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Eine Station auf dem Weg des Reformators: der Berstädter Martin Luther im Mönchsgewand neben Kirchenvorsteherin Astrid Möller-Seeling.

»Pädche« für den Reformator

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Wölfersheim (pm). Früher machten sich in Berstadt die Menschen einen Spaß daraus, jemandem ein »Pädche« zu streuen. Diese besondere Ehre wurde nun auch dem großen Reformator Martin Luther in Erinnerung an seinen Besuch in Berstadt zuteil, berichtet der Arbeitskreis Dorfentwicklung.

Zum 500-jährigen Jubiläum dieses Ereignisses haben der Arbeitskreis und die evangelische Kirchengemeinde Luther ein Pädche gestreut. Hintergrund: Hatten die richtigen »Organisatoren« in früheren Zeiten von einer heimlichen Liebesbeziehung erfahren, so gab es bald kein Halten mehr. In dunkler Nacht wurde ein Pfad aus Sand von einem Haus zum anderen der Turtelnden gestreut. Oft noch mit Herzchen und Namen versehen, wurde die Affäre so beim Morgengrauen öffentlich.

Nur beschränkte Öffnung der Klause

So wurde nun in Berstadt auch öffentlich, dass Martin Luther hier geliebt wird. Mit einem »Pädche«, diesmal nicht aus Sand, sondern aus Straßenmalkreide und einer coronabeschränkten Öffnung der Lutherklause erinnerte man an den Aufenthalt von Martin Luther am 29. April 1521 in Berstadt.

Luther kam vermutlich über den Heiligenstock und die Furt im Waschbach in die Mitte von Berstadt. Genau dieser Weg wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises Dorfentwicklung und der evangelischen Kirchengemeinde als »Pädche« markiert und mit Daten, Luthersprüchen und Wegbeschreibungen versehen. Die ehemalige Gaststätte zur Brücke (Lutherklause I), die Luthertafel in der Oberpforte, das Gemeindewirtshaus und der Pfarrhof (Lutherklause II) in der Oberpforte wurden besonders hervorgehoben.

Genießer mit großem Bierdurst

Die Legende von Luthers Treppenpredigt in Berstadt hält sich bis heute, wohl auch weil sie so schlüssig ist. »Martin Luther war ein Genießer und hatte, wie man auch den Berstädtern nachsagt, einen kräftigen Bierdurst«, schreibt der Arbeitskreis Dorfentwicklung.

»Diesen Durst im Wirtshaus zu stillen, ist durchaus vernünftig, aber leider zurzeit wegen der Coronabeschränkungen nicht möglich. Durst zu löschen ist dennoch wichtig und so waren alle, die dem Pädche gefolgt waren, im Pfarrhof zu einem ›Engelbier to go‹ eingeladen.«

Das »Engelbier« habe es natürlich auch in der alkoholfreien Variante gegeben, berichtet der Arbeitskreis. Und für die Kinder lagen Überraschungen zum Spielen bereit.

Ob sich Luther an das bekannte Trinkgebot »Kein Bier vor 4« gehalten hat?

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