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Der Sturm vor der Ruhe?

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Enge Kiste: Für einen Laster ist die B 3 in Ober-Wöllstadt gerade noch breit genug. Begegnen sich zwei Lkw, muss einer auf den Gehweg ausweichen.
Enge Kiste: Für einen Laster ist die B 3 in Ober-Wöllstadt gerade noch breit genug. Begegnen sich zwei Lkw, muss einer auf den Gehweg ausweichen. © Nicole Merz

Wöllstadt (jwn). Nach der Fertigstellung der B 3/B 45-Ortsumgehung im kommenden Jahr erhoffen sich die Anwohner in Nieder- und Ober-Wöllstadt endlich Ruhe. Doch dass es tatsächlich so sein wird, daran scheinen die Anlieger noch nicht recht glauben zu wollen.

Die Skepsis zeigte sich erneut bei der Ortsbegehung der CDU in Ober-Wöllstadt am Wochenende. »Wenn nach der Eröffnung der Umgehungsstraße kein Fahrverbot für Lkw ausgesprochen wird, dann hat der ganze Rückbau keinen Sinn«, klagt Armin Diel, Anwohner der Hanauer Straße in Ober-Wöllstadt. Sein Haus steht an der engsten Stelle der B 3 in der Ortsdurchfahrt Ober-Wöllstadt. »Vor meinem Haus ist die Straße so eng, dass bei Lkw-Gegenverkehr die Fahrzeuge grundsätzlich über die Bürgersteige fahren müssen«, schildert Diel die gegenwärtige Situation. Er wünscht sich deshalb nicht nur ein grundsätzliches Fahrverbot für den Schwerlastverkehr, sondern auch eine Verschwenkung der Straße und ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde.

Auch die Wöllstädter CDU spricht sich für einschneidende Verkehrsmaßnahmen aus. »Wir wollen vor allem keinen Durchgangsverkehr in den Ortslagen mehr haben. Den hatten wir lange genug«, fordert der Wöllstädter CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Kröker. Wo bisher der reibungslose Durchfluss des Verkehrs an oberster Stelle gestanden habe, müsse nun die Verkehrsberuhigung rücken. In Ober-Wöllstadt betrifft das vor allem die Richtung Rodbach führende Homburger Straße sowie die Hanauer und Gießener Straße.

Letztere beiden werden nach der Einweihung der Umgehungsstraße und dem Rückbau der bisherigen B 3 zu einer Kreisstraße umgewidmet. Über sie soll künftig der Verkehr von Rosbach quer durch den Ort auf der dann neuen Kreisstraße 11 nach Friedberg führen.

Die CDU teilt die Befürchtungen der Anlieger in der Hanauer und Gießener Straße, dass viele Autofahrer den Weg nach Friedberg über Rosbach und die K 11 durch Ober-Wöllstadt wählen werden. »Das müssen wir möglichst zu verhindern suchen«, wendet sich Kröker deshalb an die beiden Vertreter der Landes- und der Kreispolitik, Tobias Utter und Alfons Götz. Während das CDU- Kreistagsmitglied Götz mitteilen konnte, dass im Haushalt 2017 des Wetteraukreises bereits Mittel für die Planung des Rückbaus eingestellt seien, konnte Landtagsmitglieds Utter nur versprechen, Druck auf Hessen Mobil als Landesbehörde und als ausführendes Straßenbauamt ausüben zu wollen.

Ob aber alle Wünsche der örtlichen CDU – zusätzliche Ampeln, Verbreiterungen der Bürgersteige von derzeit an vielen Stellen nur 40 Zentimeter auf ein sicherheitsrelevantes Mindestmaß, Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30, Nachtfahrverbot für Lkw, Fahrbahnverengung, Parkregegelungen zur Fahrbahnverengung, Fußgängerüberwege oder Bushaltestellen auf der Fahrbahn – erfüllt werden können, wird die Zukunft zeigen. Die ersten Gespräche seien auf jeden Fall schon einmal anberaumt, sagte der Vorsitzende des Bauausschusses, Peter Dangelmaier, der auch Vorsitzender der Ortsumgehung-BI ist. Dabei gebe es aber noch sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten, wie sich auf der Bürgerversammlung vor Kurzem gezeigt habe. Denn seiner Ansicht nach sind viele Dinge bei den zuständigen Behörden nicht bis zum Ende durchdacht.

Ein Großteil der Planungsarbeit wird wohl auch auf das Rathaus zukommen. Wir müssen im Rahmen des Rückbaus die Bürgersteige planen. Das geschieht in Absprache mit dem Bauamt des Wetteraukreises, der Straßenverkehrsbehörde und Hessen Mobil als später ausführendem Organ. Wir versuchen zwar möglichst viele Wünsche durchzusetzen, aber sitzen wir nicht allein am Tisch«, dämmt Bürgermeister Adrian Roskoni (parteilos) überbordende Wünsche der Anlieger und der Christdemokraten an diesem Nachmittag etwas ein.

Abschließend verrät er auch noch den ungefähren Zeitplan: »2017 erfolgt die Fertigstellung der Umgehungsstraße und für 2018/19 ist dann der Rückbau der alten B 3 zur K 11 vorgesehen.«

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