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Langjährige Haftstrafen für Tankstellenräuber

Wetteraukreis (son). Weil sie innerhalb von knapp sechs Wochen sieben schwere Raubüberfälle (und einen versuchten) auf Tankstellen im Kreis Gießen und im Wetteraukreis begangen hatten, müssen nun beide Täter für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Die Vorsitzende der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Gießen, Richterin Regine Enders-Kunze, verurteilte den 39-jährigen Butzbacher zu einer Haftstrafe in Höhe von acht Jahren und zwei Monaten. Der 31-jährige Mittäter aus Bad Nauheim, der an fünf Raubüberfällen – wenn auch als passiver Part – beteiligt war, erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten.

Die Strafkammer blieb bei ihrem Urteil im unteren Rahmen des Strafmaßes, das für mehrfachen schweren Raub vorgesehen ist – obwohl hier kein minderschwerer Fall vorlag, denn die Täter traten bei ihren Überfällen in Wöllstadt, Friedberg, Florstadt sowie im Kreis Gießen immer zu zweit auf, und einer trug sichtbar eine Schreckschusspistole.

Doch sprachen einige Aspekte zugunsten der Angeklagten. Diese Gesichtspunkte wurden sowohl im Plädoyer von Staatsanwalt Wenzel, als auch in den Fürsprachen der Rechtsanwälte deutlich zum Ausdruck gebracht. Den Angeklagten zugute kam beispielsweise, dass beide nie zuvor straffällig geworden waren. Umso erstaunlicher sei, mit welcher "engen Taktung", die beiden Männer "aus dem Nichts heraus", die Raubüberfälle begangen hatten, sagte Richterin Enders-Kunze.

"Sie sind in die Tankstellen marschiert, um sich zu bedienen, wie andere Leute einkaufen gehen."

Die Geständnisse, besonders das frühe Geständnis des 31-jährigen Bad Nauheimers, seien ebenfalls positiv zu werten. Glücklicherweise hätten auch alle betroffenen Tankstellenmitarbeiter die Raubüberfälle recht gut verarbeitet, wie Staatsanwalt Wenzel in der Verhandlung sagte. Auch der finanzielle Schaden (knapp 8000 Euro) halte sich in Grenzen.

Die höhere Haftstrafe für den 39-jährigen Butzbacher ergibt sich daraus, dass er nach Ansicht des Gerichts der aktive Part bei den Überfällen und auch der Träger der Waffe gewesen war. Der 31-Jährige dagegen habe sich zwar stets passiv verhalten, durch seine Anwesenheit aber das Bedrohungsszenario verstärkt. Beide Verurteilten müssen sich vor Antritt der Haft einer längeren Entziehungskur unterziehen, denn besonders bei dem 39-Jährigen sei seine nicht behandelte Alkohol-, Drogen- und Spielsucht als Triebfeder für die Straftaten zu werten.

In sechs Wochen sieben Tankstellen überfallen Tankstellen-Überfälle: Räuberduo ist gefasst

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