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Waldbewirtschaftung ist kein Tagesgeschäft

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Wölfersheim (pm). Etwa 385 Hektar Wald mit den verschiedensten Baumarten gehören zum Gemeindegebiet. Einen Überblick über den Baumbestand, weitere Planungen und eine Erfolgskontrolle liefert eine Waldentwicklungsstrategie, die so genannte Forsteinrichtung. Die soll am kommenden Montag, 1. November, in der Gemeindevertretung beschlossen werden.

Angesichts der Bedeutung der langfristigen Strategie für den Gemeindewald und des neuartigen Konzepts hatte die Gemeinde Vertreter der örtlichen Naturschutzgruppen und des Forstamts Nidda eingeladen. Dessen Leiter Bernd Reißmann und Revierförsterin Hermine Link erläuterten zunächst in der Wetterauhalle den Entwurf der Forsteinrichtung, die bis 2019 gültig sein soll. Insbesondere gingen sie dabei auf die für Erholung und Naturschutz bedeutenden Maßnahmen ein, ließen aber auch die finanziellen Möglichkeiten des forstlichen Handelns unter dem Aspekt des Windwurfs vom Mai 2008 nicht außen vor.

Natürlich wurden auch andere Fragen der Teilnehmer ausführlich beantwortet, und es entstand eine interessante Diskussion zur Waldentwicklung.

Wie der Wald aktuell bewirtschaftet wird, wurde an anschaulichen Praxisbeispielen anschließend vor Ort im Wohnbacher Wald aufgezeigt. Im Einzelnen geht es in der Forsteinrichtung beispielsweise um Verjüngungsmaßnahmen oder auch um Allgemeineres, so die Ziele der Waldbewirtschaftung in Wölfersheim.

Neben den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten finden sich in dem Dokument auch statistische Angaben, die umfangreiche neue Erkenntnisse liefern.

Um die Altersstruktur sichtbar zu machen, werden die Bestände in Altersklassen geordnet, die jeweils 20 Jahre umfassen. Vom gerade gerodeten Areal bis zum Alter von über 160 Jahren sind die Flächen dabei relativ homogen verteilt.

Zur besseren Übersicht wurden die Baumarten in vier Gruppen unterteilt. Die größte Gruppe nimmt derzeit mit einem Anteil von 67 Prozent die Buche ein, wobei hierunter auch Ahorn, Kirsche und Elsbeere fallen. An zweiter Stelle stehen die Eichen, gefolgt von den Kiefern. Den kleinsten Anteil nehmen die Fichten ein, zu denen auch Tanne und Douglasie gezählt werden.

Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten wurden den einzelnen Baumgruppen verschiedene Produktionszeiträume unterstellt. Um den Wald dauerhaft zu unterhalten, wurde eine Einschlagsplanung vorgenommen, die einem Hiebsatz von 5,2 Erntefestmeter pro Hektar und Jahr entspricht.

Bürgermeister Rouven Kötter bedankte sich bei den Fachleuten für die ausführliche und geduldige Information und die Bereitschaft zur Klärung individueller Fragen. Die Teilnehmer zeigten sich von dem umfangreichen Werk beeindruckt.

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