Die Saatgutmischung enthält heimische Wildblumen wie Kornblume, Kornrade, Malve. FOTO: PV

»Wölfersheim blüht auf«

Wölfersheim (pm). Vielerorts ist das Nahrungsangebot für Wild- und Honigbienen sowie für Schmetterlinge nicht ausreichend. Allzu oft bestimmen Steingärten und eintönige Grünflächen das Bild unserer Gemeinde. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die Gemeinde die Initiative »Wölfersheim blüht auf« ins Leben gerufen, die seit Kurzem läuft und an der sich mehr Bürger als erwartet beteiligt haben.

Kleinteilige Blühflächen sind gerade für Wildbienen äußerst wichtig. Doch in vielen Vorgärten und auf öffentlichen Anlagen blüht es immer weniger. Die bequemen Mähroboter ziehen ihre Bahnen und halten Rasen so kurz und dicht, dass immer weniger Raum für Blumen bleibt, und pflegeleichte Schotterflächen verdrängen die Natur. Auch im öffentlichen Raum dominieren oftmals perfekt gemähte Rasenflächen. Mit der Aktion »Wölfersheim blüht auf« möchte die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen. Auch die Gemeindevertretung hat sich fraktionsübergreifend für das Anlegen von Blühwiesen ausgesprochen.

In den vergangenen Wochen haben die Mitarbeiter des Bauhofes an verschiedensten Stellen in der Gemeinde Blumenwiesen angelegt. Für die Arbeiten zeichnen sich hauptsächlich die beiden ausgebildeten Gärtner Silke Kasch-Ehrhardt und Markus Drießen verantwortlich. Inzwischen wurden mehrere Blühwiesen in allen Ortsteilen angelegt.

Auch Bürger sollten die Möglichkeit haben, von der Aktion zu profitieren. 60 Wölfersheimer Gartenliebhaber haben bei der Gemeinde Samen bestellt. Damit werden die 5 Kilogramm heimisches Saatgut auf einer Fläche von über 1600 Quadratmetern ausgesät. »Wir freuen uns über die große Nachfrage. Damit hätten wir nicht gerechnet. Leider gingen deshalb einige Bürger leer aus. Wir werden die Aktion im nächsten Jahr wiederholen. Dabei werden wir einen größeren Puffer einplanen und evtl. eine Vorbestellung ermöglichen«, sagt Klimaschutzmanager Markus Michel.

Mischung auf die Region abgestellt

Beim verwendeten Saatgut handelt es sich um eine spezielle Mischung, die für unsere Region konzipiert wurde. Sie ist nicht mit einem bunten Blumenbeet vergleichbar, sondern enthält heimische Wildblumen wie die Kornblume, Kornrade, Malve, Gewöhnliche Nachtviole, Gewöhnliche Schafgarbe, Weiße Lichtnelke oder, Moschus-Malve Rundblättriges Hasenohr und viele weitere. Insgesamt sind rund 50 verschiedene Sorten enthalten. Zunächst hatte man überlegt, Samentütchen an alle Haushalte zu verteilen, hat sich dann aber bewusst dagegen entschieden. »Eine Verteilung direkt an interessierte Bürger war hier zielführender, weil wir so sicherstellen können, dass das hochwertige Saatgut auch in die Erde kommt« sagt Michel. Die großen Säcke wurden entsprechend der Fläche abgewogen, in Papierumschläge gepackt und vom Auszubildenden Pascal Sonnleitner ausgefahren.

Für Bürger und Gemeinde bieten die Blühwiesen einen weiteren Vorteil. Sie sind wesentlich weniger pflegeintensiv. So werden in der Verwaltung Kosten reduziert.

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