Blick in die Wöllstädter Glaskugel

  • VonUdo Dickenberger
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Wöllstadt (udo). Wird weiter geimpft, könnten bald »normale« Zustände herrschen. Wie bereiten die Parteien in dieser Situation den Bundestagswahlkampf vor?

Sollten es die Umstände zulassen, werde die SPD einen konventionellen Wahlkampf führen, kündigt Sozialdemokrat Bernd Hinkelmann an. Ob Veranstaltungen mit Reden stattfinden, werde mit dem SPD-Unterbezirk abgestimmt. Alternativ wolle man sich auf schriftliche Informationen und Videositzungen konzentrieren. Erfahrungsgemäß würden sich die jüngsten Wahlergebnisse, der Verlust der absoluten Mehrheit der CDU und die neuen Mehrheitsverhältnisse in der Gemeindevertretung, nicht unbedingt auf den Bundestagswahlkampf auswirken. In Wöllstadt stünden der Neubau des Rathauses, der Neubau der Sport- und Kulturhalle, die Zuwendungen der Hessenkasse-Mittel und insbesondere das Problem des Anwesens Taunusring 2 an. Die Unterbesetzung des Bauamtes müsse auch deswegen beseitigt werden. Freuen würde sich Hinkelmann, wenn Olaf Scholz Bundeskanzler würde. Er habe von allen drei Kandidaten das größte Know-how. Da die SPD derzeit geschlossen auftrete und auch eine gute Arbeit in der Regierung mache (Kindergelderhöhung, höherer Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung, Ende des Soli, Mindestlohn) würden die Umfragewerte bald nach oben gehen.

Bürgermeister Adrian Roskoni (parteilos) betont, er habe mit dem anstehenden Wahlkampf nicht viel zu tun und sei als teilnehmender Beobachter zu verstehen. Erste große Plakate seien angemeldet worden und träfen bald ein. Das Ergebnis der Kommunalwahl werde sich wohl weniger auswirken, glaubt der Bürgermeister. Die Frage sei, wie lange die positive Welle, auf welcher die Grünen schwämmen, anhalte.

Bianca Best ist die Fraktionsvorsitzende der FWG. »Wir wollen im Herbst die Themen Sporthalle, Bürgerhaus und Klimaschutz weiter voranbringen.« Ob sich die jüngeren Umwälzungen in der Heimatgemeinde auf den Bundestagswahlkampf auswirken, entschieden die Wählerinnen und Wähler. Als Wählergemeinschaft für Wöllstadt sei die FWG parteipolitisch ungebunden: »Bei uns sind alle demokratischen Strömungen vereint.« Die FWG konzentriere sich jedoch ausschließlich auf Wöllstadt.

Feuerbach hofft auf Söder

Heinz Feuerbach (CDU) ist Beigeordneter im Gemeindevorstand und Vereinsringchef in Ober-Wöllstadt. Für ihn sei der Bundestagswahlkampf kein Kernthema. Feuerbach denkt, man werde bis zum Jahresende und darüber hinaus mit dem Virus leben müssen. Der Wahlkampf werde sich daher auf Schriftliches, auf Videokonferenzen und vielleicht Straßenwahlkampf mit Abstand und mit Mundschutz zubewegen.

Auch er glaubt nicht, dass sich der Wahlkampf auf die Gemeinde auswirken werde. Die Themen in der Gemeinde seien andere als im Bund. Er hoffe nicht, dass Baerbock Kanzlerin wird, denn »Grün kostet den Mittelstand viel Geld«. Er hoffe, dass bis im September »noch etwas Entscheidendes passiert, damit der neue Bundeskanzler Söder heißt«.

CDU-Fraktionschef Oliver Kröker sagt, er persönlich nehme alles, »wie es kommt«, und versuche, das Beste daraus zu machen. Das gelte auch für die politische Arbeit: »Wir kümmern uns um die Menschen und Aufgaben hier in Wöllstadt, da gibt es wahrlich genug zu tun.« Über den Wahlkampf berate der CDU-Kreisverband.

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