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Das Anwesen Taunusring 2 ist arg sanierungsbedürftig - oder ein Fall für einen Abriss und Neubau?.

»Marodes Gebäude gehört abgerissen

  • vonUdo Dickenberger
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Wöllstadt (udo). Den SPD-Gemeindevertreter Bernd Hinkelmann erbost, dass die Gemeindevertretung beschlossen hat, das kommunale Anwesen Taunusring 2 energetisch zu sanieren. Hinkelmann hält einen Abriss und einen anschließender Neubau für angemessen. Die Planung soll 20 000 Euro kosten, die Investition 260 000 Euro. Die Fenster, das Wärmedämmsystem und die Balkone sollen instand gesetzt und modernisiert werden.

Hinkelmann kritisiert die hohen Kosten.

Er gelangte während der Flüchtlingskrise zum Ergebnis, die beste Option für die Gemeinde sei, das Anwesen abzureißen und ein »flüchtlingsgerechtes Gebäude« zu errichten, das nach der Krise in ein Wohnhaus umgewandelt werden könne. Als über die Hessenkassemittel entschieden wurde, habe keine Fraktion mehr daran gedacht, dass der SPD-Antrag aus 2016 noch in den Ausschüssen war. Hinkelmann fasst zusammen: »Das marode Gebäude gehört abgerissen und nicht noch 280 000 Euro investiert.« Hinkelmann insistiert darauf, dass seit Januar 2016 ein SPD-Antrag vorliegt: »Sollte die gemeindeeigene Liegenschaft Taunusring 2 nicht verkauft werden, wird das darauf stehende unrentable, renovierungsbedürftige Wohnhaus abgerissen und stattdessen für Flüchtlinge und später als Sozialwohnungen ein Niedrigenergiehaus gebaut. Den derzeitigen Bewohnern werden von der Gemeinde alternative Wohnungen angeboten.« Dieser Antrag sei niemals bearbeitet worden.

Sebastian Briel (FWG) erklärte, dass zu dem Thema mehrere Anträge vorgelegen haben. Der Antrag der SPD sei im Zusammenhang mit den Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung zu sehen. Hier hatten die Fraktionen verschiedene Wege vorgeschlagen. Eine Lösung zur Unterbringung von Geflüchteten sei gefunden worden. Es spreche viel dafür, dass sich der Antrag verfahrenstechnisch erledigt habe.

Wenn die SPD sich wieder um dieses Thema bemühen wolle, stehe die FWG für einen Austausch zur Verfügung. Der Antrag könne, wenn er sich noch nicht erledigt haben sollte, beraten werden. Briel: »Wir stehen jedoch zu unserem Wort und werden die Mieter nicht hängen lassen.«

Jürgen Pfannkuchen (parteilos), der Vorsitzende der Gemeindevertretung, weist darauf hin, prinzipiell gelte, jeder Antragsteller habe das Recht, dass über seinen Antrag entschieden wird.

Anträge sollten im Ausschuss bleiben

Die beiden Anträge der SPD seien in der Sitzung des Bauausschusses im Februar 2016 beraten worden mit der Entscheidung, dass sie im Ausschuss verbleiben sollen. In der Sitzung der Gemeindevertretung im Februar 2016 seien die Anträge der SPD in eine Vorlage des Gemeindevorstandes integriert worden. Das Protokoll erweist, dass die Prüfung einer Bebauung des Taunusrings 2 beschlossen wurde. In den Jahren 2016, 2017 und 2018 befänden sich sowohl im Bauausschuss als auch in der Gemeindevertretung keine weiteren Beratungsbeiträge zu den Anträgen.

Bürgermeister Adrian Roskoni (parteilos) meint dazu: Es gebe kein standardisiertes Verfahren für alte Anträge. Sinnvollerweise müsse man von Zeit zu Zeit die herumliegenden Anträge durchschauen.

Hinkelmann fasst sein Anliegen zusammen: »Der Abriss des maroden, über 50 Jahre alten, mit Investitionsstau behafteten Gebäudes Taunusring 2 ist in unseren Anträgen zweitrangig, es wäre aber sinnvoll, wenn ein neues barrierefreies Niedrigenergiehaus nach unseren Vorstellungen gebaut würde. Die Hessenkasse-Mittel von 280 000 Euro sind in dem neuen Haus besser und sinnvoller investiert.«

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