Die Mitglieder des Gemeindevorstandes schauen sich den Fortschritt der Bauarbeiten der Kanalsanierung "Tiefer Graben" an. In die Sanierung des Kanals am "Tiefen Graben" wurden rund 180 000 Euro investiert, berichtet Bürgermeister Eike See. Der Kanal ist mit einem Kunststoff-Liner ausgestattet, der bis zu 70 Jahre überstehen soll.		FOTO: PM
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Die Mitglieder des Gemeindevorstandes schauen sich den Fortschritt der Bauarbeiten der Kanalsanierung »Tiefer Graben« an. In die Sanierung des Kanals am »Tiefen Graben« wurden rund 180 000 Euro investiert, berichtet Bürgermeister Eike See. Der Kanal ist mit einem Kunststoff-Liner ausgestattet, der bis zu 70 Jahre überstehen soll. FOTO: PM

»Verantwortungsvoll investieren«

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Wölfersheim (pm). Vergangene Woche haben die Gemeindevertreter darüber entschieden, die Straßenbeiträge abzuschaffen. Nun äußert sich Bürgermeister Eike See (SPD) zu dem Thema.

Die Straßenbaumaßnahmen der Gemeinde in den vergangenen Jahren seien umfangreich gewesen, und ein Großteil der Straßen befinde sich in einem sehr guten Zustand. Dies solle auch künftig so bleiben. In den nächsten Jahren seien Investitionen in Millionenhöhe geplant.

Bis vor dem Beschluss der Gemeindevertreter gab es in Wölfersheim einmalige Straßenbeiträge. Dazu erklärt See: Bei der Sanierung von Straßen tragen die Anwohner einen Teil der Kosten mit. Wie viel ein Anwohner tragen muss, ist abhängig davon, wo sich die Straße befindet. Bei einer Straße, die sich im Sanierungsgebiet der Ortskernsanierung befindet, wurden keine Straßenbeiträge fällig. Handelt es sich um eine reine Wohnstraße, über die keine andere Straße erschlossen wird, waren die Gebühren entsprechend hoch. »Wir haben vor diesem Hintergrund bisher nur Straßen grundlegend saniert, bei denen zum Beispiel Kanal und Wasserleitungen erneuert werden mussten. Schlaglöcher, defekte Bordsteine und ähnliches wurden nur ausgebessert. Dies wollen wir im Kern auch so beibehalten. Die bisherige Gebührenpraxis war rechtmäßig, aber nicht gerecht. Wir sind in der glücklichen Situation, auf die Beiträge verzichten zu können und dennoch weiter in den Erhalt und die Optimierung unserer Infrastruktur investieren zu können«, sagt Bürgermeister Eike See und verweist auf die zahlreichen geplanten Maßnahmen.

Im Rahmen des vergangenen Sitzungsblocks der Gemeindevertretung wurden Kanalsanierungen mit einem Umfang von rund 450 000 Euro beschlossen. Damit sollen Schäden an Kanälen und Schachtbauwerken im gesamten Gemeindegebiet beseitigt werden. Eine umfangreichere Kanalsanierung wurde erst vor wenigen Wochen abgeschlossen. In die Sanierung des Kanals am »Tiefen Graben« wurden rund 180 000 Euro investiert. Der Kanal wurde mit einem Kunststoff-Liner ausgestattet, der bis zu 70 Jahre überstehen soll. Für die Sanierung von Straßenoberflächen und kleineren Baumaßnahmen werden im aktuellen Haushaltsplan rund 350 000 Euro zur Verfügung gestellt. Aber auch vollständige Straßensanierungen stehen in den nächsten Jahren an. So werden in den nächsten beiden Jahren die Feldbergstraße und der Füllgesweg in Södel erneuert. Dafür werden mehr als 2,2 Millionen Euro investiert. Hierfür kann die Gemeinde auf Fördermittel aus der Ortskernsanierung zurückgreifen. In einem nächsten Schritt kann die Burgstraße in Södel erneuert werden.

Wesentlich präsenter sei der Bereich um den Wölfersheimer Bahnhof. Der Bereich solle nicht nur grundlegend umgestaltet werden. Auch die Verkehrsführung solle angepasst werden, womit zugleich die Verkehrssicherheit erhöht werde. Derzeit befinde man sich noch in Abstimmungen mit der Bahn und Hessen Mobil. Für die Arbeiten rechne man mit Kosten in Höhe von ca. 1 Million Euro, die im Haushaltsplan eingeplant wurden und für die über die Ortskernsanierung ebenfalls mit Fördermitteln zu rechnen ist. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sei eine breite Palette anderer Maßnahmen eingeplant worden.

Pläne zur Verkehrsberuhigung

So sollen in verschiedenen Straßen Verkehrsinseln entstehen. Unter anderem sind gepflasterte Inseln in der Geisenheimer Straße geplant. Auch temporäre Pflanzkübel zur Verkehrsberuhigung sollen durch dauerhafte Lösungen ersetzt werden. »Die Maßnahmen in den kommenden Jahren sind umfangreich. Durch unsere guten Gewerbesteuereinnahmen und den gezielten Einsatz von Fördermitteln können wir die Straßenbeiträge aufheben, ohne auf weitere Investitionen verzichten zu müssen. Auch der Einsatz neuer Techniken, wie dem Verfahren im ›Tiefen Graben‹, könnte dazu beitragen, Kosten zu reduzieren und dadurch auf Straßenbeiträge zu verzichten. Wir werden auch weiterhin keine ›Luxussanierungen‹ durchführen, die eigentlich nicht notwendig wären, sondern verantwortungsvoll in die Zukunft unserer Gemeinde investieren«, schließt See ab.

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