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Motten huldigen einem Original

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Ein halbes Jahrhundert hat Wolfgang Rieß dem Club gedient. Dafür erhebt ihn Sitzungspräsident Jürgen Heldt in den Adelsstand,
Ein halbes Jahrhundert hat Wolfgang Rieß dem Club gedient. Dafür erhebt ihn Sitzungspräsident Jürgen Heldt in den Adelsstand, © Ottwin Storck

Wölfersheim (sto). Eine Ära endete bereits vor Jahresfrist. Der noch im Vorstand des Vereins tätige Wolfgang Rieß befand sich nicht mehr im Elferrat. Am Samstag stand der mehr als 50 Jahre für den Club wirkende Narr im Mittelpunkt der Galasitzung in der Wetterauhalle.

Zunächst ernannten ihn die »Motten« zum Ehrensitzungspräsidenten. Später wurde er in den »Adelsstand« erhoben. Sitzungspräsident Jürgen Heldt schlug ihn zum neuen Ehrenritter und ernannte »die Persönlichkeit, die maßgeblich den Verein ein halbes Jahrhundert gesteuert hat, zu Wolfgang, der Penunzenritter«.

Der rund dreistündige Reigen aus Tanz, Gesang und Büttenreden begann unter vielstimmigen »Wölfersheim Helau« mit dem Einmarsch des Elferrats samt Großer Garde. Sitzungspräsident Heldt stellte klar, dass für Zugaben grundsätzlich Raketen gezündet werden müssen, was zu einer recht explosiven Sitzung führen sollte. Sämtliche Tänzerinnen und Tänzer – alle aus den Reihen des Veranstalters – wurden vom Publikum gefeiert. Als Ausbilderin stach wieder Natascha Koch heraus. Weiter sorgten für die Choreographie der gekonnten Auftritte Julia Keil und Lena Barthel. Die »Pixdies« gefielen beim ersten Showtanz, bevor das 8. Dreigestirn der Wölfersheimer Fastnacht, Prinz Mario I., Bauer Raimund I. und Jungfrau Emilia I., sich letztmals dem Narrenvolk nach zwei bis dreijähriger Regierungszeit präsentierte.

Die kreiselnden Tanzmariechen Luca Müller und Alicia Herget wurden ebenso mit stürmischem Applaus bedacht wie die Gruppe »Hardbeat« mit ihrem Showtanz »Adam und Eva« und die Große Garde des CCW. Den Gesangspart des Abends hatte Verena Mauer mit Liedern wie »Old sing a Lady« oder »Mitten im Paradies« übernommen.

Von den Eltern als »Eisprinzessin« auserkoren, sorgte Ina Spahn in der Bütt für anhaltende Heiterkeit, indem sie von den Komplikationen erzählte, die eine gut gebaute Kufenläuferin mit eher schwächlichen Partnern hat. Gut kam auch Thorsten Fett als »Priester auf Wintertour« an, berichtete er doch von Besuchen im Frankfurter Rotlichtmilieu, und wie er eine Kranzschleifendiebin ertappte.

Den zweiten Teil der »Motten«-Sitzung eröffnete die Stammabteilung. Der Fanfaren- und Spielmannszug eröffnete ein 20-minütiges Konzert mit »Rucki-Zucki«. Weitere schmissige Rhythmen stimmten auf den Höhepunkt des Abends mit dem Ritterschlag durch Jürgen Heldt von »Wolfgang, dem Penunzenritter« ein.

Auf göttliche Wünsche berief sich Engelbert Bauer. Als »Männerrechtler« forderte er in der Bütt die Dominanz des starken Geschlechts in allen Lebenslagen und die Unterwerfung der Frauen, die nach biblischen Überlieferungen ja nur eine Rippe des Mannes seien. Ob die Bezeichnung Putzfrau, Raumpflegerin oder Bodenmasseuse, das war Jürgen Heldt in seinem Vortrag egal. Er hob seine hohe Ausbildung gegenüber der Konkurrenz in vielfältiger Art hervor und bekannte: »Schließlich habe ich ein Semester in der Uni geputzt.«

Ein Oktoberfest nach speziell Wölfersheimer Art präsentierte die Gruppe »The Diamonds« mit ihrem Showtanz. Nochmals bebte die Narrhalla der »Kletzbacke«. Danach hieß es Abschied nehmen von der »Motten«-Narretei. Alle Aktiven kamen auf die Bühne und sangen »Ich bin in Wölfersheim verliebt«.

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