Neuer Hilfspolizist

Ab jetzt gibt’s Knöllchen in Wöllstadt

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Premiere in Wöllstadt: Ab sofort vergibt Hilfspolizist Markus Benz Knöllchen an Falschparker und andere Verkehrssünder. Er hat auch schon erste Problemstellen ausgemacht.

Knapp 100 "Gelbe Karten" hat er gedruckt. Die meisten der Zettel, auf denen die Gemeinde Wöllstadt Falschparker darauf aufmerksam macht, dass sie bald echte Knöllchen bekommen, hat Markus Benz bereits verteilt. Der 46-Jährige ist der neue Hilfspolizist in Wöllstadt. Vergangene Woche hat er seinen Dienst aufgenommen.

Für Benz war es ein Glücksfall, dass das Parlament beschlossen hatte, eine zusätzliche Stelle im Ordnungsamt zu schaffen. Schließlich ist er gebürtiger Wöllstädter. Der 46-Jährige war zuvor über einen externen Dienstleister als Leiharbeiter für die Stadt Gießen tätig. Auch in Frankfurt und Wiesbaden hat er schon Knöllchen verteilt. "Da ging es letztlich darum, so viele wie möglich aufzuschreiben", räumt Benz ein. Das sei in Wöllstadt anders. "Hier wird nicht gleich scharf geschossen." Er wolle vor allem Präsenz zeigen und die Autofahrer erziehen. Mit Worten könne man viele Probleme lösen und deeskalierend wirken. Seine Schlagfertigkeit und das "Gefühl für die Straße" werden ihm dabei helfen, ist sich der passionierte Schachspieler sicher.

Roskoni erwartet Beschwerden

Bürgermeister Adrian Roskoni weiß, dass Benz eine wichtige Rolle zukommt. Ein Hilfspolizist, der fast täglich auf der Straße sei, werde nicht selten zur "mobilen Bürgersprechstunde". Der Job bewirke aber sicher nicht nur Gegenliebe. "Bisher habe ich immer Anrufe bekommen, dass zu wenig kontrolliert wird. Jetzt warte ich auf die Beschwerden, dass kontrolliert wird."

Zuletzt hatte es immer wieder Ärger wegen des Verkehrs in Wöllstadt gegeben. Etwa im Taunusring oder in der Feldbergstraße, wo Anwohner über Raser und Schwerlastverkehr klagten. Benz will in Zukunft ein Auge darauf haben, dass die "Anlieger frei"-Schilder nicht mehr ignoriert werden.

Erste "neuralgische Punkte" hat der Ordnungspolizist bereits ausgemacht: "In der Lindenstraße wird wild geparkt. Da versperren die Autos dem Bus den Weg." Hier habe er bereits mehrere "Gelbe Karten" an die Windschutzscheiben helften müssen.

Neben dem Einsatz des mobilen Blitzers (nur auf Gemeindestraßen; auf B 3 und B 45 blitzt die Polizei) und der Kontrolle des ruhenden Verkehrs will Benz auch auf andere Dinge im Straßenverkehr achten. Etwa, ob Schilder korrekt angebracht oder die Schulwege sicher sind. Ein Gespräch mit der Schulleitung stehe nächste Woche an.

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Oft zu unregelmäßig

Die drei Fraktionen im Wöllstädter Gemeindeparlament hatten sich gemeinsam dafür ausgesprochen, eine zusätzliche Stelle im Ordnungsamt zu schaffen. Zwar gibt es seit 2014 einen gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk mit Rosbach; dass die Kontrolleure wie verabredet mindestens einmal in der Woche in Wöllstadt zugange sind, habe aber zuletzt nicht immer geklappt, räumt Bürgermeister Adrian Roskoni ein. Die interkommunale Kooperation will die Gemeinde trotz der neuen Stelle weiterführen. Hilfspolizist Markus Benz werde aber nur in Ausnahmefällen in Rosbach tätig werden, betont der Rathauschef. 

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