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Alica Biewald ist Dirigentin der drei Jugendorchester des Musikvereins Ober-Wöllstadt. Ihre Arbeit hat sich coronabedingt verändert, trotzdem hat sie ein Lächeln auf den Lippen, wenn sie den Taktstock in der Hand halten kann.

Teamgeist für die Töne

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Wöllstadt (pm). Alles ist anders, besonders für Kreative, Künstler, Musiker - und auch für viele Vereine. Die Monate in der Pandemie und mit Corona verändern vieles. Alica Biewald ist Dirigentin der drei Jugendorchester des Musikvereins Ober-Wöllstadt. Sie erzählt, wie es derzeit läuft, wie sich ihre Arbeit verändert hat und wie sie in die Zukunft blickt.

Wie Sportunterricht in der Schule

»Meine Arbeit als Dirigentin der drei Jugendorchester des Musikvereins ist seit Corona deutlich vielfältiger geworden. Vor Corona war ich Musikerin und Pädagogin, jetzt bin ich IT-Spezialistin, Referentin, Seelsorgerin, Tontechnikerin, Motivationscoach und vieles mehr.

Normalerweise treffen wir uns einmal in der Woche zur Orchesterprobe in den verschiedenen Gruppen. Die Bläserklasse wird von Zweit- und Drittklässler der örtlichen Grundschule besucht, das Miniorchester ›Piccolinos‹ besteht aus Musikern, die seit etwa ein bis zwei Jahren ihr Instrument spielen.

Das Jugendorchester ›Sound Factory‹ ist als Vorbereitung auf das Stammorchester des Musikvereins für Musiker, die schon viel Erfahrung auf ihrem Instrument gesammelt haben. Für die Orchesterproben bereite ich jede Woche einen Ablauf vor. Das kann man mit dem Sportunterricht in der Schule vergleichen. Wie vor dem Sport die Muskeln aufgewärmt werden müssen, wärmen wir unsere Instrumente ein wenig auf, indem wir gemeinsam Tonleitern, eine Rhythmusübung oder ein leichtes Stück spielen.

Nach dem Aufwärmen geht es los mit der Übungsphase. Wir erlernen quasi mit jedem neuen Stück, sei es ein Popsong aus den Charts oder eine Komposition extra für Jugendblasorchester, eine neue Sportart, die geübt werden will.

Als Dirigentin muss ich der Truppe zum einen die richtige Technik beibringen und zum anderen den Takt angeben, damit wir alle gemeinsam ins Ziel kommen. Darum ist Teamgeist gefragt.

Seit Corona ist das Zusammenspiel im Orchester leider vorerst nicht möglich. Trotzdem versuche ich, die Kinder und Jugendlichen immer wieder aufs Neue für die Musik zu begeistern. Dafür haben wir virtuell ›Wer wird Musik-Millionär‹ gespielt und uns über ›Zoom‹ zur virtuellen Probe getroffen. Hin und wieder gibt es Aufgaben zum Üben aus der Auftrittsmappe, und auch ein Videoprojekt steht momentan in den Startlöchern.

Die Kinder können mich auch regelmäßig über die gängigen Plattformen erreichen, sei es, um mir etwas vorzuspielen, um Fragen zu stellen oder um einfach nur ihr Leid zu klagen - denn nervige Geschwister, Homeschooling und das Fernbleiben der sonst so alltäglichen sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen ist nicht für jeden so einfach. Musik ist immer eine gute Alternative zum eintönigen Alltag vor dem Computer und bringt andere Gedanken.

Gut vorbereitet auf erste Probe

Auch wenn ich jetzt seit einiger Zeit nicht die Möglichkeit habe, mit den Kindern von Angesicht zu Angesicht zu proben, das Orchester zu dirigieren und mir das sehr fehlt, übe ich regelmäßig. Das fängt beim Kennenlernen einer neuen Partitur an, geht über das Spielen einzelner Stimmen am Klavier bis hin zum Üben der Dirigiertechnik vor dem Spiegel. Denn auch ich möchte für die erste Probe gut vorbereitet sein. Ich freue mich unendlich darauf!«

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