Kita-Personal dringend gesucht

  • VonJürgen W. Niehoff
    schließen

Wöllstadt (jwn). Die Kinderbetreuung in den beiden gemeindeeigenen Kitas scheint zu einem der größten Sorgenkinder in der Gemeinde heranzuwachsen. Das wurde am Mittwoch bei der Gemeindevertretersitzung in der Römerhalle Ober-Wöllstadt deutlich.

CDU und FWG hatten jeweils einen Dringlichkeitsantrag zur Betreuung in den Kitas »Abenteuerland« und »Wichtelburg« gestellt. Krankheits-, aber auch coronabedingt müssen dort seit einiger Zeit die Betreuungszeiten reduziert bzw. die Einrichtungen tageweise sogar ganz geschlossen werden, wie Bürgermeister Adrian Roskoni (parteilos) einräumte.

Während die FWG in ihrem Antrag die Einrichtung eines Runden Tisches mit Elternbeiräten, Kita-Leitung, Gemeindevorstand und Sozialausschussmitgliedern forderte, drängte die CDU in ihrem Antrag auf schnelles Handeln. Sie schlug beispielsweise den Aushang an den nahe gelegenen Universitäten vor, um studentische Hilfskräfte anzuheuern, das Kontaktieren von Leiharbeitsfirmen oder die vorübergehende Ausleihe von Erzieherinnen von benachbarten Gemeinden.

Zwei Hilfskräfte

»Wir als Gemeinde haben bisher schon alles Mögliche unternommen, aber die Personalnot in diesem Bereich ist riesengroß«, berichtete Roskoni im Laufe der Debatte. Er konnte aber schon erste Erfolge vorwiesen, denn ab Oktober beginnen zwei zusätzliche Hilfskräfte in den Kitas.

Bei beiden Anträgen wurde zunächst einstimmig die Dringlichkeit befürwortet und später auch den Anträgen selbst zugestimmt, da das Ziel in beiden Fällen dasselbe ist: eine gut funktionierende Kinderbetreuung; nur der Weg dahin unterscheidet sich.

Ebenso einvernehmlich passiert der Antrag auf Änderung der Feldwegesatzung aus dem Jahr 1989 das Gremium. Zuvor hatte der Bürgermeister auf die Frage der CDU, wer denn die neuen Regeln kontrolliere, mitgeteilt, dass das Ordnungsamt in Kürze Verstärkung erhalten werde, die dann auch Verstößen nachgehen könne.

Angeregter wurde die Debatte beim FWG-Antrag zur Flächenentwicklung »Im krummen Gewann«. Die FWG möchte dort eine Entwicklung zum Wohngebiet mit bezahlbaren Wohnraum und einem zusätzlichen Ärztehaus vorantreiben. Die CDU begrüßte zwar ebenfalls die Schaffung neuen Wohnraums und auch den Bau eines Ärztehauses - »aber bitte doch nicht auf einer Streuobstwiese«, sagte Fraktionschef Oliver Kröker. Es stehe genug Fläche innerorts zur Verfügung, und es gehe auch darum, den Bestand zu erhalten. »Außerdem kann da sofort gebaut werden, während auf die Baugenehmigung auf einer Streuobstwiese eineinhalb bis zwei Jahre gewartet werden muss«, argumentierte Kröker weiter. Der Antrag wurde bei Gegenstimmen der CDU auch nur von der Mehrheit von FWG und SPD angenommen.

Kontrovers ging es auch bei den Anträgen von FWG und CDU zum Klimaschutz zu. Einig waren sich wiederum beide Fraktionen darin, dass dringend etwas für den Klimaschutz getan werden müsse. Die CDU aber wollte zunächst, bevor Maßnahmen ergriffen werden, einen Klimaschutzexperten vorschalten. »Wir sind doch alles Laien auf diesem Gebiet. Deshalb brauchen wir erst einmal Sachverstand«, sagte CDU-Sprecher Mike Rinker. Die FWG hingegen forderte die Schaffung eines »Grünen Tisches«, an dem Bürger, Verbandsvertreter sowie Land- und Forstwirte ein kommunales Klimaschutzkonzept entwickeln sollten. Ein Experte könne dabei immer noch hinzugezogen werden. Während der Wunsch der CDU auf Zusammenlegung der beiden Anträge abgelehnt wurde, erhielt der FWG-Antrag schließlich eine klare Mehrheit.

Kein Tempolimit

Auch mit ihrem Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h zwischen den beiden Ortsteilen unterlag die CDU. Laut Roskoni ist die übergeordnete Verkehrsbehörde mit diesem Schritt nicht einverstanden, weil dafür ein triftiger Grund fehle. Dem FWG-Änderungsantrag, deswegen erst eine Geschwindigkeitsmessung durchführen zu lassen und dann den Antrag bei der Verkehrsbehörde erneut stellen zu wollen, wurde einmütig zugestimmt.

Die restlichen 18 Anträge und Anfragen, die auf der Tagesordnung standen, aber auch Zeitgründen nicht mehr besprochen werden konnten, sollen in einer Sondersitzung der Gemeindevertretung im Oktober behandelt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare