Da die Fläche, auf die Rewe ein Logistikzentrum bauen möchte, um 3,6 Hektar verkleinert worden ist, muss der Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt werden. Dadurch ist es wieder möglich, Einwendungen gegen das Vorhaben einzureichen. Dazu ruft die BI "Bürger für Boden" nun auf.
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Da die Fläche, auf die Rewe ein Logistikzentrum bauen möchte, um 3,6 Hektar verkleinert worden ist, muss der Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt werden. Dadurch ist es wieder möglich, Einwendungen gegen das Vorhaben einzureichen. Dazu ruft die BI »Bürger für Boden« nun auf.

Bebauungsplan

Rewe Logistikzentrum: BI mobilisiert erneut

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Da die Fläche, auf die Rewe bei Berstadt ein Logistikzentrum bauen will, verkleinert werden muss, liegt der Bebauungsplan wieder öffentlich aus. Die BI »Bürger für Boden« ruft zu Einwendungen auf.

Im Grunde waren alle politischen Entscheidungen getroffen, doch dann gab es noch eine Änderung: Die Fläche bei Berstadt, auf die Rewe ein Logistikzentrum bauen will, ist Ende 2019 verkleinert worden. Im östlichen Teil fallen 3,6 Hektar weg - aus den geplanten 30 werden dadurch 26,4 Hektar. Auf der betroffenen Fläche sollte ein Regenrückhaltebecken gebaut werden, das nun an eine andere Stelle kommen soll. Diese Änderung macht es nötig, dass der Bebauungsplan zu dem Logistikzentrum ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt werden muss. Die Phase der Offenlegung ist nun allerdings wegen des Coronavirus und der damit einhergehenden Rathaus-Schließung unterbrochen worden (siehe Kasten).

Unabhängig davon ruft die BI »Bürger für Boden« mit einer Pressemitteilung erneut dazu auf, Stellungnahmen gegen den Bau des Logistikzentrums einzureichen. Es heißt in der Mitteilung: »Die Verkleinerung des Areals für das geplante Rewe-Logistikzentrum hat eine erneute Offenlage mit angepassten Gutachten und Planungsunterlagen zur Folge. Die BI wertet die Verkleinerung des Areals grundsätzlich als Teilerfolg« - und weist darauf hin, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, NABU und BI wieder eine Mustereinwendung zur Verfügung stellen.

Rewe Logistikzentrum: Kritik: Amazon wird nicht berücksichtigt

In der BI-Pressemitteilung heißt es weiter: »Auch dieses Mal haben wir die Gutachten und Planungsunterlagen sorgfältig gelesen und kommen erneut zu dem Schluss, dass der Bebauungsplan grundlegend abzulehnen ist. Im Wesentlichen handelt es sich um geringfügige Nachbesserungen zu den bereits bekannten Unterlagen.« Die erneute Offenlage berücksichtige wiederholt vorangegangene Einwendungen nicht angemessen - »zum Beispiel die der Dezernate des RP Darmstadt und des Wetteraukreises, die auf erhebliche und grundlegende Planungsmängel hinweisen«.

Die BI-Mitglieder kritisieren zudem, dass in den neuen Unterlagen nicht das geplante Amazon-Verteilzentrum berücksichtigt sei, das in Grund-Schwalheim gebaut werden soll (hinsichtlich seines Einflusses auf Verkehr, Schall, Natur- und Artenschutz).

Darauf, dass die BI eine Pressemitteilung verfasst hat, hat der Wölfersheimer Bürgermeister Eike See ebenfalls mit einer Mitteilung an die Presse reagiert. Er kommentiert darin den Aufruf mit folgenden Worten: »In der aktuellen hoch dynamischen, neuen und für alle Menschen mit großen Einschnitten verbundenen Situation aufgrund des Coronavirus zeigt sich sehr deutlich, wie wichtig eine gut funktionierende Lebensmittelversorgung ist. Wenn ein Unternehmen wie Rewe erkennt, dass es für die Zukunft notwendig ist, seine Infrastruktur zu modernisieren, um die Lebensmittelversorgung für die Bevölkerung am Laufen zu halten und Arbeitsplätze zu sichern, sollte man in meinen Augen dafür dankbar sein und nicht versuchen, solche für alle Menschen wichtigen Projekte zu torpedieren.« Den »organisierten Widerstand« rund um Michael Rückl (Grüne) und Christa Degkwitz (BI-Sprecherin) »gegen die Ansiedlung des zweitgrößten hessischen Arbeitgebers mit 550 Arbeitsplätzen und 20 Ausbildungsplätzen, direkt an der A45« halte er »gerade in der momentanen Situation für nicht angebracht und zeitgemäß«.

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