Wetteraukreis gedenkt der Holocaust-Opfer

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Der Wetteraukreis gedenkt seit vielen Jahren am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, mit eigenen Veranstaltungen der Opfer des Holocaust. "Solche Veranstaltungen sind nach wie vor wichtig, gerade vor dem Hintergrund, dass rechte Parolen zunehmend hoffähig werden. Der Holocaust und die Verbrechen des Nationalsozialismus sind Verbrechen, für die wir als Nachgeborene nicht verantwortlich sind, wohl aber tragen wir Verantwortung, dieses historische Erbe anzunehmen und dafür zu sorgen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen", sagte Landrat Jan Weckler.

Der Wetteraukreis gedenkt seit vielen Jahren am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, mit eigenen Veranstaltungen der Opfer des Holocaust. "Solche Veranstaltungen sind nach wie vor wichtig, gerade vor dem Hintergrund, dass rechte Parolen zunehmend hoffähig werden. Der Holocaust und die Verbrechen des Nationalsozialismus sind Verbrechen, für die wir als Nachgeborene nicht verantwortlich sind, wohl aber tragen wir Verantwortung, dieses historische Erbe anzunehmen und dafür zu sorgen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen", sagte Landrat Jan Weckler.

Vier Schulklassen, knapp 100 Schüler, der Singbergschule Wölfersheim, der Gesamtschule Konradsdorf, der Ernst-Ludwig-Schule Bad Nauheim und der Kurt-Schumacher-Schule Karben kamen in das Friedberger Kreishaus, um der Lesung von Horst Decker beizuwohnen. Der Ranstädter hat die Feldpostbriefe des Kommandanten des Konzentrationslagers Ponewiesch in Litauen ausgewertet und kommentiert.

Vor der Präsentation seines Buches schilderte Decker detailreich die historischen Entwicklungen von den Pogromen im Mittelalter über das Zeitalter der Aufklärung bis hin zu den "wissenschaftlichen" und rassekundlichen Untersuchungen im 19. und 20. Jahrhundert mit denen eine Minderwertigkeit von Juden belegt werden sollte. "Den Menschen wurden die immergleichen Vorurteile gegen Juden gepredigt, das ergab den Nährboden auf dem der Holocaust überhaupt erst möglich war."

Im Buch "Ich habe mich nur der Kunst gewidmet: Vom NS-Täter zum Ehrenbürger" hat Decker einen nach dem Krieg hochgeachteten Künstler beschrieben, der für den Tod von Tausenden Juden verantwortlich war. Decker nennt ihn Edgar Hundsmann, er war als Offizier einer Luftwaffenbaukompanie in Italien und Königsberg stationiert. Im Sommer 1944 wurde ihm die Lagerleitung eines litauischen Konzentrationslagers übertragen. Die Juden, die für den Flugplatzausbau benötigt wurden, hat er herbeigeholt und später auch ins Konzentrationslager Stutthof bei Danzig evakuiert. Von dort wurden sie zu großen Teilen nach Auschwitz oder in Arbeitstransporten ins Konzentrationslager Dachau eingereiht und auf Nebenlager verteilt.

Nach dem Krieg tilgt der Künstler dieses schuldhafte Kapitel aus seiner Biografie und wird Ehrenbürger einer süddeutschen Großstadt. Obwohl seine militärische Karriere klar nachvollzogen werden kann, will er sich seit 1937 ausschließlich der Kunst gewidmet haben. Seine Briefe widerlegen das und beweisen seine Schuld an nationalsozialistischen Verbrechen. Das Buch von Horst Decker ist im Buchhandel zum Preis von 19,95 Euro erhältlich. (Foto: pm)

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