"Schlag ins Gesicht der Vereine"

  • Dagmar Bertram
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Wöllstadt(pm/dab). Die Freien Wähler ärgern sich über die Begründung, mit der die CDU den FWG-Änderungsantrag zur Standortfestlegung eines Rathauses sowie einer Sport- und Kulturhalle abgelehnt hat. Der Neubau zweier solcher Projekte übersteige ganz klar die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde, hatte der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Jürgen Schweitzer, gesagt (WZ vom Donnerstag). FWG-Fraktionsvorsitzender Sebastian Briel kritisiert, dass die CDU das Thema Finanzen weder in der Gemeindevertretung noch in einer vorherigen Ausschusssitzung angesprochen habe.

"Warum müssen die Vereine und die Bürger jetzt aus der Zeitung davon erfahren?", fragt Briel. "Mit ihrer absoluten Mehrheit hat die CDU das Rathaus durchgedrückt, und jetzt soll kein Geld für die wichtigen Vereine mehr da sein." Briel weist darauf hin, dass die FWG sich für eine ganzheitliche Betrachtung eingesetzt habe, was die CDU aber abgelehnt habe. Briel: "Über den Neubau eines einzelnen Projekts kann nicht losgelöst von anderen Projekten entschieden werden."

Die FWG sehe große Not für die Nieder-Wöllstädter Vereinskultur. Bürgermeister Adrian Roskoni habe in der Sitzung erklärt, dass wegen verschärften Brandschutzauflagen im Bürgerhaus ab sofort deutlich weniger Gäste als bislang eingelassen werden könnten. Briel: "Somit stehen viele Traditionsveranstaltungen auf der Kippe. Aber auch so manche Vereinsfeier wird nicht mehr möglich sein." Die Vereine seien über diese neue Situation nicht informiert worden, rügt die FWG-Fraktion.

Deren Gemeindevertreter Gerhard Schlautek erinnert daran, dass die Gemeindevertretung Ende Juni 2019 eine Machbarkeitsstudie für eine Sport- und Kulturhalle beschlossen habe. Bis heute habe Roskoni keine Ergebnisse vorgelegt. "Am Dienstag erklärte die CDU, dass zunächst auf die Ergebnisse dieser Studie gewartet werden soll, weil man nicht über die Köpfe der Vereine hinweg entscheiden will", sagt Vize-Fraktionsvorsitzende Cornelia Ihl-Wagner. Jetzt sei die bereits im Frühling durchgeführte Vereinsbefragung offenbar wertlos, da die CDU kein Geld mehr für die Sport- und Kulturhalle ausgeben wolle. Briel: "Für die Vereine sowie die Nutzer des Bürgerhauses ist das Verhalten der CDU ein Schlag ins Gesicht."

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