Jürgen Schweitzer und Frank Ewald (beide CDU), Stefanie Breidenbach, Markus Breidenbach und Johannes Breidenbach (von links). FOTO: PM
+
Jürgen Schweitzer und Frank Ewald (beide CDU), Stefanie Breidenbach, Markus Breidenbach und Johannes Breidenbach (von links). FOTO: PM

Lieferservice und "Gud Stubb" erweitert

  • vonred Redaktion
    schließen

Wöllstadt(prw/pm). Eine der ersten Branchen, die in der Corona-Krise fast lahmgelegt wurde, ist die Event- und Cateringbranche. Um Existenzen zu sichern, müssen neue Geschäftsideen entwickelt werden. Ein Beispiel, wie kreativ gerade mittelständische Unternehmen sein können, zeigt der Wöllstädter Caterevent Service Breidenbach. Die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und auch die Wöllstädter CDU-Fraktion waren jeweils separat zum Gespräch vor Ort.

"Wenn man zurückdenkt, so haben wir eigentlich bis März dieses Jahres im Paradies gelebt, oder wie der Volksmund so schön sagt ›wie die Made im Speck‹." So beschreibt Markus Breidenbach sein Unternehmen vor der Corona-Krise. Ob Hochzeiten, Konfirmationen oder Messen, der Caterevent Service Breidenbach konnte sich nicht über mangelnde Aufträge beschweren. Ab März änderte sich dies schlagartig. Mit Schließung der Schulen und Kindergärten fiel die Belieferung komplett weg. Löhne konnten nicht mehr ausgezahlt werden und Kurzarbeit war nun angesagt. Eine finanzielle Unterstützung - auch Fehlanzeige. Das Loch in der Kasse dafür umso größer. Umdenken war jetzt im Familienunternehmen angesagt. "Wir haben als ersten Schritt unseren Lieferservice ausgebaut. In Absprache haben wir auch an Quarantäne-Haushalte geliefert." Um dies in Zeiten von Kurzarbeit bewerkstelligen zu können, hilft die ganze Familie bei den Auslieferungen mit. "Eine Herausforderung war für uns aber auch das Verpacken des Essens. Darauf mussten wir uns auch umstellen. Zwei Mitarbeiter machen derzeit nichts anderes, als Lunchpakete zu verpacken." Die Zeit wurde aber auch für Umbaumaßnahmen genutzt. Die "Gud Stubb" hat die Familie erweitert, damit Gäste mit genügend Abstand voneinander essen können.

"Es ist wirklich sehr bewundernswert zu sehen, wie gerade kleine, mittelständische Unternehmen sich innerhalb kürzester Zeit in der Krisenzeit umstrukturiert haben. Hier sieht man die Stärke des Mittelstandes", lobte Becker-Bösch. "Es muss allen bewusst sein, dass mittelständische Unternehmen entscheidend für das Wachstum und den Wohlstand unserer Region sind."

Im Rahmen einer Fraktionssitzung waren die Wöllstädter Christdemokraten kürzlich ebenfalls bei Breidenbach zu Gast. "Auch mit Abstand finden wir hier alle Platz und müssen nicht in der Römerhalle oder im Bürgerhaus tagen", sagte der CDU Vorsitzende Jürgen Schweitzer. So könne man vermeiden, dass Sitzungen mit den angestammten Übungsstunden der Vereine kollidierten. Breitenbach erläuterte die coronabedingten Veränderungen in seinem Betrieb. Nun könnten unter den aktuellen Abstands- und Hygieneregeln bis zu 16 Personen gleichzeitig bewirtet werden. Vorher seien es nur maximal acht gewesen. Neben Mittagstisch von Dienstag bis Freitag, Belieferung von Kindergärten und Schulen sei auch Catering für private Feste oder Firmenfeiern ein wichtiges Standbein. Caterevent setze dabei konsequent auf regionale, frisch zubereitete Produkte. Zunehmend würden dabei auch Produkte aus eigener Herstellung verwendet.

Der Besuch von Caterevent ist für die Christdemokraten der Start einer Reihe, bei der man sich intensiv mit Wöllstädter Gewerbebetrieben vor Ort austauschen möchte. "Wir wollen Anregungen und Kritik, aber auch Verbesserungsvorschläge aufnehmen. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, wie die Gemeinde Wöllstadt unsere Gewerbetreibenden noch besser unterstützen kann", unterstrich Jürgen Schweitzer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare