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Die Vielfalt des Blues zeigt Blues Taxi auf der Bühne am Wölfersheimer See.

Musikalischer Funkenschlag

  • VonHarald Schuchardt
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Wölfersheim (har). Für Rolf Ackermann gehört der Blues zum Leben dazu. Der Betreiber eines Taxi-Betriebs in Echzell ist Kopf der Band »Blues Taxi«, die am Mittwochabend auf der »Vielfaltbühne« im Rahmen der Wölfersheimer Veranstaltungsreihe »Sommer am See« auftrat. Schon bei der Premiere der Reihe im vergangenen Jahr waren die fünf gestandenen Bluesmusiker dabei.

Neben Sänger und Bluesharpspieler Ackermann sind dies Keyboarder Reiner Haser, Volker Kostorz an der Leadgitarre, Bassist Peter Bayer und Klaus Belz am Schlagzeug.

»Are you ready for the Blues?« war dann die Frage aller Fragen, mit denen Ackermann traditionell die Auftritte seiner Band eröffnet. Die Antwort war eindeutig. Ein lautstarkes »Yeah« kam aus den meisten der mehr als 300 Kehlen im nahezu voll besetzten Areal vor der Bühne.

Mit dem fetzigen »Gimme some lovin« der Spencer Davies Group und dem Blues-Klassiker »Sweet Home Chicago« begann die Reise, bei dem die Band einmal mehr die Vielfalt des Blues und dessen Einfluss auf die Musik der letzten Jahrzehnte aufzeigte.

Vor dem gelungenen Auftakt der Band hatte Katrin Stöhr, Schriftführerin des Vereins »Treffpunkt See«, die Besucher, darunter auch OVAG-Vorstand Jochen Arnold, begrüßt. Zusammen mit der Gemeinde und »BuntERleben - Gemeinsam für Vielfalt + Respekt« veranstaltet der Verein das zweiwöchige Kulturspektakel. Stöhr dankte allen Sponsoren und denjenigen, die zum Gelingen von »Sommer am See« beitragen.

Minutenlange Gitarren-Soli

Für »Blues Taxi« war es der erste Auftritt in diesem Jahr. Und dass dem Quintett etwas gefehlt hat, war sofort zu spüren. Die fünf sprühten geradezu vor Spielfreude, allen voran Rolf Ackermann, der nicht nur als versierter Sänger, sondern auch auf der Bluesharp brillierte. Immer wieder gab es für dessen gelunge Soli Zwischenapplaus, ebenso wie für Gitarrist Volker Kostorz, der vor allem im zweiten Programmteil mit seinen minutenlangen Soli wie beim Cream-Klassiker »Sunshine of your love« die Besucher begeisterte. Dabei nutzte er die ganze Bühne, spielte die Gitarre über Kopf und wagte auch einmal einen Ausflug ins restlos faszinierte Publikum.

Doch auch Reiner Haser und Peter Bayer setzten nicht nur an Bass und Keyboard Akzente. Beide überzeugten auch als Sänger bei Klassikern wie »When I was young« oder »Living in a Ghost Town«, dem Song der Rolling Stones, der im vergangenen Jahr zum »Corona-Hit« wurde.

Schlagzeuger Klaus Beltz überzeugte mit seinem exzellenten Spiel auf der »Schießbude« ebenso wie bei einigen Songs als Backgroundsänger.

Welchen Einfluss der Blues auf die moderne Musik hat, machte Blues Taxi mit ihrem Auftritt deutlich. Klassiker wie »Route 66« oder »Hoochie Coochie man« von Muddy Waters wechselten sich ab mit 60er-Jahre-Knallern wie »Suzie Q« von Creedence Clearwater Revival oder Eric Claptons »Cocaine« bis hin zum »Old time of Rock’n’Roll.« Diese Blues-Vielfalt begeisterte die Besucher, die stürmisch eine Zugabe forderten, obwohl die Band schon gut 15 Minuten »überzogen« hatte.

Und es geschah Unerwartetes. »Programmmacher« Sebastian Göbel, der Kulturbeauftragte der Stadt Wölfersheim, kam auf die Bühne, nahm ein Mikrofon in die Hand und meinte: »Wer kann da schon Nein sagen, ein Song noch.«

Das erfreute die Besucher ebenso wie die Band, die sich mit dem Blues-Klassiker »Hard hearted woman« vom »besten Publikum in diesem Jahr« (Ackermann) verabschiedete. »Das ist doch das Einzige«, stellte Keyboarder Rainer Hase lakonisch fest.

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