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Mönche besser geschützt

  • vonInge Schneider
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Wölfersheim (im). Große Freude im Unternehmen Raumausstattung Uwe und Marion Weber in Södel: 16 durch Mitarbeiterin Julia Haberzettl angefertigte Mund-Nase-Schutzmasken sind wohl behalten im Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel angekommen und von der dortigen Kommunität sofort in Gebrauch genommen worden.

Die Verbindung von Södel nach Bochum hat Rosemarie Zerb hergestellt, deren Sohn, Pater Maurus Zerb, seit 2019 Prior des besagten Klosters in Nordrhein-Westfalen ist. »Obwohl die Zisterzienser von ihrem Ursprung her ein Klausurorden sind, haben sie sich wie viele andere Orden auch in den vergangenen Jahren immer mehr geöffnet«, berichtet Rosemarie Zerb. »Das bedingt, dass die Mitglieder der Kommunität meines Sohnes gerade während der Corona-Krise einzelnen Ratsuchenden zur Verfügung stehen, Seelsorge betreiben, Obdachlose mit Essen versorgen und zahlreiche weitere Aufgaben wahrnehmen, bei denen man, wenn auch auf Distanz, soziale Kontakte nicht völlig vermeiden kann.«

In Friedberg geboren

Angesichts dieser Situation reifte in Rosemarie Zerb der Gedanke, die 16-köpfige Kommunität, bestehend aus sieben Chormönchen, einem Diakon und insgesamt acht Priestern mit der Übersendung von Schutzmasken zu überraschen. »Die Ordensmänner sind für mich wie eine erweiterte Familie - ich wollte, dass sie besser versorgt sind als bisher.«

Bei Geschäftsinhaberin Marion Weber rannte sie mit ihrem Anliegen quasi offene Türen ein. Vielen Menschen in Södel und Wölfersheim ist der jetzige Prior Maurus Zerb von Kindesbeinen an bekannt, hat der 1965 in Friedberg Geborene doch seine Schulzeit in Wölfersheim verbracht.

Im Schriftverkehr mit der Wetterauer Zeitung berichtet Zerb von seinem Weg ins Kloster: »Nach der kaufmännischen Berufsfachschule Bad Nauheim besuchte ich Schulen in Fockenfeld/Oberpfalz und Bamberg. 1985 trat ich in das Benediktinerkloster Weltenburg ein und studierte von 1986 bis 1992 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Stiftes Heiligenkreuz im österreichischen Wienerwald, wohin ich 1993 übertrat. 1996 wurde ich in Heiligenkreuz zum Priester geweiht und feierte meine Primiz in Oppershofen.«

Bis 1998 war Maurus Zerb Kaplan in Heiligenkreuz, von 1998 bis 2001 Pfarrer in Maria Raisenmarkt im Wienerwald, von 2001 bis 2019 Pfarrer und später Dechant in Podersdorf am Neusiedler See.

2019 erreichte ihn die Bitte seines Abtes Maximilian Heim vom Stift Heiligenkreuz, das Amt des Priors im Kloster Stiepel zu übernehmen. Das Kloster selbst ist eine Gründung des Stiftes.

Dankesschreiben aus dem Kloster

»Seitdem es nun keine öffentlichen Gottesdienste mehr gibt, haben wir begonnen, unser Chorgebet am Abend und das Konventamt am Sonntag per Livestream zu senden, ebenso wie kurze ermutigende Impulse«, berichtet der Prior.

In seiner »alten Heimat« freut man sich über das hohe Amt, das Pater Maurus Zerb ausübt. Für Geschäftsinhaberin Marion Weber und ihre Mitarbeiterin Julia Haberzettl war es eine Freude und Ehre, den Auftrag von Rosemarie Zerb auszuführen. »16 Mund-Nase-Masken aus hochwertigem weichen Baumwollstoff sind entstanden - kein professioneller medizinischer Schutz, aber sehr wohl alltagstauglich«, berichtet Haberzettl. Nachricht aus dem Kloster Stiepel ist schon eingetroffen: »Wir sind Frau Weber und ihrer Mitarbeiterinnen sehr dankbar, dass sie uns den Mundschutz genäht haben und somit für unsere Gesundheit und Sicherheit sorgen«, schreibt Prior Maurus Zerb. »Wir sagen ein tausendfaches Vergelts Gott für diese Solidarität und grüßen herzlich nach Södel.«

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