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Für das Aktionsbündnis eine gute Nachricht: Der Baustopp für das Rewe-Logistikzentrum hat laut VGH Kassel- vorerst Bestand. ARCHIVFOTO: NIC

»Planungen einstellen«

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Wölfersheim (pm). In der Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, der Beschwerde von Rewe gegen den vom BUND Hessen erzielten Baustopp nicht stattzugeben, sieht sich das Aktionsbündnis Bodenschutz Wetterau in der Haltung bestätigt, »dass das Rewe-Logistikzentrum an diesem Standort deplatziert ist«.

Der Bau des gigantischen Logistikzentrums auf »weltweit besten Ackerboden mitten in der Landschaft« stelle einen massiven Eingriff in die Umwelt dar und werde weiterhin abgelehnt, schreibt das Aktionsbündnis in einer Pressemitteilung. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hatte einem Eilantrag des BUND gegen die Baugenehmigung für Erdarbeiten im 17. März stattgegeben.

Das Aktionsbündnis Bodenschutz Wetterau besteht nach eigenen Angaben seit Juni 2017. In ihm haben sich zwölf Organisationen aus Kirchen, Landwirtschaft und Umweltschutz zusammengeschlossen, um gegen den geplanten Bau eines Rewe-Logistikzentrums in Berstadt mobil zu machen.

Vor allem die Kritik des Gerichts an der vom Wetteraukreis ausgestellten Baugenehmigung, die im Hinblick auf die umweltschützenden Vorgaben aus der Bebauungsplanung als mangelhaft anzusehen ist, zeige, wie wichtig es sei, alle baurechtlichen Schritte genauestens zu hinterfragen. »Der Wetteraukreis muss sich in der Sache den Vorwurf einer sehr wohlwollenden« Genehmigungspraxis gefallen lassen, die die erforderlichen Anforderungen für den Naturschutz nicht ausreichend umsetzt«, kritisiert das Bündnis.

Das Gericht habe mit seiner Entscheidung auch deutlich gemacht, dass ein Oberflächenabtrag des Ackerbodens ein bedeutsamer Eingriff in die Bodenökologie darstelle. Die Güte des gewachsenen Bodens könne durch einen Abtrag und Wiederaufbringung an anderer Stelle nicht erhalten werden, wie von verschiedenen wissenschaftlichen Bodenkundlern schon mehrfach festgestellt worden sei.

Zerstörung der Biodenstruktur

Im Rahmen einer Marketing-Kampagne stelle das Unternehmen den Oberflächenabtrag als ökologisch wertvolle Maßnahme dar. Tatsächlich will Rewe die gewachsene Bodenstruktur mit hoher Bodengüte zerstören. Ebenso wird hierdurch die klimaschützende Funktion des Humus dauerhaft geschädigt.«

Rewe gebe sich ein »sozialökologisches Image«. Die Auswirkungen des Logistikzentrums auf die Umwelt würden dagegen ausgeblendet: »Der erhebliche Lastkraftverkehr findet keine Erwähnung und auch die in Zukunft zu erwartenden arbeitsplatzvernichtenden Effekte der Automatisierung in der Logistikbranche spielen in der Anzeigenkampagne keine Rolle«, kritisiert das Bündnis.

Das Aktionsbündnis erneuert seine Aufforderung, die Planung aufzugeben »und nicht gegen den Willen vieler Menschen in der Region zu agieren«.

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