Erfolgreiche Zwiebelzüchter (v. l.): Präsident Manfred Zerb, Jürgen Künze, Günther Schön, Gerhard Stoll. FOTO: PM
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Erfolgreiche Zwiebelzüchter (v. l.): Präsident Manfred Zerb, Jürgen Künze, Günther Schön, Gerhard Stoll. FOTO: PM

Widrigen Umständen getrotzt

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Wölfersheim(pm). Dieses Jahr war für den Berstädter Zwiebelzuchtverein mit großen Einschnitten versehen. Zunächst wurde die normalerweise Anfang März stattfindende Generalversammlung abgesagt. Höhepunkte des Vereinslebens sind die Vorbegehung im Juni sowie die Olympiade Ende September. Da dieses Jahr der BZV außerdem sein 50-jähriges Bestehen begeht, war eine kleine Feier geplant. Weil sich das weitere Geschehen, hinsichtlich Corona im Frühjahr noch nicht absehen ließ, hatte der Vorstand sich entschlossen, auch diese Veranstaltungen sicherheitshalber abzusagen. Das Jubiläumsfest soll allerdings, wenn möglich, im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Kein normales Jahr, dennoch wurde die Zwiebelzucht an sich wie gewohnt betrieben. Die Vorbegehung, in welcher die Begehungskommission im Juni die Zuchtanlagen unter die Lupe nimmt, fand diesmal nicht in gewohnter Weise statt. Die Züchter wurden gebeten, ihre Anlagen abzulichten und die Fotos an die Begeher zu schicken.

Die Ernte findet normalerweise Ende September statt, wurde aber zwei Wochen vorverlegt, da die extreme Sonneneinstrahlung im August die Pflanzen einem (quasi) "klimatischen Stress" ausgesetzt hatte und somit die Schlotten größtenteils früher abgestorben waren.

Anfang September fand die Olympiade (Ernte) statt. Im Normalfall kommen die Begeher zu den Züchtern, um dort die schwersten Exemplare auszusuchen und in Boxen zu versiegeln. Bei diesen "Besuchen" (Vorbegehung, Ernte) bieten die Züchter, in normalen Zeiten, den Begehern ein reichliches Angebot an Speisen und Getränken dar. Diese Bewirtung ist aber keinesfalls als eine Art Bestechung der Züchter gegenüber den Begehern anzusehen, sondern langjährige Tradition und erfreut sich beiderseits großer Beliebtheit.

Diese Bewirtungen entfielen dieses Jahr, denn die Begeher kamen diesmal nicht zu den Züchtern, sondern die Züchter wurden gebeten, zur Begehungskommission zu kommen und ihre Zwiebeln dort abzugeben.

Champion wurde Günther Schön mit einer Zwiebel von 1250 gr. Auf Platz 2 folgte Gerhard Stoll mit 1230 gr. und auf Platz 3 kam Jürgen Künze mit 1170 gr. (jeweils Kelsea).

Günther Schön ist hiermit zum sechsten Mal erster Sieger in der 50-jährigen Vereinsgeschichte. Mit seinen nunmehr sechs ersten Plätzen ist er Nummer zwei bei den bisherigen Erstplatzierten hinter Wenzel Fiala, der diesen Titel bisher elfmal erringen konnte. Dafür, dass Gerhard Stoll noch nicht lange im Verein ist, konnte er einen beachtlichen zweiten Platz erzielen.

Bei der Sonderwertung "Stuttgarter Riesen" belegte Jürgen Künze mit 470 gr. den ersten Platz.

Jürgen Künze, eines der auswärtigen Mitglieder, war somit in beiden Kategorien erfolgreich und konnte zwei Medaillen nach "Imscht" (Ilbenstadt) mitnehmen.

Die Entwicklung ist insgesamt erfreulich, denn in diesem Jahr wurde viermal die 1000-gr.-Grenze überschritten. 2014 wurde dies das letzte Mal mit 1246 gr. erreicht.

2019 hatten 28 Züchter ein Gesamt-Zwiebelgewicht von 9039 gr. erreicht. Dieses Jahr hatten 31 Züchter insgesamt 13519 gr. Zwiebeln auf die Waage gebracht. Obwohl nun zwar drei Züchter mehr als voriges Jahr an der Olympiade teilgenommen hatten, ist die Zunahme um insgesamt 4480 gr. überproportional gut.

Es wäre schön, wenn dieser Trend anhalten würde. Allerdings stimmen die letzten fünf Jahre ohne Erreichen der magischen 1000 gr. schon nachdenklich. Vermutungen bzgl. dieses "Einbruchs" gibt es viele, aber letztlich wurde der Stein der Weisen, was das Auf und Ab der Zwiebelzucht anbetrifft, noch nicht gefunden, aber es wird stetig weiter geforscht.

Wie dem auch sei - Prinzipiell ist der BZV gut in der Spur, und es bleibt zu hoffen, dass der Verein nächstes Jahr Begehung, Ernte und Jubiläum wieder in traditioneller Form durchziehen kann.

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