Schon wieder Montag…

  • VonConstantin Hoppe
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Wölfersheim (con). Warum fällt es uns Deutschen nur so schwer, es sich einmal gemütlich zu machen? Und was ist Glück? Das sind zwei der großen Fragen, die Comedian Bernd Stelter am Samstag am Wölfersheimer See gestellt hat. Mit seinem neuen Programm »Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!« sorgte er beim »Sommer am See« für reichlich Lacher, aber auch für einige nachdenkliche Gesichter im Publikum - denn manches Skurriles hat auch einen ernsten Kern.

Ein Programm für alle, die über Montage mosern, über Dienstage diskutieren, die Mittwoche mies und Donnerstage doof finden. Warum soll man denn viereinhalb Tage pro Woche verschenken, damit endlich wieder Wochenende ist?

Was wirklich glücklich macht

Die Suche nach dem Glück beschäftigt wohl alle Menschen, und mittlerweile beschäftigen sich auch viele »Glücksforscher« mit dem Thema. Ein Ergebnis davon: Geld alleine macht auch nicht glücklich. »Stellen wir uns einmal vor, jemandes größter Wunsch ist es, einen Porsche 911 zu kaufen. Er dreht jeden Cent um, verfolgt sein Ziel mit größter Leidenschaft und erfüllt sich schließlich diesen Wunsch«, sagt Stelter gleich zu Beginn seines Programms. »Doch innerhalb der nächsten drei Tage vollbringt unser Gehirn eine Meisterleistung: Es räumt den Porsche 911 in unsere Garage ein.« Das große Ziel ist plötzlich nicht mehr so viel wert, es ist zum Alltag geworden. »Und plötzlich ist der größte Wunsch ein Porsche 912 in gelb.« Als weiteres Beispiel nennt Stelter hier den Familienurlaub: »Erinnern Sie sich einmal an einen Urlaub mit der ganzen Familie - können Sie sich noch daran erinnern? Sie erinnern sich an drei oder vier.« Und fügt hinzu: »Versuchen Sie das mal mit dem neuen Thermomix.«

Der Weg zum Glück scheint den Deutschen schwerzufallen: Vergleicht man das Glücksempfinden der Menschen in unterschiedlichen Ländern, so schneiden die Bewohner der skandinavischen Länder meist am besten ab. Alle skandinavischen Länder liegen auf den Spitzenplätzen des »World Happiness Reports«, ganz an der Spitze aktuell Finnland. Zufriedenheit spiegelt sich nach Stelter auch in der Sprache wider: Etwa im norwegischen »Friluftsliv« - dem Freiluftleben: »Die Vorstellung, dass sich das ganze Leben draußen abspielen könnte, ist für uns Deutsche eher fremd - im Winter wird es ja auch so kalt«, kommentierte Stelter. Oder das dänische Wort »hygge«, das man mit Gemütlichkeit übersetzen könnte, das aber auch das gesamte Ambiente und Familie und Freunde einbezieht: »Wenn man es sich hier mal hyggelig machen will, dann liegt das Experiment schnell im Klo.« Die meisten dieser Wörter brauchen wir Deutschen aber nicht - es geht ja auch ohne.

Von den Finnen Wörter lernen

»Aber ein Wort aus dem Finnischen gibt es, das ich mir auch für Deutschland wünschen würde: »Kalsarikännit«, meint Stelter. »›Kalsarikännit‹ heißt wörtlich übersetzt: ›sich in Unterhosen daheim alleine betrinken‹. Ich muss sagen, ich beneide die Finnen, dass sie dieses Wort in ihrer Sprache haben.«

Letztlich sind aber die Wege zum Glück für jeden anders - und mit seinen Sketchen und Liedern brachte Stelter vielleicht auch den ein oder anderen Besucher darauf, sich über diese Frage Gedanken zu machen. Vielleicht ist es auch nur eine Frage der Einstellung. So oder so: Mit seinen Pointen sorgte er am Wölfersheimer See für viele Lacher und brachte so auf seine Weise etwas Glück in das Publikum.

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