Mit der Zukunft der Wölfersheimer Kläranlage muss sich die Gemeindevertretung beschäftigen. Damit hängt auch die Qualität das Wassers im nahe gelegenen See zusammen. FOTO: PM
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Mit der Zukunft der Wölfersheimer Kläranlage muss sich die Gemeindevertretung beschäftigen. Damit hängt auch die Qualität das Wassers im nahe gelegenen See zusammen. FOTO: PM

Wohin mit den Abwässern?

  • vonred Redaktion
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Wölfersheim(pm). Soll die Kläranlage in Wölfersheim erhalten und modernisiert werden oder ist es sinnvoller, die Abwässer in eine andere Kläranlage zu pumpen? Diese und andere Fragen werden die Mitglieder der Gemeindevertretung in den nächsten Wochen beschäftigen. Auf der Tagesordnung ihrer Sitzung am heutigen Mittwoch, 30. September, um 20 Uhr in der Wetterauhalle steht eine breite Palette von Themen.

Einer der wohl umfangreichsten Punkte wäre eigentlich die Zukunft der Abwasserentsorgung und die Verbesserung der Wasserqualität des Wölfersheimer Sees. Mit seiner Sitzungseinladung schlägt Parlamentsvorsitzender Gerhard Weber aber bereits vor, das Thema ausführlich in einer gesonderten Sitzung zu beraten.

Der Wölfersheimer See hat sich von einem Tagebau über einen Kühlsee für das Kraftwerk hin zu einem sehr attraktiven Naherholungsareal entwickelt. "In jeder Phase seiner Existenz hat er für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde gute und wichtige Dienste geleistet", schreibt die Gemeindeverwaltung in einer Pressemitteilung.

Geklärtes Wasservom See fernhalten

Umso bedauerlicher sei die Tatsache, dass die Wasserqualität heute sehr schlecht ist. Während früher das Kühlwasser des Kraftwerkes für Umwälzung und Belüftung sorgte, sei heute der einzig nennenswerte Zulauf das geklärte Wasser der Wölfersheimer Kläranlage. Bei Starkregenereignissen fließe aber gelegentlich auch stark verdünntes ungeklärtes Abwasser in den See. Die regelmäßig von der Überwachungsbehörde überprüften Messwerte des geklärten Abwassers lägen stets innerhalb der erlaubten Parameter. Trotzdem stellt das geklärte Wasser als Zufluss für den Wölfersheimer See eine Belastung dar. In einem Gutachten dazu wird festgestellt,dass es besser wäre, überhaupt keinen Zufluss zu haben als diesen. Daher sei es für die Qualität des Wassers am Wölfersheimer See unabdingbar, das geklärte Abwasser vom See fernzuhalten.

Während das Abwasser von Wohnbach und Berstadt zur Kläranlage in Utphe und das Abwasser von Melbach zur Anlage in Florstadt gepumpt wird, landet in der gemeindeeigenen Anlage das Abwasser der Ortsteile Wölfersheim und Södel. Die Wölfersheimer Kläranlage wurde Ende der 1960er Jahre gebaut und Ende der 1980er Jahre umfangreich erweitert und modernisiert. Seither wird regelmäßig in die Instandhaltung investiert. Aufgrund der gestiegenen wasserbehördlichen Anforderungen und des Alters der Anlage stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Modernisierungen an. Es stellt sich zunächst die Frage, ob es sinnvoll ist, die Kläranlage zu modernisieren oder ob es technisch und wirtschaftlich sinnvoller wäre, die Anlage zu schließen und das Abwasser in der modernen und deutlich größeren Verbandskläranlage in Utphe reinigen zu lassen.

Investitionen in Millionenhöhe

Diese Fragestellung könne allerdings nicht isoliert betrachtet werden, denn sie habe direkte Folgen für den Wölfersheimer See: "Bei einer modernisierten Anlage am Standort wäre das Problem des geklärten Wassers weiterhin offen", heißt es in der Mitteilung weiter. Wie auch immer sich die Gemeindevertreter entscheiden, in jedem Fall stehen Investitionen in Millionenhöhe an.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt beschäftigt sich mit Fotovoltaik. Ein Unternehmen plant, in Berstadt auf zwei Flächen direkt an der Autobahn Solarparks zu errichten. Die Flächen befinden sich im Eigentum einer Privatperson. Um das Vorhaben zu realisieren, muss ein vorhabenbezogener Bebauungs- und Grünordnungsplan erstellt werden.

Des Weiteren beschäftigen sich die Kommunalpolitiker heute mit Anfragen, unter anderem zur Unterbringung von Flüchtlingen und zur Veranstaltungsreihe Sommer am See. Auch mehrere Anträge der Fraktionen stehen auf dem Programm. So werden sich die Parlamentarier mit der Ausarbeitung eines strategischen Konzepts zur Umstellung der Heizenergieversorgung der gemeindlichen Immobilien auf erneuerbare, klimaneutrale Energien beschäftigen und mit der Förderung der Installation von Balkon-Fotovoltaikanlagen. Ein weiterer Antrag beschäftigt sich mit der verstärkten Nutzung digitaler Möglichkeiten in der Parlamentsarbeit. Außerdem geht es um einen Sachstandsbericht zur Flüchtlingsarbeit sowie eine Halte- und Parkverbotszone im Bereich der Hauptstraße/Rathausgasse, damit Landwirte dort besser fahren können und der Schulweg sicherer wird.

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