Klaus Kötter erläutert den Nutzen eines Bauerngartens.
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Klaus Kötter erläutert den Nutzen eines Bauerngartens.

Mit Talar und Gummistiefeln

  • vonred Redaktion
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Wölfersheim(pm). Mit einem geistlichen Spaziergang hat die Wohnbacher Kirchengemeinde am Sonntag das Erntedankfest begangen. Ein Bauerngarten, eine Streuobstwiese, ein Ziegengatter und ein Rübenfeld waren die Stationen. Trotz widrigen Wetters hatten sich einige Gemeindeglieder mit Pfarrerin Martina Belzer auf den Weg gemacht. Angemessenes Schuhwerk war hilfreich, so trug die Pfarrerin Gummistiefel zum Talar.

Kirchenvorstandsvorsitzender Renate Ludwig las an jeder Station einen biblischen Text, den Belzer dann auslegte. Nach dem geistlichen Impuls erfolgte an jeder Station ein Gespräch mit Fachleuten aus der Landwirtschaft. Musikalisch wurde der Gottesdienst begleitet durch Orgelklänge und Sologesang. Organistin Daniela Müller hatte die Stücke zuvor auf der Wohnbacher Orgel gespielt und aufgenommen. Kantorin Anita Kammer sang unterwegs die Choräle zur eingespielten Musik.

Erste Station war der Bauerngarten der Familie Kötter. Klaus Kötter erläuterte, welch wichtige Bedeutung die Gärten schon immer für die Ernährung der Landbevölkerung hatten. Pfarrerin Belzer wies darauf hin, dass zu dem klassischen Bauerngarten immer auch Blumen gehörten, dass eben nicht nur der Leib, sondern auch die Seele gestärkt werden sollte. Die zweite Station waren die Streuobstwiesen im "Wingert". Hier erläuterte Werner Wolf, wann die Bäume beschnitten werden müssen und wie wissenschaftlich fundiert der Zeitpunkt der Ernte bestimmt wird.

Die dritte Station war ein Gartenstück, in dem Ziegen weideten. Silke Kasch-Erhard berichtete, dass heute nur noch wenige Betriebe Ziegenmilch nutzten und Ziegenkäse produzierten, doch erfreue sich dies gerade wieder zunehmender Beliebtheit. An der vierten Station, einem Rübenacker, erläuterte Karl-Otto Lind, wie der Bedarf an Rüben in Deutschland zurückgehe und die Transportwege zu den verarbeitenden Betrieben immer länger würden. Ein kurzes Gespräch mit dem jungen Landwirt Holger Dubrow schloss sich an. Schon als Kind war er auf dem elterlichen Hof eingebunden und führt den nun mit Freude und Leidenschaft im Nebenerwerb.

Mit Fürbittengebet, Vaterunser und Segen schloss der Gottesdienst. FOTO: NORBERT SCHREINER

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