Echte Fußarbeit

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Beim Rosenmontagsball der Ober-Wöllstädter Landfrauen wechselten sich Auftritte auf der Bühne mit Star-Imitationen des Moderators Harry Delor miteinander ab. Von Elvis Presley bis Udo Lindenberg hatte er zahlreiche Pop-Größen im Programm. Auch die Stimmen und den Redegestus von Willy Brandt und Gerhard Schröder beherrschte er perfekt. Aufmunternd blinkten die roten Leuchten der drei Windräder durch die Fenster der Römerhalle. Steffen Lughammer musizierte.

Beim Rosenmontagsball der Ober-Wöllstädter Landfrauen wechselten sich Auftritte auf der Bühne mit Star-Imitationen des Moderators Harry Delor miteinander ab. Von Elvis Presley bis Udo Lindenberg hatte er zahlreiche Pop-Größen im Programm. Auch die Stimmen und den Redegestus von Willy Brandt und Gerhard Schröder beherrschte er perfekt. Aufmunternd blinkten die roten Leuchten der drei Windräder durch die Fenster der Römerhalle. Steffen Lughammer musizierte.

Vom "Schotten"-Tanz im Kilt und mit Dudelsack des neuen Männerballetts des Wöllschter Narren-Club abgesehen, wurden alle Darbietungen von Mitgliederinnen des Landfrauen-Vereins bestritten. In der Playback-Show "Roy Black und Anita" trat neben Judith Weilbächer auch Johanna Laugwitz, das jüngste Mitglied, auf. "Acht Jahre alt und seit acht Jahren dabei", versicherte Büttenschieber Norbert Weilbächer.

Schunkelrunden bereiteten auf das Programm vor. Die Vorsitzende Judith Weilbächer begrüßte das Publikum und verhieß heitere Stunden. Harry Delor eröffnete den Abend mit Anekdoten und sang "What a wonderful world" von Louis Armstrong. Judith Weilbächer kam als geplagter "Bänker" und berichtete vom undurchsichtigen Börsengeschehen. Vielfache Missstände kamen aufs Tapet. Die Kunden bekämen keine Zinsen mehr, damit in den Bankhochhäusern weiter die Korken knallen könnten.

Harry Delor überzeugte immer neu und trug Schlager zahlreicher Stars vor. Maria Schmidt kam als "Dolle", widmete sich der Faschingszeit und ließ anhand ihrer närrischen Biografie den Karneval hochleben. Der Rest des Jahres sei völlig unerheblich. Im Karneval würden hingegen schon beim Frühstück Büttenreden gehalten. Die Kleinkinder würden mit Stimmungsliedern eingelullt und am Schlafanzug hingen die Orden, die bei jeder Wendung im Bett zu pieken begännen. Die Landfrauen zeigten ihr "Knie-Ballett", bei dem sie hinter einem Vorhang steckten und nur die als Gardemädchen verkleideten Füße zu sehen waren.

Maria Kück blickte als "Spätes Mädchen" auf ihre verschärfte Männersuche zurück. Kein brauchbarer Mann stehe mehr auf die "Reifen". Nur die Greise würfen begehrliche Blicke auf sie. Der Herbst sei die Jahreszeit der Ernte, in der die Vulkane zum Ausbruch kämen, aber man müsse aufpassen, um nicht auch hier wieder zu kurz zu kommen. Die Ratschläge der Mutter hätten sich nie bewährt und letztlich sogar in die ganze Bredouille hineingeführt. Die meisten Männer wollten nur "Schweinereien", nämlich Koteletts und Schnitzel. Der tägliche Einkauf eröffne Möglichkeiten, nach Männern zu jagen, aber es käme meistens nichts dabei heraus. Besonders in der Sauna und im Hallenbad lief grundsätzlich immer alles verkehrt.

Die Formation "Happy feet" tanzte "Rockebilly" zu Hits aus den 50er Jahren und hatte die passenden blumigen blauweißen Röckchen an. Die Rock’n’Roll-Retrospektive bestach durch Harmonie, Stimmigkeit und Drive. Ein Sketch gestaltete den "Pflegenotstand im Seniorenheim". In Ermangelung von willigen Helfern musste alles paramilitärisch durchorganisiert werden und nur der martialische Trillerpfeifenpfiff zählte. In einer schönen kameradschaftlichen Art und Weise wurde derselbe verjährte Waschlappen der Reihe nach von allen nacheinander benutzt.

Sophie Brauburger kam als Skifahrerin und wurde mit den passenden Klängen von Wolfgang Ambros begrüßt. Vielfältige Anbahnungsversuche wurden unternommen und mehrere arglose Touristen auf der Piste zugrunde gefahren. Am Ende wurde noch schwer verletzt, aber durchaus glücklich die Sprungschanze absolviert. Zum Abschluss tanzten die Landfrauen unter dem Applaus des Publikums "Herzhaft, aber deftig" und feierten das Dorf- und das Bergleben.

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