Das Rathaus in Nieder-Wöllstadt ist zu klein. Deswegen soll ein neues gebaut werden - in unmittelbarer Nähe, auf dem jetzigen Parkplatz in der Paul-Hallmann-Straße. FOTO: JWN
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Das Rathaus in Nieder-Wöllstadt ist zu klein. Deswegen soll ein neues gebaut werden - in unmittelbarer Nähe, auf dem jetzigen Parkplatz in der Paul-Hallmann-Straße. FOTO: JWN

Neues Rathaus für Wöllstadt

  • vonJürgen W. Niehoff
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Wöllstadt(jwn). Die Gemeinde wächst und wächst. Es entstehen neue Wohngebiete und auch neue Gewerbegebiete. Nur bei den kommunalen Einrichtungen wie Rathaus, Sport- und Kulturhaus und Spielplätze hinkt die Gemeinde hinterher.

Es ist allen Fraktionen schon länger bekannt: Das Rathaus ist nicht nur in die Jahre gekommen, sondern mittlerweile viel zu klein. Im Bürgerhaus müssen aufgrund von Brandschutzproblemen Besucherzahlen stark reduziert werden, und die Vereine klagen wegen Trainings- und Versammlungsmöglichkeiten. Bereits im Dezember 2017 hatte deshalb die Gemeindevertretung auf Antrag der CDU-Fraktion dem Gemeindevorstand den Auftrag erteilt, nach einem geeigneten Standort für den Neubau eines Rathauses zu suchen oder auch nur die Machbarkeit eines Umbaus, Anbaus oder einer Aufstockung des bisherigen Rathauses zu prüfen. In dem Antrag der CDU, der der Gemeindevertretung am Dienstagabend zur Abstimmung vorlag, war zwar auch noch von Um- oder Anbau die Rede, doch zeigte die Diskussion, dass sich inzwischen alle Fraktionen auf einen Neubau konzentrieren - und zwar am Standort Paul-Hallmann-Straße, auf dem großen Parkplatz gegenüber dem jetzigen Rathaus in Nieder-Wöllstadt.

FWG beantragt Hallenneubau

In dem CDU-Antrag ist dabei die Rede von einem Verwaltungsneubau von etwa 1200 Quadratmetern Nutzfläche mit eventuellen späteren Erweiterungsmöglichkeiten. Vorausgegangen waren Beratungen in mehreren Ausschusssitzungen sowie eine eigens dafür einberufene Informationsveranstaltung am 2. Juli dieses Jahres. Auch über eine Finanzierung des wahrscheinlich 4 bis 5 Millionen Euro teuren Neubaus hat man schon nachgedacht. Voraussichtlich kann das Vorhaben über das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept des Landes (ISEK) mit bis zu zwei Drittel der Kosten gefördert werden. Das ist auch der Grund, warum erste Überlegungen, das Rathaus und später dann auch andere Einrichtungen der Gemeinde auf der grünen Wiese zwischen Nieder- und Ober-Wöllstadt entstehen zu lassen, schnell beiseite gelegt wurden. Die FWG will nun aber noch einen Schritt weiter gehen. Sie brachte deshalb bei der Gemeindevertretersitzung den Änderungsantrag ein, an diesem Abend nicht nur über den Standort für das neue Rathaus abstimmen zu wollen, sondern auch über eine neue Sport- und Kulturhalle auf der Schulwiese. Letzteres unter der Voraussetzung, dass eine Sanierung des bisherigen Bürgerhauses aus Brandschutzgründen nicht mehr möglich sein sollte. Der FWG-Fraktionsvorsitzende Sebastian Briel betonte mehrfach, dass es seiner Fraktion dabei auf eine ganzheitliche Betrachtung ankomme. "Ein Neubau eines einzelnen Projektes kann nicht losgelöst von anderen Projekten entschieden werden", begründete Briel seinen Antrag. Geprüft werden sollte in diesem Zusammenhang vor allem auch, ob im Bürgerhaus nach der Corona-Pandemie aufgrund des neuen Brandschutzkonzeptes alle Veranstaltungen im gleichen Umfang weiter stattfinden können. Wenn dies nicht der Fall wäre, soll schnellstmöglich mit der Planung eines Kultur- und Sporthallenneubaus begonnen werden. Das lehnt die CDU ab - aus finanziellen Gründen: "Der Neubau zwei solcher Projekte übersteigt ganz klar unsere finanziellen Möglichkeiten, zumal jetzt in Corona-Zeiten, wo die Einnahmen der Gemeinde spürbar zurückgehen. Daran ändern auch die zahlreichen Fördermöglichkeiten nichts", sagte der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Jürgen Schweitzer.

Die FWG hingegen wirft der CDU vor, dass sie ihren Weg ohne jede Diskussion verfolge und andere Überlegungen aufgrund der Mehrheitsverhältnisse nicht zuließe. Der Änderungsantrag der FWG wurde mehrheitlich abgelehnt und dem Ursprungsantrag der CDU mehrheitlich zugestimmt.

Wasser für die Anglerteiche

Einstimmig beschlossen wurde aber der gemeinsame Antrag von CDU, FWG und SPD. Laut diesem Antrag sollen die Anglerteiche mit zusätzlichem Wasser versorgt werden. Infolge der Trockenheit liege der Wasserspiegel bei vielen Anglerteichen nur noch bei maximal 30 Zentimetern. Diesen Wassernotstand gelte es zu beheben, zumal der Weinbach aus Rosbach schon seit Längerem kein Wasser mehr führe.

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