Solarpark am Wölfersheimer See eingeweiht

Wölfersheim (en). Zwei Rekorde hat der Solarpark am Wölfersheimer See schon inne: Er ist laut den Betreibern Ovag und Gemeinde wohl der größte in Mittelhessen (damit auch einer der größten im Bundesland) und sicherlich auch der, der am schnellsten aufgebaut worden ist.

Am Mittwochmittag bei der Einweihung ist das dritte Superlativ hinzugekommen: Eine Stunde lang wurde gelobt und gedankt.

Ovag-Vorstand Rainer Schwarz machte schon in seiner Begrüßung den Anfang: "Die Anlage ist ein perfektes Beispiel für eine effiziente Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene", betonte er, und hob hervor, wie zügig das Projekt umgesetzt worden sei.

Für Bürgermeister Rouven Kötter war das eine Steilvorlage: "Viele Rädchen haben bei diesem Vorhaben ineinander gegriffen. Hätte nur eines nicht funktioniert, wäre es nicht gelungen." Als wichtige "Rädchen" auf dem Weg der Gemeinde zur "Plus-Energie-Kommune" benannte er unter anderem die Sparkasse und die Volksbank, die den 7,5 Millionen Euro teuren Solarpark finanziert haben. "Und zwar nicht nach Aktenlage, sondern nach Kenntnis der handelnden Menschen und der lokalen Verhältnisse."

Kötters Dank galt ebenso den politischen Gremien von Wölfersheim, die sich parteiübergreifend für den Park eingesetzt hätten, seiner Verwaltung, wo man nicht auf den pünktlichen Feierabend geachtet habe, der Ovag als verlässlicher kommunaler Partner, den Behörden von Kreis, Regierungspräsidium und Regionalverband, die dem Projekt keine Steine in den Weg gelegt hätten, dem Planer Jürgen Wolf (Wohnbach) und dem Aufbauteam der Firma "SunEnergy". "Eine derart gute Zusammenarbeit", lobte Kötter, "habe ich selten zuvor erlebt." Es freue ihn, dass mit der Einweihung alle "Zweifler und Zauderer" Lügen gestraft würden.

Strom für 1500 Haushalte

Die auf zehn Hektar Fläche errichtete neue Anlage soll 4,9 Millionen kWh pro Jahr liefern und kann rechnerisch den Strombedarf von 1500 Haushalten bereitstellen. Errichtet wurden dafür auf dem früheren Kraftwerksgelände 22 000 Solarmodule. Durch den Solarpark sollen 3200 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid vermieden werden.

Auf die Bedeutung der Energiewende verwies Ovag-Manager Dr. Hans-Peter Frank, einer der Geschäftsführer des Solarparks. "Wir stehen in der Generationen-Verantwortung, leben derzeit noch in der Energie-Überflussgesellschaft, im energetischen Schlaraffenland", führte Frank aus. "Die Auswirkungen unseres exzessiven Umgangs mit unwiederbringlichen fossilen Ressourcen sind nicht nur Raubbau, sondern bewirken weitere negative Folgen, die sich erst in kommenden Generationen zeigen werden." Frank verglich die heutigen Mehrkosten in die Energiewende mit einem Sparbuch, das man für seinen Enkel anlege. "Das Guthaben liegt dann später in Form einer lebenswerten Umwelt bereit."

Wie Dr. Frank sah auch "SunEnergy"-Chef Dr. Hartwig Westphalen das Problem der Solarenergie in der Speichermöglichkeit. Technisch werde das in absehbarer Zeit möglich sein, zu den Kosten dafür müsse man offen stehen, waren sich beide einig.

Die kommunale Energiewirtschaft werde für die Zukunft entscheidend sein, sagte in seiner Rede Landrat Joachim Arnold. Durch die dezentrale Entwicklung könne jeder Bürger davon profitieren. "Die Rohstoffe, die wir nicht haben, sollen ersetzt werden, durch den Einsatz von Kapital in die erneuerbaren Energien." Dies seien letztlich Investitionen in die kommunale Wirtschaft und damit auch ein Beitrag zur Stabilität vor Ort.

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