Jürgen Pfannkuchen
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Jürgen Pfannkuchen

Gewerbesteuer eingebrochen

  • vonUdo Dickenberger
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Wöllstadt (udo). Die Corona-Pandemie wird ein größeres Loch in den Wöllstädter Haushalt reißen. Wie der Vorsitzende der Gemeindevertreterversammlung, Jürgen Pfannkuchen (CDU), auf WZ-Anfrage mitteilte, besagen aktuelle Zahlen einen Rückgang der Gewerbesteuer um 21,7 Prozent. Zu rechnen sei mit Mindereinnahmen von etwa 300 000 Euro pro Jahr.

Wie ein angekündigter finanzieller Ausgleich durch die Landesregierung aussehen könne, sei nicht abschätzbar. Wöllstadt sei abhängig von der Einkommensteuer, bei der die Zahlen noch unbekannt seien.

Er sehe drei Möglichkeiten zur Kompensation: »Geplante Ausgaben für Investitionen zeitlich verschieben, Kosten reduzieren oder Steuern erhöhen.« Letzteres werde mit der CDU-Fraktion nicht möglich sein. Auch Geld aufzunehmen und damit den Schuldenstand zu erhöhen, dürfe nicht das erklärte Ziel sein. Als Sofortmaßnahme werde sich der Haupt- und Finanzausschuss nochmals kritisch die Ausgabensituation anschauen und auch jeden neuen Antrag auf Notwendigkeit und Dringlichkeit prüfen. Pfannkuchens Fazit: »Wir werden gezwungen sein, auch die ein oder andere unliebsame Entscheidung zu treffen.« Es gebe einen engen und guten Informationsaustausch mit Bürgermeister Adrian Roskoni, um rechtzeitig gegenzusteuern. Solide Haushaltsführung stehe an oberster Stelle.

In Wöllstadt war zu Beginn der Krise der Haushalt für 2020 bereits beschlossen, in anderen Städten und Gemeinden nicht. Weil die Römerhalle groß genug ist, kann die Gemeindevertretung, die aus 31 Mitgliedern besteht, zusammen tagen. Laut Pfannkuchen plant die Kommune wieder normale Ausschuss- und Gemeindevertretersitzungen nach den Sommerferien. Auch der Arbeitskreis »Gedenktafel ›Wider das Vergessen‹« werde bereits im August mit einer nicht öffentlichen Runde starten. Fraktionssitzungen fänden weiterhin statt. Es blieben derzeit, soweit er sehen könne, keine Dinge liegen, die ohne Krise bewältigt werden könnten. Bis auf zwei Anträge der CDU-Fraktion seien alle Anträge in Bearbeitung, entweder im Ausschuss oder zur Abarbeitung im Gemeindevorstand. Beide CDU-Anträge seien auf Wunsch der Fraktion erstmals zurückgestellt worden. FOTO: UDO

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