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Ob es im Dorntal tatsächlich zum Abbau von Sand kommt, ist noch ungewiss. Allerdings trifft das Projekt auf manche Kritik.

Dorntal bei Wölfersheim

Ruhendes Problem mit einer Sandgrube

  • vonConstantin Hoppe
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Zerstörte Landschaft, Unruige im Naherholungsgebiet: Ein möglicher Sandabbau im Dorntal trifft auf Kritk der FWG. Und auch der Bürgermeister ist einer derartigen Nutzung nicht sehr erbaut

Sandabbau im renaturierten Wölfersheimer Dorntal? Diese Frage beschäftigt aktuell auch die Freien Wählergemeinschaft. Vor kurzem machten sich FWG-Vertreter ein Bild von der Situation und forderten in einer Mitteilung, dass die Umwelt von Wölfersheim nicht auch noch der Belastung eines Sandabbaus im Dorntal ausgesetzt wird.

»Das Wölfersheimer Dorntal mit den benachbarten Wäldern ist ein besonderes, naturnahes Kleinod und ein hervorragendes, ruhig gelegenes Terrain für Spaziergänge«, heißt es im Schreiben der FWG.

Und weiter »Eine Sandgrube würde nicht nur landwirtschaftlich genutzte Fläche zerstören, sondern auch Unruhe in das Naherholungsgebiet bringen. Der Lkw-Transport von und zur Sandgrube, der über Wohnbach oder durch den Wald geführt werden soll, wäre für diesen Bereich eine enorme Belastung.«

Keine juristischen Erfolgsaussichten

Im Dorntal wurde einst Quarzsand abgebaut. Danach wurde das Gelände rekultiviert. Mit Erdaushub und Bauschutt wurde die entstandene Grube wieder verfüllt.

Auch die Verwendung als Mülldeponie stand vor 30 Jahren im Raum - dies wurde jedoch durch eine Bürgerinitiative verhindert. Mittlerweile hat sich die Natur hier ihren Raum zurückerobert, und im Sommer blüht der Holunder überall. Inwieweit dieses kleine Naturidyll von den Plänen betroffen wäre, ist nicht abzusehen.

Verhindern kann die Gemeinde Wölfersheim einen eventuellen Abbau nicht. »Wir haben uns juristisch beraten lassen und die Empfehlung war klar: Wir sollten nicht versuchen juristisch dagegen vorzugehen, da es keine Erfolgsaussichten gibt«, erklärte Bürgermeister Eike See.

Bergrecht ist vorrangig

Der Grund dafür ist das Bergrecht, dass einen Vorrang der Sicherstellung der Versorgung mit Rohstoffen gegenüber anderen übergeordneten Interessen des Gemeinwohls festschreibt.

Bereits im vergangenen Jahr stellte der Interessent - die Firma Hett, die auch seit 1970 in Rosbach Sand abbaut - die Planungen in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Landwirtschaft und Umwelt vor: Damals war geplant, auf einer rund ein Hektar großen Fläche an der Römerstraße, angrenzend an den Nordrand des Dorntals, Sand abzubauen.

Dieser wäre jedoch aufgrund seiner natürlichen Eigenschaften nicht für die Herstellung von Beton oder Putz zu gebrauchen, kann jedoch als Füllmaterial, beispielsweise beim Verlegen von Strom- oder Glasfaserkabeln, Verwendung finden. Obwohl die verwendete Fläche eher kleine Ausmaße hat, wäre der eigentliche Knackpunkt wohl der Lkw-Verkehr, der dadurch entstehen würde.

Nicht mit der Keule

»Vonseiten der Firma Hett wurde ein sehr angenehmer Weg für uns beschritten«, sagt Bürgermeister See zu den bisherigen Informationen: »Man wollte da nicht mit der Keule rein, sondern versuchte, alles in Übereinstimmung mit der Gemeinde zu machen.«

Es gibt aber derzeit auch noch ein großes Aber zu diesem Projekt: Denn seitdem die Firma ihre Pläne vorgestellt hat, hat sich hierzu nichts mehr getan, wie der Bürgermeister berichtete: »Das Projekt ruht derzeit - uns sind keine aktuellen Planungen bekannt.«

Nach der Vorstellung im Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Landwirtschaft und Umwelt gab es keine weitere Kontaktaufnahme seitens des Unternehmens. Wie es hier weitergehen soll und ob das Projekt überhaupt noch aktuell ist, ist damit zur Zeit unklar.

Und der Bürgermeister hat auch selbst eine klare Meinung zu de Projekt: »Ich brauche das nicht und kann die Kritik der FWG verstehen - - wenn es sich erledigt hätte, hätte ich bestimmt nichts dagegen.«

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