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Die Vorbereitungen sind schon weit fortgeschritten. Doch die Feierlichkeiten zum großen Dorfjubiläum in Wohnbach müssen coronabedingt warten.

Verschoben - nicht aufgehoben

  • vonConstantin Hoppe
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Wölfersheim (con). 2021 sollte ein ganz besonderes Jahr für Wohnbach werden - denn es jährt sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes zum 1250. Mal. Sollte, denn wie seit einem Jahr in vielen Fällen machte auch hier Covid-19 dem planenden Jubiläumsverein und allen Beteiligten einen dicken Strich durch die Rechnung: »Wenn wir mal realistisch an die Sache herangehen, wird nicht mehr all zu viel Action bleiben, von dem was wir geplant haben«, meint Winfried Gramatte, erster Vorsitzender des Vereins »Wohnbacher Festjahr 2021« im Gespräch mit dieser Zeitung.

Es ist ein trüber Tag, an dem das Treffen im leeren Gastraum der derzeit geschlossenen Gaststätte in der Bersröder Straße stattfindet. Gramatte spricht über die jahrelange Planung des Jubiläumsvereins, ursprünglich angedachte große Aktionen und wie es nun weitergehen soll.

Vielversprechender Start durch Spenden

»Wenn man etwas vernünftiges machen will, dann soll der Ort ja mitfeiern. Weniger als 200 bis 250 Leute sind das selbst bei kleineren Aktionen nicht. Und das lässt sich mit den derzeitigen Auflagen einfach nicht zusammenbringen«, so der Vorsitzende. Die Folge: Das gesamte Dorfjubiläum ist vorerst auf Eis gelegt.

Ende 2018 gründete sich der Verein »Wohnbacher Festjahr 2021« und übernahm die Planungen für das große Festjahr 2021. Am 12. Juni 771 wurde Wohnbach erstmals als »Wanabach« im Lorscher Codex erwähnt. »Doch die Planungen liefen damals bereits im Arbeitskreis Dorferneuerung«, erinnert sich Gramatte. »Wir hatten dank zahlreicher Spenden einen guten finanziellen Start und hatten auch schon Caterer und Musikgruppen gebucht.«

So war für Pfingsten ein Festwochenende mit Festzug geplant, und auch eine Kooperation mit der Kirchengemeinde, die in diesem Jahr ihr 400. Jubiläum feiern könnte, war vorgesehen. Ende Juli sollte ein »Ballonglühen« stattfinden, und aus der Dorfjugend hatte sich eine Gruppe zusammengefunden, die ein großes Seifenkistenrennen starten wollte. Insgesamt waren rund 20 Veranstaltungen über das Jahr hinweg geplant, die ersten sollten bereits im vergangenen November starten.

»Wenn man sich das Programm anschaut, das wäre schon ganz gut geworden«, sagt Gramatte mit Wehmut. »Jetzt müssen wir schauen, was wir über die Zeit retten können.« Denn selbst wenn viele der Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden mussten, so denkt der Vereinsvorstand natürlich längst nicht daran, dass Jubiläum abzusagen.

Stattdessen soll geschaut werden, was und wie einige der Veranstaltungen doch an den Start gehen können: etwa ein Filmabend mit Ausschnitten der letzten 50 bis 70 Jahre, der als Auftaktveranstaltung im November vorgesehen war. »Falls es möglich ist, würden wir den Film trotzdem gerne zeigen«, sagt Gramatte. »Dann vielleicht nicht als eine große Veranstaltung sondern an mehreren Tagen und in kleineren Gruppen.« Auch ein geplanter Grenzgang könnte Etappenweise und in kleinen Gruppen noch in diesem Jahr stattfinden.

Bereits erfolgt sind die Herausgabe einer Festschrift - diese wurde kostenlos verteilt und wird aktuell aufgrund großer Nachfrage nachgedruckt - und die Erstellung eines Kalenders, der an verschiedenen Orten im Dorf erworben werden konnte.

Was an größeren Veranstaltungen noch stattfinden kann, und ob überhaupt, dass steht aktuell in den Sternen: »So einfach ist das mit dem Verschieben auch nicht - denn wenn alles wieder möglich ist, werden zahlreiche Orte und Vereine ihre Feiern nachholen wollen und man will sich ja auch gegenseitig keine Konkurrenz machen«, erklärt Gramatte weiter.

Aber auch wenn die Entscheidung sicherlich nicht leicht fiel, ist man sich im Vorstand des Jubiläumsvereins einig: »Die Gesundheit ist das wichtigste.« Und wie Gramatte weiter berichtet, ist auch die Stimmung im Vereinsvorstand immer noch gut, und man ist bestrebt, Lösungen für das Jubiläum zu finden. »Unsere Botschaft ist: Wir verschieben«, aber verschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

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