Seitenhiebe und gute Laune beim NCV

Wöllstadt (udo). Beste Stimmung herrschte bei der ersten Fremdensitzung des Nieder-Wöllstädter Carneval-Vereins (NCV) am Samstag im Bürgerhaus. Zur Marschmusik der "Sound Brothers" Hermann Weiser und Volkhard Södler eroberten die Aktiven und der Elferrat die Bühne.

Präsident Siggi Freienstein begrüßte die Narren im voll besetzten Haus. Er teilte mit, Motto des Abends sei die Fußball-Weltmeisterschaft. Das Prinzenpaar Vanessa und Nicolas hieß die Gäste mit einem Reim willkommen und kündigte ein ansprechendes Programm an.

Nadine Wagner brachte mit ihren Sprüngen den Saal in Schwung, die Garde glänzte mit einem feurigen Marsch, die Vertreter mehrerer Delegationen auswärtiger Karnevalvereine dankten mit Versen für überreichte Orden.

Christian Münk wandte sich dem Protokoll zu und motzte nach den jüngsten Wahlen über die "Groteske Koalition". Auch diverse Pleiteobjekte in der Luft und auf dem freien Land kamen aufs Tapet. Die Wöllstädter Skandale konnten da kaum mithalten, nur die vorerst – auch dank des Elferratsmitglieds Sebastian Briel – geplatzte 1225-Jahrfeier machte dem Redner zu schaffen. Die schlechte Nahversorgung war ebenfalls eines Seitenhiebs würdig. Dass Benedikt erst mit 87 Jahren in Rente ging, kann nach Münks Ermessen kein Vorbild für die Politik sein. Ein Rap bildete das gefeierte Finale des Vortrags.

Die "Reifen Früchtchen" zogen in ihre "Musical-City". In verrückten Kostümen war’s ein rasanter Wechsel von Hits und Schauplätzen. Das Publikum zeigte sich begeistert, es gab viel Applaus. Das Prinzenpaar Mike und Michelle der Rosbacher Hasenspringer wünschte gereimt gute Laune, bevor Daniela Münk als armer Engel darüber berichtete, was sie von ihrer Wolke aus beobachten kann. Sterneputzen sei jedenfalls auf Dauer ziemlich langweilig und insbesondere Sternenstaub eine echte Plage. Eine ihrer Erkenntnisse: "Und wer als Mensch ein echter Stresser, der wird als Engel auch nicht besser!"

Ein Sketch führte gedanklich ins Kino und entwickelte ans Herz greifende Perspektiven der Annäherung und Entfremdung. Der "Hit-Mix" leitete in die Pause. Die Garde klopfte danach mit ihrer Polka die Narren für den Auftritt Freiensteins weich. Der kam als überzeugender "Knallkopp", der nur für den Karneval lebt. Drastische Szenen aus einem misslungenen Eheleben flossen in den Vortrag ein.

Die Gruppe "S.T.O.R.M." blickte in die 80er Jahre zurück, und die "Kellergeister" zogen mit Stimmungsliedern ein. Anschaulich ließen sie das Dorfleben hochleben. Beim Lied "Fasching ist nur einmal im Jahr" feierte auch das Publikum mit.

Mitreißende Spirituosenorgie

Joachim Schnabel kam als "Bembel-Man". Wöllstadts oberster Ordnungshüter hatte zahlreiche Vorfälle parat. Selbstverständlich waren die saftigsten Anekdoten aus "O.-W." zu vermelden.

Der Showtanz der "Pepitas" führte in die Karibik. Zur Säbeltanz-Musik Aram Chatschaturjans wurden anmutige Gefechte bestritten, die in einer mitreißenden Spirituosenorgie mündeten. Die Gäste konnten über rasante Kostümwechsel und eine grandiose Choreografhie staunen. Die Besucher waren ganz aus dem Häuschen und reif für den "Voodoo-Zauber" des Männerballetts "Bärengarde". Sherlock Holmes erlag da trotz der aufopfernden Assistenz Dr. Watsons den Finten eines Magiers und war zum Schluss reif für eine überdrehte Klapsmühle.

Die Gäste zeigten sich begeistert vom immer schneller werdenden Stück. Innerhalb weniger Minuten wurden an wechselnden Schauplätzen vielfältige Szenerien entwickelt. Zum umjubelten Finale kamen alle Mitwirkenden auf der Bühne zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare