Treffen vor dem Solarpark: Bürgermeister Eike See (l.) mit Klimaschutzmanager Markus Michel und dem Ovag-Vorstandsvorsitzenden Joachim Arnold. 	FOTO: PM
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Treffen vor dem Solarpark: Bürgermeister Eike See (l.) mit Klimaschutzmanager Markus Michel und dem Ovag-Vorstandsvorsitzenden Joachim Arnold. FOTO: PM

Auf Ökostrom umgestellt

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Wölfersheim (pm). Die Gemeinde hat ihren Strombezug komplett auf zertifizierten Ökostrom der Ovag umgestellt - und will damit mit gutem Beispiel vorangehen.

Nach Angaben von Bürgermeister Eike See verbraucht die Gemeinde Wölfersheim jährlich etwa 840 438 Kilowattstunden. Etwa 60 Prozent seien bisher von der Ovag als Strom aus regenerativen Energien geliefert worden. Nun seien es 100 Prozent.

See teilt mit, er habe sich dieser Tage mit dem Ovag-Vorstandsvorsitzenden Joachim Arnold und Klimaschutzmanager Markus Michel getroffen, um Details der Umstellung zu fixieren. Der Strombezug durch die Ovag decke alle Einrichtungen der Gemeinde ab - von der Kläranlage bis zu den Hallen und Kindertagesstätten.

Den Clubs werde der Strom für den normalen Vereinsbetrieb, wie zum Beispiel Trainingseinheiten oder Spieltage, nicht in Rechnung gestellt. »Veranstaltet ein Verein eine Feier, handelt es sich um eine öffentliche Veranstaltung mit Einnahmeerzielung, dies ist zum Beispiel das Kartoffelfest in Wohnbach oder eine Jubiläumsfeier. Der dann anfallende Stromverbrauch wird den Vereinen in Rechnung gestellt«, erklärt See. Sonstige Nutzer, wie Privatpersonen, die Geburtstage oder Hochzeiten in gemeindeeigenen Gebäuden feiern, würden nach Verbrauch abgerechnet. Kosten für Garagen und Allgemeinstrom in Wohnhäusern würden über die Nebenkostenabrechnungen auf die Mieter umgelegt. Von den jährlichen Kosten von ca. 380 000 Euro trage die Gemeinde einen Großteil selbst, etwa 17 000 Euro würden von Vereinen und Mietern getragen.

2000 Euro mehr pro Jahr

Die Kosten für die Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom sind laut See überschaubar; sie liegen bei unter 2000 Euro pro Jahr.

Deutlich höher als die Mehrkosten seien die Einnahmen, die der Gemeinde durch die Stromproduktion entstünden. See spricht vor allem den mit der Ovag gemeinsam betriebenen Solarpark am Wölfersheimer See an, mit dessen Leistung etwa 1500 Haushalte versorgt würden.

Laut Vorstand Arnold kann die Ovag bei der Erzeugung von regenerativen Energien auf eine lange Tradition zurückblicken. »Bereits vor über 90 Jahren errichteten wir unser Wasserkraftwerk in Lißberg und betreiben es bis heute. Anfang der 90er Jahre bauten wir den ersten hessischen Windenergiepark und gehören seit Jahren zu den größten Ökostromproduzenten Hessens. Die finanziellen Erträge der Ovag bleiben in kommunaler Hand und kommen somit bei allen Menschen in der Region an.«

Gemeinde spart CO2 ein

Neben dem Solarpark betreibt die Gemeinde Wölfersheim zahlreiche weitere Anlagen auf Dächern. Bei der Erneuerung großer Heizungsanlagen werden laut See meist Blockheizkraftwerke (BHKW) installiert, die Strom und Wärme erzeugen. Beispiele dafür seien die Wetterauhalle, die Turn- und Sporthalle in Wohnbach oder auch Mini-BHKW für Gemeindewohnungen. Dadurch würden jährlich insgesamt etwa 5,6 Millionen Kilowattstunden elektrischer Energie erzeugt und fast 3500 Tonnen CO2 eingespart. Das entspreche etwa 5,5 Tonnen pro Einwohner.

See: »Das alles ist nicht nur ein Gewinn für unsere Umwelt, sondern auch für die Gemeindekasse. Daher profitieren letzten Endes alle Bürgerinnen und Bürger. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele unserem Beispiel folgen, selbst erneuerbare Energien erzeugen und ihren Restenergiebedarf durch den Bezug von Ökostrom von regionalen Anbietern decken.«

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