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Vor einem schwierigen Jahr in der Baubranche: Erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch und Bürgermeister Eike See (rechts) waren kürzlich zu Besuch bei Rainer Lindt

Zurückhaltung bei Investitionen

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Wölfersheim (prw). Die Corona-Krise hat das gesamte Handwerk erfasst. Die wirtschaftlichen Einschnitte sind immens. Im Vergleich zu anderen Branchen stehen allerdings Bau- und Ausbaubetriebe noch gut da. Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch verschaffte sich kürzlich mit Bürgermeister Eike See einen Eindruck über die Lage beim Abbruchunternehmen ABC Lindt in Wölfersheim.

Seit über 30 Jahren ist Rainer Lindt mit seinem Abbruchunternehmen tätig. Abbruch, Demontage, Entkernung oder Kanalbau - das Leistungsspektrum ist breit und trotz aktueller Krise kann sich das Unternehmen nicht über mangelnde Aufträge beklagen.

»Die Auftragseingänge waren 2020 gut. Wir waren nicht so sehr vom Arbeitsstopp betroffen wie manch anderes Unternehmen. Die Arbeiten auf unseren Baustellen können wir momentan durchführen. Kurzarbeit war für uns bisher kein Thema. Die kleineren Einschränkungen durch die Corona-Auflagen, also die Vorgaben zu den Hygienemaßnahmen konnten wir auch problemlos umsetzen«, berichtet Lindt. Insgesamt verzeichnet die Baubranche trotz der Corona-Krise große Gewinne - zumindest im vergangenen Jahr.

Auftragsrückgang zu erwarten

Sowohl Erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch als auch Bürgermeister See betrachten die Situation für die Baubranche für das aktuelle Jahr nicht so optimistisch. »Für 2021 und auch 2022 müssen wir mit einer Stagnation in diesem Bereich rechnen. Die Aufträge im gewerblichen Bau werden sicherlich im aktuellen Jahr zurückgehen, da viele Unternehmen wegen der Corona-Krise mit dem Bau oder Umbau ihrer Bürogebäude zögern werden. Das wird sich aber erst in ein paar Monaten in den Betrieben niederschlagen. Die Menschen halten sich momentan mit Neuinvestitionen zurück. Das werden wir als Kommune auch deutlich zu spüren bekommen«, sagt See.

»Die Zahlen zeigen bereits jetzt, dass, während größere Bauunternehmen wie ABC Lindt noch gut aus dem letzten Jahr herausgekommen sind, unsere kleinen Handwerksbetriebe schon länger um ihre Existenz kämpfen«, schätzt Becker-Bösch dabei die Lage ein. Vor allem mit Materialengpässen sei zu rechnen. »Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien werden zu einem ernst zu nehmenden Problem für die Unternehmen, und das je länger der Lockdown dauert. Unsere Handwerksbetriebe und mittelständischen Unternehmen sind tragendes Gerüst unserer Wirtschaft. Wenn sie wegbrechen, dann fehlt der Unterbau unseres Mittelstandes.«

»In solch anspruchsvollen Zeiten ist es wichtiger denn je, dass sich die Unternehmen in der Wetterau auf die Politik vor Ort und auch im Kreis verlassen können. Hierzu ist gerade jetzt ein enger Austausch wichtig um stets zu wissen, wo in welcher Branche genau die Herausforderungen liegen«, so See und Becker-Bösch.

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