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Würziges Lauchgemüse: Der Berstädter Zwiebelzuchtverein hofft, dass die Tradition der Zwiebelolympiade in Zukunft nicht wieder unter Corona leiden muss.

Tränen um fehlende Tradition

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Wölfersheim-Berstadt (pm). Wie schon im vergangenen Jahr, hat der Berstädter Zwiebelzuchtverein die Ernte des scharfen Lauchgewächses nicht so durchziehen können, wie das seit dem Gründungsjahr 1970, lange Tradition war. Die Zwiebeln werden normalerweise von der Begehungskommission unter fachkundigen Aspekten bei den Züchtern ausgewählt, in Boxen versiegelt und bis zur Verwiegung an einem geheimen Ort aufbewahrt.

Damit soll jede Art der nachträglichen Manipulation ausgeschlossen werden.

Leider gebiete Corona immer noch Einschränkungen, denen man auch bei der traditionellen Zwiebelolympiade Folge leisten müsse, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Somit waren die Züchter aufgefordert, ihre selbst ausgewählten Zwiebeln zu einer zentralen Abgabestelle zu bringen. Dort hatten alle Züchter, sowie Gäste je einen der 3-G-Nachweise zu erbringen und sich in entsprechende Listen einzutragen.

Nachdem die Zwiebeln abgegeben waren, erfolgte zugleich die Verwiegung unter dem Sechs-Augen-Prinzip«. Das bedeutet: Drei Fachkräfte (Begeher) säuberten, prüften und verwogen die Exponate, dies alles unter gegenseitiger Kontrolle. Der Generalsekretär protokollierte die Siegerlisten.

Dieses Jahr konnten 29 Züchter ein Gesamtgewicht ihrer Zwiebeln von 14 296 Gramm erreichen. Das waren 777 Gramm mehr als 2020. Champion 2021 wurde Jürgen Künze mit 1312 Gramm. Zweiter wurde Manfred Zerb (1221) und Dritter Günther Schön (1146).

Rohe Zwiebel und Schluck Feuerwasser

Der diesjährige Gewinner hatte schon 2020 mit einer 1170 Gramm schweren Kelsea Platz drei erreicht und damals sogar gleichzeitig den ersten Platz in der Sonderwertung Stuttgarter Riesen mit 470 Gramm für sich verbucht. Auch dieses Jahr konnte er in der Kategorie Stuttgarter Riesen mit 374 Gramm Platz 3 erreichen. »Nimmt man beide Jahre zusammen, dann sind scheinbar die klimatischen Bedingungen in »Imscht« (Ilbenstadt), dem Wohnort von J. Künze, sehr günstig für die Zwiebelzucht«, berichtet der Verein. 2022 werde zeigen, ob diese Ergebnisse reproduzierbar sein werden. »Falls Künze auch dann wieder ganz oben zu finden ist, sollte das Phänomen wissenschaftlich untersucht werden.« In der Sonderwertung Stuttgarter Riesen konnten 14 Züchter ein Gesamtgewicht von 3251 Gramm. erzielen. Hier musste leider eine Abnahme des Gesamtgewichts um 269 Gramm verzeichnet werden. Sieger wurde Jürgen Zahnreich mit 437 Gramm.

Ein weiterer Punkt war die Vereidigung von drei Jungzüchtern. Sascha Rau, Pascal Belzer und Torben Isterling mussten sich dem Aufnahmeritual unterziehen, das vom Präsidenten Manfred Zerb höchstpersönlich vorgenommen wurde. Dazu gehört das Nachsprechen der Vereidigungsformel, sowie der Verzehr einer rohen Zwiebel mit anschließendem Schluck Feuerwasser. Der vierte Jungzüchter, Felix Warnke. fehlte aus beruflichen Gründen, allerdings wird er um die rohe Zwiebel und den Schnaps danach nicht herumkommen.

Nachwuchs zeigt Engagement

Mit den drei neu vereidigten Jungzüchtern sowie vier Jungzüchtern des Jahres 2019 ( Maximilian Geh, Maximilan Koppe, Maurice Klaus), die nächstes Jahr die Weihen des Vollzüchters erhalten werden, sieht sich der Berstädter Verein für die Zukunft gut aufgestellt: »Die jungen Kräfte zeigten Engagement und konnten sich schon im guten Mittelfeld etablieren.« Hier sei vor allem Maximilian Geh genannt, der mit einer Zwiebel von 860 Gramm einen stolzen vierten Platz erreichen konnte. Für einen Jungzüchter sei das ein ausgezeichnetes Ergebnis.

Alles in allem, eine gelungene Veranstaltung, resümieren die Berstädter Zwiebelzüchter. »Allerdings sehnt man sich im Verein wieder nach traditionellen Werten wie Generalversammlung, Begehung bei den Züchtern bzw. Ernte in größerem Rahmen zurück, anstatt mit coronabedingten Einschränkungen leben zu müssen.

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