Kötter-Nachfolge

Thomas Küchenmeister will Bürgermeister in Wölfersheim werden

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Die SPD hat bereits ihren Mann präsentiert: Eike See. Nun gibt es einen zweiten Bürgermeisteranwärter – unterstützt wird er von der Opposition.

Thomas Küchenmeister tritt als unabhängiger Kandidat zur Bürgermeisterwahl in Wölfersheim an. Alle drei Oppositionsfraktionen in der Gemeindevertretung, CDU, FWG und Grüne, unterstützen seine Kandidatur. Das teilt Michael Rückl, Sprecher der Grünen-Fraktion, in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Küchenmeister leitet als Rektor an der Singbergschule den Realschulzweig. Er engagiert sich als stellvertretender Gemeindebrandinspektor und gehört dem Vorstand des Partnerschaftsvereins an. Der 49-Jährige geht als unabhängiger Kandidat ins Rennen gegen Eike See, den Kandidaten der SPD, der vom amtierenden SPD-Bürgermeister Rouven Kötter unterstützt wird.

Wie viele Kandidaten letztlich bei der Bürgermeisterwahl antreten werden, steht noch nicht fest, Bewerbungen sind noch möglich. Gewählt wird aller Voraussicht nach am 4. März 2018 – am Tag, an dem wohl auch der Landrat gewählt wird (das soll in der kommenden Kreistagssitzung entschieden werden).

Drei für einen

Küchenmeister sagt: »Aufgrund meiner Ausbildung und den Erfahrungen in Beruf und Ehrenamt traue ich mir die Aufgabe zu, die Gemeinde zu führen.« Und: »Ich fühle mich der Gemeinde sehr verbunden, die mit Rouven Kötter jetzt ihr starkes Zugpferd verliert. Das wirft die Nachfolgefrage auf, die offenbar auf die übliche Weise beantwortet werden soll. Während es für die SPD zwingend zu sein scheint, dass die Mehrheit im Parlament auch den Bürgermeister stellt, sehe ich das anders. Das Wesen der Demokratie ist die Möglichkeit der Änderung und des Wechsels von Mehrheiten. Selbst in Wölfersheim hat die SPD nicht immer allein regiert. Deshalb muss es auch Alternativen geben. Vor diesem Hintergrund ist in mir der Gedanke gereift, mich selbst als eine solche Alternative anbieten zu wollen. «

Ich fühle mich der Gemeinde sehr verbunden, die mit Rouven Kötter jetzt ihr starkes Zugpferd verliert.

Thomas Küchenmeister

Im Großen und Ganzen sei er mit dem Weg einverstanden, den Wölfersheim unter den Bürgermeistern Arnold und Kötter genommen hat. »Mir geht es darum, das solide Fundament der Gemeinde zu bewahren und es behutsam auszubauen. Ich möchte, dass die Menschen gerne hier leben und auch arbeiten können, dass die Infrastruktur, dass Schulen, Kitas, die medizinische Versorgung und die Einkaufsmöglichkeiten funktionieren.« Das sei zwar nicht spektakulär, »genauso wenig wie die Bewältigung künftiger Aufgaben: Die älterwerdende Gesellschaft, Digitalisierung, Folgen des Klimawandels, sich verändernde Mobilität. Aber sie müssen angepackt werden. Das kann ich und das möchte ich.«

Kritik von Kötter

Die Unterstützer zeigen sich erfreut: »Mich freut es vor allem, dass wir mit Thomas Küchenmeister einen Parteiunabhängigen präsentieren können«, der aus der Mitte der engagierten Bürger komme, sagt Burkhard Käs für die FWG-Fraktion. »Er kennt und schätzt das Ehrenamt, in dem er in herausgehobener Stellung bewiesen hat, dass er Verantwortung übernehmen kann.« Für die CDU spricht Karl-Heinz Grenzebach ein Lob dafür aus, dass sich alle Oppositionsfraktionen zusammentun und ihren Parteien einen unabhängigen Kandidaten empfehlen. »Wir glauben an das Potenzial von Thomas Küchenmeister. Mit ihm haben wir erstmals die Chance, der in Wölfersheim dominierenden SPD auf Augenhöhe zu begegnen und die Wahl zu gewinnen.« Für die Grünen ergänzt Dr. Franz Grolig: »Es ist die Aufgabe der Opposition für eine attraktive Alternative zu sorgen. Das ist uns mit Thomas Küchenmeister gelungen. Damit gibt es ein offenes Rennen, keiner kann mehr sagen, wie es ausgeht. Die Wölfersheimerinnen und Wölfersheimer haben jetzt eine Wahl. Allein das freut uns!«

Bürgermeister Kötter reagiert folgendermaßen auf die Nachricht: »Michael Rückl hat mir vor einigen Wochen gesagt, dass er selbst antreten wird, wenn er keinen anderen findet. Nun hat er jemand anderen gefunden und lässt ihn als unabhängigen Kandidaten präsentieren. Ich bezweifle stark, dass ein Rückl-Kandidat gut für Wölfersheim wäre, egal wie er heißt.«

Info

Wie es weitergeht

Da Thomas Küchenmeister als unabhängiger Kandidat antreten will, wird seine Bewerbung nicht durch eine Nominierung durch eine Partei legitimiert, sondern durch Unterschriften aus der Bevölkerung. Dafür müssen mindestens 62 (die doppelte Anzahl der Zahl der Sitze in der Gemeindevertretung) zusammenkommen. Erst wenn der Wahltermin festgelegt ist, beginnt das formelle Verfahren. Michael Rückl erklärt: »Insofern wird das Sammeln der gesetzlich nötigen mindestens 62 Unterschriften Mitte/Ende November stattfinden.« Die Frist zum Einreichen von Vorschlägen werde wohl bis Jahresende laufen.

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