Heinz "Ricky" Feuerbach ist quasi eine Wöllstädter Institution. Zu seinem 70. Geburtstag blickt er auf sein Wirken in der 

Gemeinde zurück.		FOTO: UDO
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Heinz »Ricky« Feuerbach ist quasi eine Wöllstädter Institution. Zu seinem 70. Geburtstag blickt er auf sein Wirken in der Gemeinde zurück. FOTO: UDO

Seit jeher aktiv

  • vonUdo Dickenberger
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Wöllstadt (udo). Heinz »Ricky« Feuerbach feiert am Sonntag seinen 70. Geburtstag. Feuerbach ist eine zentrale Figur in Ober-Wöllstadts Dorfgeschehen.

Es waren glückliche Augenblicke, als »Ricky« noch Vorsitzender des WNC, des »Wöllschter Narren-Clubs«, war und in dessen Sitzungen als Präsident den Auftritt von Pfarrer Norbert Braun aus Ilbenstadt ansagte, der versiert Frank Sinatra imitierte und Ministranten-Witze erzählte.

Aber diese Zeiten sind vorbei, Pfarrer Braun tritt nicht mehr in der Bütt auf, ein Generationswechsel hat im WNC stattgefunden. Feuerbach ist kein Sitzungspräsident mehr und tanzt nicht mehr im Männerballett »Die zahmen Zehn«.

Doch es wäre leichtfertig, Feuerbach auf den Fasching zu reduzieren. Er ist auch in der Politik tätig und in zahlreichen Vereinen aktiv. Er genießt das Gedeihen seiner Heimatgemeinde und unterstützt den Bürgermeister vorbehaltlos. Feuerbach gehört seit drei Jahren dem Gemeindevorstand an, war zuvor Gemeindevertreter, ist seit 32 Jahren Vereins-AG-Chef und hat elf ehrenamtliche Posten inne.

Feuerbach lernte Fleischergeselle und wurde Fleischermeister, später Groß- und Außenhandelskaufmann. Schließlich absolvierte er bei der Bundespolizei eine Ausbildung zum Luftsicherheitsassistenten am Frankfurter Flughafen.

Metzgerei geht vor Eintracht-Training

Auf die Anmerkung, er habe am 15. März Geburtstag, also an den Iden des März, an denen im Jahr 44 vor Christus Cäsar ermordet wurde, antwortet Feuerbach, das sei ganz interessant, doch betreffe es Rom und nicht Ober-Wöllstadt, und besonders dieses sei ihm wichtig. Dabei führt der Limes nur ein paar Kilometer an Wöllstadt vorbei. Das heutige Wöllstadt gehörte zum römischen Weltreich, und im Foyer der Römerhalle, einen Steinwurf von Feuerbachs Wohnung entfernt, werden unter Glas die Relikte einer römischen Säule gezeigt. Feuerbach hat seit der Errichtung der Römerhalle vor 30 Jahren dort nur zwei Veranstaltungen verpasst. Sonst war er immer präsent, »und wenn ich auch nur eine Stunde da war«.

Als einschneidenden Moment in seinem Leben bezeichnet Feuerbach einen schweren Unfall im Jahr 1962, bei dem seine Großmutter starb. Die Großeltern hatten früher ein Obst- und Gemüsegeschäft mit Marktständen in Wetzlar und Gießen. Nach einem Markttag in Gießen »fuhr der Onkel auf ein Armeefahrzeug der Amerikaner, anschließend fuhren von vorne und von hinten jeweils zwei Autos auf unser Fahrzeug«. Feuerbach hatte mehrere Armbrüche und Kopfverletzungen und wurde in einer sechsstündigen Operation und nach einem halbjährigen Aufenthalt im Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim sehr gut wiederhergestellt: »Dafür bin ich heute noch dankbar!«

Feuerbach hat für die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) 40 Jahre lang gekickt. Bei Eintracht Frankfurt war er einmal zum Probetraining, aber der Erhalt der elterlichen Metzgerei ging damals vor, und beides wäre nicht zu vereinbaren gewesen. Die Metzgerei hatte nacheinander zwei Standorte in der Hanauer Straße.

Der Vereinsringchef Feuerbach freut sich, dass sich Wöllstadt so gut entwickelt. Die Kita »Wichtelburg« wurde trotz der vielen laufenden Projekte in Wöllstadt in rasantem Tempo gebaut.

In Ober-Wöllstadt geheiratet

Mit der barocken StefanusKirche verbindet Feuerbach, dass er in diesem Gotteshaus getauft wurde, zur Kommunion ging, gefirmt wurde und hier vor 44 Jahren Maria Feuerbach geheiratet hat.

Heinz Feuerbach ist seit 54 Jahren ehrenamtlich tätig. Zurzeit ist er seit 14 Jahren erster oder zweiter Vorsitzender des VdK-Ortsverbands, seit acht Jahren Öffentlichkeitsbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehr und der TSG mit dem Arbeitsbereich »Geburtstage und Jubiläen«, seit sieben Jahren Trauerredner für alle Ober-Wöllstädter Vereine. Außerdem ist er seit vier Jahren im VdK-Kreis-Schiedsgericht. In früheren Jahren war »Ricky« Feuerbach Chef der TSG, des WNC und des Badminton-Clubs.

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