Die Wölfersheimer Kläranlage ist in den 60ern erbaut worden. Dort wird das Abwasser aus Wölfersheim und Södel geklärt - und fließt in den See. Das ist schädlich für die Gewässerqualität. Daher muss eine neue Lösung gefunden werden. Welche, das ist noch unklar. FOTO: NICI MERZ
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Die Wölfersheimer Kläranlage ist in den 60ern erbaut worden. Dort wird das Abwasser aus Wölfersheim und Södel geklärt - und fließt in den See. Das ist schädlich für die Gewässerqualität. Daher muss eine neue Lösung gefunden werden. Welche, das ist noch unklar. FOTO: NICI MERZ

Wohin mit dem Abwasser?

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Wölfersheim(sda). Soll die Kläranlage am Wölfersheimer See modernisiert werden? Oder sollen die Abwässer nach Utphe geleitet werden? Das ist nur eine der Entscheidungen, die von den Gemeindevertretern zum Thema Wölfersheimer See getroffen werden müssen. Oberstes Ziel, da sind sich alle Fraktionen im Gemeindeparlament einig, ist die Verbesserung der Wasserqualität des Sees. Klar ist inzwischen: Der jetzige Zulauf schadet dem See. Das geklärte Abwasser aus Södel und Wölfersheim wird über die gemeindeeigene Kläranlage in den See geleitet - und ist heute "der einzig nennenswerte Zulauf", wie es in der Beschlussvorlage heißt, die den Gemeindevertretern in ihrer Sitzung am Montagabend vorlag. Was auch in der Vorlage steht: Ein Biologe sei zu der Erkenntnis gekommen, "dass es besser wäre, überhaupt keinen Zufluss zu haben" als das geklärte Abwasser.

Deswegen müssen die Gemeindevertreter entscheiden: Wie soll die Situation verbessert werden - indem die Kläranlage modernisiert wird oder indem die Abwässer nach Utphe geleitet werden? Um das herauszufinden, soll auch die finanzielle Dimension der Vorhaben betrachtet werden. Vonseiten der Gemeinde heißt es: Um die Abwässer künftig in Utphe reinigen zu lassen, müssten gesamt etwa 3,6 Millionen Euro investiert werden.

Gewässertherapie für den See

Wie hoch die Kosten für eine Sanierung der Wölfersheimer Kläranlage seien, lasse sich noch nicht genau beziffern. Mit dem Beschluss von Montagabend soll nun ein finanzielles Gutachten in Auftrag gegeben werden. Dabei solle auch betrachtet werden, wie sich die Gebühren für die Wölfersheimer entwickeln werden.

Die Gemeindevertreter stimmten mehrheitlich dafür, ein Gutachten in Auftrag zu geben. Lediglich die zwei Grünen-Vertreter sprachen sich gegen den Punkt aus. Denn, sagt Michael Rückl von den Grünen: "Die Variante Wölfersheim ist keine, weil dadurch das Problem der Seebelastung nicht gelöst wird." Daher ergebe es nun keinen Sinn mehr, die finanzielle Seite zu betrachten. Es sei bereits klar, dass auch durch eine modernisierte Kläranlage zu viel Phosphat in den See gelange; die Wasserqualität könne also auf Dauer nur mit der Variante Utphe verbessert werden. Dementsprechend forderten die Grünen mit einem Gegenantrag, für Utphe zu stimmen. Dieser wurde jedoch von der Mehrheit abgelehnt.

Weitere Punkte aus der Beschlussvorlage wurden einstimmig angenommen: So wird ein neues Regenüberlaufbecken gebaut, um den See bei Starkregen besser zu schützen. Dafür werden 1,85 Millionen Euro investiert. Zudem wird eine sogenannte Gewässertherapie gestartet (dafür werden 350 000 Euro investiert). Damit wird das Büro Fluvalis beauftragt, das ebenfalls die Entwicklung der Wasserqualität durch regelmäßige Proben kontrollieren soll.

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