»Ich hoffe, dass die Vorarbeiten bei uns bis zum Jahresende abgeschlossen sein werden, sodass wir dann den Bebauungsplan mit den möglichen Einwänden und Wünschen aus dem laufenden Änderungsverfahren einreichen können«, sagt Roskoni.

Für den Bebauungsplan ist dann die Gemeinde selbst zuständig. Auf 5,5 Hektar wird am Ende das arrondierte Gewerbegebiet anwachsen. Die Pläne werden der Gemeindevertretung bereits am 29. September auf der Gemeindevertretersitzung vorgelegt, dann wahrscheinlich noch einmal in den Ausschüssen beraten werden.

Interessenten-Liste ist lang

Es soll schnell gehen, sagt Roskoni: »Der Bedarf wächst ständig und die Interessentenliste für das neue Gewerbegebiet wird immer länger«. Grund dürfte nicht nur die gute Erreichbarkeit des Gewerbegebiets durch die Nähe zur Umgehungsstraße sein, sondern auch der günstige Gewerbesteuersatz von nur 357 Prozentpunkten. In Friedberg beispielsweise liegt dieser bei 400 Prozentpunkten.

Platz für 15 bis 20 Unternehmen

15 bis 20 Unternehmen werden nach ersten vorsichtigen Planungen in dem neuen Gebiet Platz finden. Aller Voraussicht nach werden die Firmen wieder aus dem Mittelstand kommen und mit Sicherheit wird ein Teil von ihnen auch aus Wöllstadt kommen.

Roskoni ist zufrieden. Vor allem mit der geplanten neuen Zufahrt zum Gewerbegebiet. Und da dürften ihm die jetzigen Anwohner zustimmen. Denn die soll vom Einkaufszentrum kommend das Gewerbegebiet von Norden her erschließen. Die bisherige Zufahrt von der Ortsmitte her wird dann für den Lkw-Verkehr gesperrt.

Wahrscheinlich letztes Wohngebiet

Roskoni blickt auf vor ihm ausgebreitete Pläne und grinst. Es gibt bereits weitere Pläne, verrät er. »Die umschließen ein neues Rathaus. Der Standort ist noch offen«, sagt er. »Und wir arbeiten an der Entwicklung unseres wahrscheinlich letzten Wohngebietes am Nieder-Wöllstädter Friedhof. Ein Projekt, das seit längerer Zeit auf Eis liegt«. Als Zeitspanne schwebt Roskoni die nächsten fünf bis zehn Jahre vor.

Flächennutzungsplan ändern

Für die Erweiterung des Gewerbegebietes muss zunächst der Flächennutzungsplan geändert werden. Bürger können sich dazu noch bis zum 7. Oktober äußern. Die Planunterlagen sind online unter region-frankfurt.de oder in der Geschäftsstelle des Regionalverbandes (Poststraße 16, Frankfurt) einzusehen. Von Montag bis Donnerstag, 9 bis 17 Uhr, oder Freitag bis 13 Uhr.

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