Die Wölfersheimer Kläranlage werde, so die Grünen, in einer Lösung zur See-Sanierung wohl keine Rolle mehr spielen.	FOTO: PV
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Die Wölfersheimer Kläranlage werde, so die Grünen, in einer Lösung zur See-Sanierung wohl keine Rolle mehr spielen. FOTO: PV

»SPD verschleppt Entscheidung zur See-Sanierung«

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Wölfersheim (pm/dab). Die SPD hatte sich kürzlich mit der Frage befasst, wie die Qualität des Wassers im Wölfersheimer See verbessert werden kann. Noch in diesem Jahr solle es zu einer Grundsatzentscheidung kommen, ob die eigene Kläranlage ausgebaut wird oder ob man das Abwasser bis zum künftigen Rewe-Gelände pumpt, von wo eine Leitung zur Kläranlage in Utphe führen wird (WZ vom 11. 2.). Die Grünen kritisieren nun, diese Grundsatzentscheidung stehe seit vier Jahren aus. Sie bezeichnen die SPD-Vertreter als »Sanierungsverschlepper«.

Anfang 2016 sei das von der Gemeindevertretung beauftragte Gutachten zur Wasserqualität des Sees vorgestellt worden. Es sei das einzige Gutachten zum Zustand des Sees und zu den dort durchzuführenden Maßnahmen. »Seither ist nichts mehr passiert. Seither blockiert die SPD jeden Fortschritt zur See-Sanierung«, schreibt Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Rückl in einer Pressemitteilung.

Zuletzt im Dezember habe seine Fraktion den Gemeindevorstand auffordern wollen, alle ausstehenden Studien, Gutachten und Zweitmeinungen im ersten Halbjahr 2020 vorzulegen, damit Entscheidungen zur Therapie bzw. Sanierung des Sees getroffen werden könnten. Rückl: »Der Antrag wurde, wie alle Initiativen zur Seesanierung davor, von der SPD abgelehnt.«

Anfang 2017 habe der damalige Bürgermeister Rouven Kötter noch eine Prüfung zur möglichen Ertüchtigung der bestehenden Kläranlage einholen wollen. Damit seien, so Rückl, alle Alternativen klar gewesen: Ertüchtigung der bestehenden Kläranlage, Umleitung der Abwässer um den See in den Biedrichsgraben oder Stilllegung der Kläranlage und Pumpen der Abwässer zur Utpher Kläranlage. »Passiert ist dennoch nichts.«

Rückls Kollege Dr. Franz Grolig ergänzt, dass 2016 auch für Kötter klar gewesen sei, dem See künftig das geklärte Abwasser zu ersparen. Er habe »vollständig und professionell aufbereitete Informationen« angekündigt. »Darauf warten wir bis heute.« Vom zwischenzeitlich in den Etats eingestellten Geld sei das wenigste ausgegeben worden. »Ansonsten gab es jährliche Vertröstungen und obskure Ausreden zu den notwendigen Entscheidungen in Sachen See.«

Laut Grünen läuft die Entscheidung auf die Variante Utphe hinaus. »Das Verschieben und Verschleppen scheint dem Rewe-Projekt geschuldet.« Gemeindevorstand, Bürgermeister und SPD-Fraktion scheuten eine »klare Aussage«.

Ohnehin werde es nach Beendigung der Einleitungen mindestens zehn bis 20 Jahre dauern, bis sich der See von seiner Überdüngung erholt habe. Grolig: »Laut vorliegendem Gutachten sollte der besonders im Sommer gefährdete See durch Belüftung vor dem Risiko des Umkippens bewahrt werden.« Doch auch diese Form der »Akuttherapie« sei bislang verschleppt worden.

Da die SPD nun erneut eine Grundsatzentscheidung ankündige, gehe sie offenbar davon aus, dass es mit dem Bau des Logistikzentrums losgehe. Grolig: »Vorerst aber gibt es aktuell dazu die dritte Offenlage zur immer noch nicht rechtskräftigen Bauleitplanung.«

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