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Neben Brennholz gibt’s Infos und Schnäpse

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Wölfersheim-Wohnbach (sto). Nicht nur 45 Festmeter Brennholz konnten interessierte Bürger am Samstag im Wohnbacher Wald erwerben. Bei der Holzversteigerung, zu der Stadt und Hessen Forst eingeladen hatten, erhielten sie auch Informationen über die wirtschaftliche Situation des Holzmarkts.

Wölfersheim-Wohnbach (sto). Nicht nur 45 Festmeter Brennholz konnten interessierte Bürger am Samstag im Wohnbacher Wald erwerben. Bei der Holzversteigerung, zu der Stadt und Hessen Forst eingeladen hatten, erhielten sie auch Informationen über die wirtschaftliche Situation des Holzmarkts. Bürgermeister Rouven Kötter begrüßte rund 20 Interessenten sowie Revierförsterin Hermine Link und den Leiter des Forstamts Nidda, Bernd Reißmann.

Dieser sprach davon, dass man nach einer »Punktlandung« bei der Holzeinschlagmenge 2007/08 wegen der vielen vom Wind umgeworfenen Bäume die vorgesehen Meterzahl um bis zu 20 Prozent erhöhen musste. Das bedeute, dass man künftig eine niedere Einschlagzahl ansetze. Aufgrund gesteigerten Holzverkaufs habe man zwar einen Gewinn gemacht, gleichzeitig sei aber das »Anlagevermögen des Waldes« verringert worden. Um hier wieder ein Gleichgewicht zu erreichen, werde der Waldwirtschaftsplan für das kommende Geschäftsjahr ein Minus von 100 000 Euro ausweisen.

Der Holzmarkt in Wohnbach habe in diesem Winter sehr zögerlich begonnen, sagte Reißmann. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Ungewissheit setzten entscheidende Holzbestellungen erst Anfang Dezember ein. Rückläufige Preise nannte der Forstamtsleiter für dickes Laubholz. Dagegen sei der Bedarf an »schwachem Laubholz«, das als Brennholz oder für Spanplatten verarbeitet werde, deutlich gestiegen. Diesem Trend folgend habe man verstärkt Durchforstungen in jüngeren Beständen vorgenommen. »Und das ist deutlich arbeitsintensiver«, sagte Revierförsterin Link.

Reißmann zog einen Vergleich der derzeitigen Holzpreise zu denen von vor dem »Wiebke«-Sturm: »Derzeit bewegt sich der Holzpreis auf dem Niveau von vor 20 Jahren.«

Die Aussicht auf höhere Holzpreise gefiel den wenigsten Waldbesuchern. Schließlich wollen auch in den nächsten Jahren möglichst günstig Holz für ein warmes Heim in der kalten Jahreszeit ersteigern. In diesem Jahr beliefen sich die Taxpreise pro Meter bei Buche auf 63 Euro, bei Eiche auf 58 Euro. Neun Meter Buche blieben unversteigert und können noch erworben werden. Im Rathaus werden ab Mittwoch Abfuhrscheine ausgegeben.

Neben dem Bieten befolgten die Besucher auch eine Tradition der Holzversteigerung. Mundschenk Helmut Leonhard, der zuvor auch für ein wärmendes Holzfeuer gesorgt hatte, kredenzte während der Versteigerung so manches Schnäpschen.

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