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Adrian Roskoni Bürgermeister

Misstrauensvotum gegen Roskoni?

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Wöllstadt (hed). Der Machtwechsel in der Wöllstädter Gemeindevertreterversammlung wird heute Abend vollzogen. Nachdem die CDU bei der Kommunalwahl ihre absolute Mehrheit verloren hat, wollen FWG und SPD den Gemeindevorstand erweitern, um nicht doch überstimmt werden zu können. Für den parteilosen Bürgermeister Adrian Roskoni, der stets von der CDU unterstützt wurde, wird die Arbeit dadurch nicht leichter.

Bliebe die Hauptsatzung so, wären je zwei Vertreter der Freien Wähler und der CDU sowie ein SPD-Mann in dem Gremium, das die Geschäfte der Verwaltung entsprechend den Vorgaben der Gemeindevertretung abwickelt. Würde Roskoni mit den zwei CDUlern stimmen gäbe es ein Stimmenpatt, bei dem das Votum des Bürgermeisters jedoch den Ausschlag geben würde. FWG und SPD wollen daher einen weiteren Beigeordneten installieren, den dann die FWG stellen dürfte. Für dessen Aufwandsentschädigung wolle man der Gemeinde regelmäßig Spenden überreichen, damit dieser kein finanzieller Nachteil entstehe, hieß es (die WZ berichtete).

Als ein “übliches Verfahren„ nach einer Kommunalwahl nennt der FWG-Vorsitzende Sebastian Briel das Ansinnen. Es gelte, den Wählerwillen auch in den Gremien abzubilden. Die FWG hatte bei der Kommunalwahl überraschend 48,6 Prozent der Stimmen geholt, die Union nur 39,9 Prozent (minus 12,2 Prozent). Es werde keine feste Koalition mit der SPD (11,5 Prozent) geben, kündigt Briel im WZ-Gespräch an. In den vergangenen Jahren hatten die beiden Fraktionen in der Opposition jedoch oftmals zusammen gegen die CDU-Mehrheit gestimmt, man darf also von einer mehr als losen Kooperation ausgehen. Briel betont jedoch, dass je nach Antrag auch mit der CDU eine kostruktive Zusammenarbeit möglich sei - immer im Sinne Wöllstadts. Er habe mit dem Bürgermeister bereits “gute Gespräche„ geführt. “Wir sind uns alle bewusst, dass wichtige Themen anstehen. Deshalb müssen wir künftig mehr miteinander reden, das bedingt die Konstellation.„

Roskoni: Eigentlich unnötig

“Ich lasse mich überraschen„, sagt Bürgermeister Adrian Roskoni dazu. Bisher seien seine Gesprächsangebote nicht immer von den Fraktionen angenommen worden, gibt er zu bedenken. “Doch ich habe die Hoffnung, dass die Vernunft Einzug hält„, sagt Roskoni zu Themen wie dem Rathausneubau, den die FWG im Wahlkampf als teuren “Prunkbau„ betitelte. Das Ganze müsse nun nüchtern angegangen werden; die Erweiterung sei für eine handlungsfähige Verwaltung unumgänglich. Vorher müsse man über eine zusätzliche Kulturhalle, wie sie der FWG vorschwebt, nicht nachdenken. Derzeit würden Machbarkeitsstudien für Rathausneubau und Sporthalle erstellt, die bei den weiteren Beratungen als Diskussionsgrundlage dienen könnten.

Die Erweiterung des Gemeindevorstands hält Roskoni für unnötig. Im Gremium, das nicht öffentlich tagt, habe man bisher konstruktiv zusammengearbeitet und überwiegend einstimmig entschieden. “Man könnte das Ansinnen als Misstrauensvotum gegen mich verstehen„, sagt Roskoni, der nach eigenem Bekunden aber auch keinen Grund sieht, sich darüber aufzuregen. Diese Art der Einflusssicherung nach der Wahl sei nunmal “geübte Praxis„. Das “Wählerwille-Argument„ zieht aus seiner Sicht nicht. “Der Bürgermeister ist ja nunmal auch gewählt worden.„

Die Gemeindevertreterversammlung mit ihren 31 Vertretern (15 FWG-, zwölf CDU- und vier SPD-Vertreter) tagt am heutigen Donnerstag um 20 Uhr in der Römerhalle. Neben den Wahlen der ehrenamtlichen Beigeordneten und der anderen Gremienvertreter stehen zwei FWG-Anfragen auf der Tagesordnung.

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