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CDU zum Rückbau der B 3: Da wäre mehr drin gewesen

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Von: David Heßler

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Die Arbeiten in der Gießener Straße sollen bald beendet sein. So ganz zufrieden mit dem Rückbau der Bundesstraße ist man in Wöllstadt aber nicht. © pv

Mitte Dezember soll der Verkehr auf der ehemaligen B 3, der Gießener Straße in Ober-Wöllstadt, wieder freigegeben werden. Die CDU sieht eine Menge verpasster Chancen beim Rückbau - was Bürgermeister Adrian Roskoni nicht nachvollziehen kann.

Seit März 2021 ist Ober-Wöllstadt von Friedberg aus nur über die Ortsumgehung und die Kreisstraße 11 aus Richtung Rosbach erreichbar. Bis Ende des Jahres aber soll auch der letzte Abschnitt der ehemaligen B 3 im Gemeindegebiet zurückgebaut sein. Im Zuge der Sanierung der Gießener Straße waren auch die Kanäle und Trinkwasserleitungen komplett erneuert worden. Zudem wurden Glasfaserleitungen verlegt.

Zufrieden ist die CDU dennoch nicht: In einer Pressemitteilung, die nach einer Ortsbegehung der Unionsvertreter versandt wurde, heißt es, die Chance auf einen verkehrsberuhigten Umbau der Ortseinfahrt aus Richtung Friedberg sei verpasst worden. »Da wäre mehr drin gewesen«, wird Jürgen Pfannkuchen zitiert. Man hätte sich gewünscht, dass »zumindest im Zuge der Bauausführung noch das eine oder andere Detail ergänzt worden wäre«.

Nach der Umwidmung zu einer Kreisstraße seien zwar »endlich« die dringenden Sanierungen vorgenommen worden, doch hätten sich viele Vorschläge zur Verkehrsberuhigung wegen entgegenstehender gesetzlicher Regelungen und der Enge der Straße nicht umsetzen lassen. »Der Einspruch einer Anwohnerin verhinderte zudem den Bau von zwei effizienten Engstellen«, erinnert Oliver Kröker. An vielen Stellen geblieben seien die extrem schmalen Bürgersteige. »Bei teilweise nur 50 Zentimetern Breite kann da niemand laufen«, sagt Markus Breidenbach. Um einigermaßen sicher die Gießener Straße entlanggehen zu können, wäre ein Zick-Zack-Kurs mit ständigem Wechsel von einer auf die andere Straßenseite nötig. »Das ist vor allem für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Kinderwagen eine Gefährdung.«

»Wir hätten uns auch manches anders gewünscht, aber haben das Maximale herausgeholt«, verteidigt Bürgermeister Roskoni (parteilos) das Vorgehen der Verwaltung. Er erinnert an »harte Kämpfe« mit Hessen Mobil. Die Landesverkehrsbehörde habe darauf gepocht, dass die Straße sechs Meter breit sein müsse. »Die Hauswände können wir leider nicht nach hinten schieben«, sagt er zu den schmalen Gehwegen. Immerhin habe man an relevanten Stellen barrierefreie Übergänge geschaffen.

Wunsch nach Blitzer vor Schule

Für Lkw-Fahrverbote und Tempo 30, wie es die CDU fordert, gebe es bedauerlicherweise hohe Hürden. Zur Dokumentation des Verkehrs werde man nach der Freigabe eine Blackbox zur Verkehrszählung aufstellen. Gut vorstellen kann sich auch der Bürgermeister die Aufstellung eines stationären Blitzers, etwa an der Schule. Im neuen Ordnungsbehördenbezirk mit Karben werde man das besprechen.

Zur CDU-Kritik, an Stellen mit überbreiten Bürgersteigen gebe es keine Hinweise auf Parkplätze, verweist der Bürgermeister auf (zu) lange Wartezeiten für Anthrazit-Pflaster, die man daher nicht verwendet habe. Es würden bald aber noch Parkplätze ausgewiesen.

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