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Wie in allen Wahllokalen ist in der Römerhalle in Ober-Wöllstadt nicht viel los gewesen am Sonntag. 2031 Wöllstädter haben ihre Stimmen für das Gemeindeparlament per Briefwahl abgegeben. Insgesamt haben 3097 Wöllstädter gewählt - das entspricht einer Wahlbeteiligung von 60,36 Prozent.

SITZVERTEILUNG

»Überraschendes Ergebnis«

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Wöllstadt (sda). Ein »traumhaftes Ergebnis« für die einen, Enttäuschung für die anderen - in Wöllstadt haben sich die Mehrheitsverhältnisse enorm verändert. 3079 Wöllstädter haben bei der Kommunalwahl am Sonntag ihre Stimmen abgegeben (Wahlbeteiligung: 60,36 Prozent). Anders als 2016 hat die Mehrheit entschieden, dass die FWG nun stärkste Kraft im Gemeindeparlament ist.

»Das Wahlergebnis: traumhaft«, sagt Sebastian Briel von den Freien Wählern. So stark sei die FWG noch nie in Wöllstadt gewesen. Sowohl in Ober-Wöllstadt als auch in Nieder-Wöllstadt konnten die Freien Wähler zulegen. In der kommenden Wahlperiode wird die FWG 15 Sitze im Wöllstädter Gemeindeparlament haben.

Den Kommunalwahlerfolg der FWG führt Briel auch auf den Wahlkampf zurück: Man habe bewusst auf Bürgerbeteiligung gesetzt, »und wir haben die Wünsche der Wöllstädter in unser Wahlprogramm aufgenommen«, sagt Briel. »Jetzt gilt es, das Vertrauen in unsere Politik umzusetzen.« Ziel sei es, mit den anderen beiden im Gemeindeparlament vertretenen Parteien konstruktiv zusammenzuarbeiten. Wie, das soll sich nun klären. Eine Koalition will Briel nicht ausschließen, sich aber nicht festlegen: »Wir werden beiden Parteien ein Gesprächsangebot machen.«

Die Zusammenarbeit in der neuen Konstellation hebt auch der CDU-Vorsitzende Jürgen Schweitzer in seiner Stellungnahme zur Wahl hervor. Die Christdemokraten mussten bei der Wahl herbe Verluste hinnehmen und haben künftig zwölf Sitze im Gemeindeparlament (vergangene Wahlperiode waren es 16; die CDU hatte die absolute Mehrheit). Schweitzer sagt aber: »Wichtig ist jetzt, dass wir in der neuen Konstellation unsere Rolle finden und alle zusammen das Beste für Wöllstadt herausholen.« Der Wahlausgang sei unerwartet. Zwar müsse man sich nun in der Partei fragen, was man ändern müsse. Entscheidend sei aber, weiterhin »gut für Wöllstadt zu arbeiten. Wir sind noch nicht fertig.« Viele Projekte stünden an, die in der vergangenen Wahlperiode angestoßen worden seien. »Wir haben viel gemacht und erreicht und auch immer die Belastung für den Bürger im Blick gehabt.« Das zeige sich zum Beispiel an den niedrigen Steuersätzen in der Gemeinde.

Auch Helge Hinkelmann von der SPD - die Partei in Wöllstadt mit den wenigstens Sitzen - zeigt sich erstaunt über das Ergebnis der CDU. Zwar sei es ein Ziel von FWG und SPD gewesen, die absolute Mehrheit der CDU zu verhindern, aber dass die CDU »förmlich abgestraft worden ist«, sei sehr überraschend. »Selbst aus meiner Sicht ist das schwer zu verstehen. Denn trotz unterschiedlicher Ansichten und Meinungen hat die CDU für die Gemeinde ordentliche Politik in dem uns zur Verfügung stehenden Rahmen gemacht«, sagt Hinkelmann. Was das Ergebnis seiner Partei angeht, zeigt sich Hinkelmann zufrieden. Im Vergleich zu 2016 haben die Sozialdemokraten um 1,6 Prozentpunkte zugelegt, was sich durch einen weiteren Sitz auswirkt (die SPD hat künftig vier Sitze). »Wir hatten natürlich gehofft und waren bestrebt, uns wieder ins Gespräch zu bringen und den Wähler dafür zu begeistern, uns sein Vertrauen auszusprechen. Ein Sitz mehr ist aus unserer Sicht ein bombastisches Ergebnis«, sagt Hinkelmann.

So oder so: »Nach der Wahl ist vor der Wahl und alle Fraktionen müssen nun gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern in den nächsten fünf Jahren liefern.«

Nach dem vorläufigen Ergebnis ist die Sitzverteilung im Gemeindeparlament wie folgt: FWG: Sebastian Briel, Joachim Schnabel, Udo Schäfer, Maximilian Best, Bianca Best, Gerhard Schlautek, Cornelia Ihl-Wagner, Benita Heger, Katharina Schang, Jürgen Ristau, Heinz Malek, Thorsten Drauth, Sebastian Bonrath, Martina Ebeling, Lutz Grünsfelder. - CDU: Jürgen Schweitzer, Jürgen Pfannkuchen, Christof Westerfeld, Heinrich Hermann Roskoni, Oliver Kröker, Markus Breidenbach, Johanna Sophie Rapp, Dr. Lukas Wanka, Frank Ewald, Heinz Peter Feuerbach, Alexandra Schmidt, Alexander Meuser. - SPD: Kilian Heß, Helge Hinkelmann, Gabriele Seeburger, Bernd Hinkelmann. sda

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