BI: Rewe soll nach Gießen

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Wölfersheim (pm/dab). Der Hamburger Otto-Konzern hat seine Pläne zur Errichtung eines Logistikzentrums auf der Fläche des ehemaligen US-Depots in Gießen aufgegeben. Dieses Areal hatte auch der Rewe-Konzern in Erwägung gezogen, bevor er sich dafür entschied, sein Logistikzentrum in Berstadt bauen zu wollen. Die Stadt Gießen hatte Rewe eine Absage erteilt, vor allem wegen der geplanten Höhe des Gebäudes. Die Bürgerinitiative (BI) »Bürger für Boden« fordert Rewe jetzt zur Aufgabe der Pläne in der Wetterau und zur Ansiedlung in Gießen auf - auch wenn dafür Änderungen der Pläne nötig seien.

Durch den Rückzug des Otto-Konzerns aus Gießen sei eine neue Situation entstanden, argumentiert die BI. Die 35 Hektar große Fläche im früheren US-Depot in Gießen befinde sich auf einem klassischen Konversionsstandort. »Sie ist keine landwirtschaftliche Fläche, sondern ein Gewerbegebiet«, betont BI-Sprecherin Christa Degkwitz.

Rewe hatte Interesse an diesem Gelände signalisiert, dann allerdings von der Stadt eine Absage erhalten. Vor allem war es um die vorgesehene Höhe des Logistikzentrums gegangen. Erlaubt sind dort laut Bebauungsplan nur 20 Meter.

Das Unternehmen wurde dann in der Wetterau fündig. Degkwitz: »In Berstadt, auf der grünen Wiese, konnten die Pläne wie gewünscht umgesetzt werden.« Dass damit Ackerboden mit herausragender Qualität unwiederbringlich zerstört werden würde, habe keine Rolle gespielt.

Die BI verweist darauf, dass die Bauleitplanung fürs Logistiklager aktuell erneut geändert werde. Statt über 31 Hektar soll die Fläche nur noch 28 Hektar groß werden. »Rewe zeigt damit, dass es auch mit veränderten Rahmenbedingungen umgehen kann.«

Laut BI stünde es dem Konzern gut an, seine Pläne zu überdenken. »Statt beste landwirtschaftliche Produktionsflächen zu vernichten, sollte er sich mit den Gegebenheiten des Gießener Standorts auseinandersetzen und ggf. in die Tiefe statt in die Höhe bauen. Und zeigen, dass es möglich ist, auch dort ein Logistikzentrum zu planen, das so ziemlich all seine Anforderungen erfüllt. Und auch weniger dem Image schadet.«

Ob sich die Hoffnung der BI erfüllen wird, ist fraglich: Der Eigentümer des US-Depots hatte sich dieser Zeitung gegenüber vor einiger Zeit dahingehend geäußert, dass es außer der Höhe »viele weitere Gründe« gegeben habe, die Ansiedlung nicht zu befürworten.

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